„Der Fußball ist einer der am weitesten verbreiteten religiösen Aberglauben unserer Zeit.“ Umberto Eco
Alle Parteien reklamieren inzwischen den Anspruch der "Bürgerlichkeit" für sich. Das Schimpfwort der 68er ist zum Identifikationsmerkmal geworden. Doch was bedeutet der Begriff heute? Wenn alle bürgerlich sind, fehlt die Abgrenzung nach außen.
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Dem Begriff des Bürgerlichen haftet immer noch viel negativer Ballast an. Ob der Begriff daher als Identifikation von Parteien taugt, ist fraglich. Doch gleichzeitig bezeichnen sich 80 Prozent der Deutschen selbst als bürgerlich. Das ist gut so: Das Bürgertum bezeichnete ursprünglich den mündigen, unabhängigen Staatsbürger, von dem auch die Demokratie lebt.
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Die oft schwärmerisch verbrämte Rede von der neuen Bürgerlichkeit bejubelt eine Entwicklung, die mehr Abgrenzung nach unten denn emanzipatorische Kraft bedeutet. Progressive Bürger braucht das Land, keine Untertanen!
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Leistung, Fleiß, Arbeit, Pflicht und Disziplin sind Kernbegriffe des Bürgers. Jenseits eines überholten Koordinatensystems treten Ideologie und Dogma in den Hintergrund und offenbaren den Weg zu einer wirklich bürgerlichen Gesellschaft.