„Alle Arten von kontemplativem Denken gehen verloren, während wir ständiger Ablenkung ausgesetzt sind.“ Nicholas Carr
Der chinesische Künstler Ai Weiwei war lange verschollen, inzwischen gibt es wieder erste Lebenszeichen des Inhaftierten. Die globale Kunstszene protestiert, der Wert seiner Arbeiten steigt. Kann die Kultur für Menschenrechte eintreten, wo Politik und Wirtschaft versagen? Oder erleben wir die gespielte Empörung einer selbstverliebten Kunstelite?
Es wäre naiv zu glauben, dass eine Absage der Ausstellung zur Aufklärung auch nur einen chinesischen Funktionär umgestimmt hätte. Ai Weiwei ist inhaftiert, und er wäre inhaftiert geblieben. Wir brauchen offene Kulturpolitik genau in diesen Situationen – sie ist oftmals die einzige Verbindung von geschlossenen Gesellschaften zur Außenwelt.
Das Verhältnis des Westens zu China ist und bleibt eine Herausforderung. Politik stößt zuweilen an ihre Grenzen, auch wenn sie klare Worte findet. Eine Alternative zum Dialog gibt es auch gerade deswegen nicht.
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Die Reaktion der deutschen Medien auf die Festnahme des Künstlers Ai Weiwei sagt mehr über die platte Sichtweise der hiesigen Journalisten aus als über das chinesische System. Basis der Berichterstattung sind Mutmaßungen, nicht Fakten – oder weshalb wird keine Mahnwache für Nadja Auermann gefordert?
Die Verhaftung des regimekritischen chinesischen Künstlers Ai Weiwei ist bestürzend und ruft zurecht die Frage nach den Möglichkeiten des Kulturaustauschs auf. Solange der verschleppte Ai Weiwei nicht wieder unversehrt in Freiheit ist, gilt es, diese Wunde offen zu lassen.