300 Millionen Handys gibt es inzwischen in Afrika, nirgendwo sind die Zuwachsraten der Internetversorgung höher als in Afrika, im Mittleren Osten und in Südasien. Doch welche konkreten Chancen ergeben sich für die Entwicklungszusammenarbeit - und für wen?
Neue Kommunikationstechnologien können zum Motor für wirtschaftliche Entwicklung werden. Wir müssen private Innovationen und Projekte vor Ort unterstützen und den Behörden dabei helfen, einen fairen Wettbewerb in Entwicklungsländern zu ermöglichen. Das Credo dabei: lokale Stabilität statt globaler Transferzahlungen.
So gut gemeint die großflächige Versorgung unterentwickelter Länder mit IT-Technologie ist, so sehr geht sie am Kern des Problems vorbei. Wenn Entwicklungszusammenarbeit nicht auf regionale Umstände flexibel reagiert und Technik weiterhin als eine Art goldene Kugel begreift, helfen wir höchstens der westlichen Computerindustrie.
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Wenn der Westen seine Informationstechnologie in die Dritte Welt exportiert, geht es dabei nicht zuletzt um Werte. Der Glaube an „freie“ und deregulierte Märkte, unsere Lebensweise und vieles mehr. Die Chancen unbestritten, erinnert die derzeitige Entwicklungshilfe an klassisch imperialistische Bestrebungen.
Eine Steckdose, ein PC, ein Internet-Anschluss: In der Realität ist den Entwicklungsländern damit nicht geholfen. Wer nicht versteht, wie Wissen einzuordnen ist, wie Quellen zu bewerten sind und wie die komplizierte IT-Infrastruktur zu warten ist, der braucht mehr als nur einen Container voller Laptops.
Bevor wir die Kinder der Dritten Welt mit Laptops und Internet beglücken, sollten wir uns fragen, ob nicht dringendere Hilfe benötigt wird. Oft genug fehlt es an grundlegenden Dingen, wie etwa gut ausgebildeten Lehrern oder Strom in den Klassenzimmern. Gut gemeint ist eben nicht gleich gut gemacht.