Nach dem japanischen Reaktorunglück, das am 11. März seinen Lauf nahm, wächst die gefühlte Bedrohung durch die Atomkraft. Deutschland lernt Millisievert kennen und kauft Geigerzähler. Doch welches Risiko ist experimentell oder statistisch belegbar? Unter welchen Umständen kann Strahlung gefährlich werden? Eine Risikoanalyse aus Sicht der Wissenschaft.
1
Alle schreiben über Fukushima - in Deutschland regiert die Weltuntergangsstimmung, in den USA dominieren dramatische Rettungsgeschichten. Zwei Aspekte gehen dabei verloren: Eine Diskussion der eigentlichen Risiken - und die Aufmerksamkeit für die Opfer des Bebens. Es geht uns nicht um das Schicksal der Japaner - sondern um uns selbst.
9
Es gibt nur zwei Wesen, die ihre eigene Lebensgrundlage zerstören: Viren und Menschen. Im Gegensatz zu Viren können Menschen denken. Doch das macht die Sache nicht besser: Das Denken ließ Menschen Atomkraftwerke bauen. Das Denken kann das atomare Zeitalter aber auch beenden.
4
Die Wähler haben Kanzlerin Merkel und ihrer Partei die Atomwende nicht abgekauft. Sie sind verunsichert, weil niemand das Risiko genau bestimmen kann, das im Zweifel aber tödlich ist. Wollen wir solch eine Technologie wirklich einsetzen?
6
Die Reaktorkatastrophe in Fukushima erlaubt eine spannende Beobachtung: Wie gehen die unterschiedlichen Nationen jeweils mit der Angst vor einem AKW-Unfall im eigenen Land um? Während die Deutschen in Hysterie und Aktionismus den sofortigen Ausstieg fordern, reagieren Menschen am anderen Ende der Welt gelassener. Ein Erklärungsversuch.
22
Zehntausende sind durch den Tsunami in Japan gestorben, die Überlebenden frieren und hungern. Und die ganze Welt redet nur über die Strahlenpanik. Diese Ängste sind fehlplatziert. Wir brauchen Fakten statt Vorurteile.
11
Die Bilder aus Japan haben sich tief in unser kollektives Gedächtnis eingegraben. Eine gesellschaftliche Mehrheit für Atomkraft wird es in Deutschland nicht mehr geben. An der Faktenlage hat sich hingegen nichts geändert. Die Idee einer risikofreien Technologie war schon immer irreführend.