Das großbürgerliche Feuilleton ist immer zur Stelle, wenn es was zu hacken gibt. Günter Grass

Hintergrund

Ende mit schrecken oder Schrecken ohne Ende

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Im menschlichen Gehirn existiert Unendlichkeit als seltsame Ahnung, denn sie ist nicht vorstellbar und damit nicht real. Viel naheliegender erscheint ein irgendwann stattfindender Weltuntergang, denn warum sollte die Welt nicht auch, wie der Mensch selbst, vergänglich sein?

Hintergrund

Die frühesten überlieferten Weltuntergangsprophezeiungen stammen aus der Antike. Seitdem haben sich diverse Gruppierungen und Einzelpersonen an der genauen Datierung versucht. Ganz vorne mit dabei: die Zeugen Jehovas. Seit über einhundert Jahren verkünden sie in regelmäßigen Abständen den Weltuntergang, zuletzt im Jahr 2000.

Auch prominente Persönlichkeiten nahmen aktiv an der Terminvergabe von Weltuntergängen teil – darunter Christoph Kolumbus, Isaac Newton und Martin Luther, der die Welt zu seinen Lebzeiten gleich dreimal untergehen ließ, sich danach verständlicherweise zu diesem Thema aber nicht mehr äußern wollte.

Der spanische Modeschöpfer Paco Rabanne prophezeite 1999 zwar nicht den Weltuntergang, aber die Zerstörung von Paris durch den Absturz der russischen Raumstation MIR, der die Stadt in Schutt und Asche legen sollte. Als das nicht passierte, entschuldigte er sich in den Medien für seine Fehleinschätzung.

Für viele Menschen war zu den angesagten Terminen aber tatsächlich die Welt zu Ende, denn vor allem in Sektenkreisen gehen solcherart Prophezeiungen mit kollektiven Suiziden einher. Dann sehen wir in Zeitungen Fotos, auf denen schwarz gekleidete Männer mit Nike-Turnschuhen in berüschten Hotelzimmern auf Betten liegen, gestorben an einer Überdosis Schlaftabletten – so wurden beispielsweise 1997 die Mitglieder der Sekte Heaven’s Gate aufgefunden, die einer unmittelbar bevorstehenden Vernichtung der Menschheit durch Außerirdische entgehen wollten.

Mit den Zeiten ändern sich auch die Weltuntergänge. Favoriten im Moment: Klimakatastrophe (Polverschiebung und kochende Meere), künstliche schwarze Löcher (gebastelt im Labor und plötzliche Verselbstständigung) und Planetenkollision (diverse). Da bleibt zu hoffen, dass unser letztes Stündlein noch ein wenig auf sich warten lässt.

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Weltuntergang

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Demnächst geht die Welt so richtig unter. Sagen sie jetzt ja auch im Kino. Im Internet sagen sie das sogar schon länger. Wenn man zu viel Zeit auf entsprechenden Seiten verbringt, neigt man sogar dazu, sich ansatzweise beunruhigen zu lassen. 2012 ist nicht die erste Weltuntergangsprognose.

Emmerichs 2012

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Von Noah nicht zu Ende gedacht

In Roland Emmerichs Thriller "2012" entscheidet der Geldbeutel darüber, wer die Apokalypse überleben darf.

 
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