Es ist gut, dass die Menschen ihr Geldsystem nicht verstehen, denn sonst hätten wir noch vor morgen früh eine Revolution. Henry Ford

hintergrund

/innen

Big_3f0d458b8c

Die internationale Frauenbewegung ist in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden. Doch auch wenn die Gleichberechtigung der Geschlechter Mainstream und Regierungspolitik ist, sind Männer und Frauen noch längst nicht in allen Belangen auf Augenhöhe. Weltfrauentage, Girls Days und Quotenregelungen sollen Abhilfe schaffen. Geht der Aktionismus an den Ursachen der Probleme vorbei?

Hintergrund

Der Internationale Frauentag feiert dieses Jahr seinen 100. Geburtstag. Das erste große Ziel, die Erlangung des aktiven und passiven Wahlrechts für Frauen, ist längst durchgesetzt und auch in vielen anderen Bereichen hat die Frauenbewegung viel erreicht: wir haben eine Bundeskanzlerin, die Fussball-Frauen Weltmeisterschaft war ein Massenevent und selbst der Dienst an der Waffe ist kein Privileg der Männer mehr.

„Gender Mainstraming“ ist in Deutschland offizielle Regierungspolitik und in Artikel 3 Absatz 2 des Grundgesetzes heißt es: „Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.“ Jedoch ist längst noch nicht alles gut und das Thema erhitzt auch weiterhin die Gemüter, wie sich beispielsweise an der Debatte um die Frauenquote zeigt.

Um auf immer noch bestehende Ungerechtigkeiten hinzuweisen gibt es in der ganzen Welt zahlreiche Aktionstage. 1977 wurde der 8. März als offizielles Datum für den Internationalen Frauentag von der Generalversammlung der Vereinten Nationen anerkannt. Seitdem steht der Tag jedes Jahr unter einem bestimmten Motto. Im Jahr 2011 lautet es: „Gleicher Zugang zu Bildung, Ausbildung, Wissenschaft und Technik: Weg zu menschenwürdiger Arbeit“. Auch auf EU-Ebene hat man sich der Thematik angenommen und im September 2010 wurde die Strategie zur „Gleichstellung von Frauen und Männern (2010-2015)“, welche auf dem „Fahrplan für die Gleichstellung von Frauen und Männern (2006-2010)“, aufbaut, angenommen. In Deutschland findet seit 2001 der Girls‘ Day statt, der sich an Mädchen zwischen 10 und 15 Jahren richtet und ihnen einen Einblick in Ausbildungsberufe und Studiengänge ermöglichen soll, in den Frauen eher wenig bis gar nicht vertreten sind – IT, Naturwissenschaften, Handwerk, Technik. Denn trotz einer sehr guten Schulbildung ergreifen Mädchen immer noch oft typische Frauenberufe. Der nächste Girls‘ Day wird am 14. April veranstaltet. Bereits am 25. März findet der „Equal Pay Day“ statt. An diesem Tag werden die Frauen in Deutschland im Durchschnitt so viel verdient haben wie die Männer im Durchschnitt bereits zum 31.12.2010 – das bedeutet einen Lohnunterschied von 23%.

Angesichts der offenbar immer noch nicht vollständig vollzogenen Gleichstellung stellt sich die Frage nach Sinn und Unsinn von solchen Aktionstagen. An ein paar Tagen im Jahr bekommt dieses so wichtige Anliegen so viel Aufmerksamkeit, die sich aber nur selten in konkreten Ergebnissen niederschlägt und dann darf bezweifelt werden, ob diese Erfolge aufgrund der Aktionstage eingetreten sind. Müsste man diese Tage also abschaffen, um wahren Fortschritt zu erreichen und zu verhindern, dass hier vor allem PR gemacht wird? Ist scheinheilige Aufmerksamkeit besser als keine? Vielleicht. Und letztlich ist doch auch jede/r seines/ihres eigenen Glückes Schmied/in.

Zurück

Equal Pay Day 2013

Medium_10c73de61b 7

Lohnt sich nicht

Bis heute müssen Frauen mehr arbeiten, um das gleiche Geld wie Männer zu verdienen. Die Diskriminierung beginnt am Pflegebett. Eine Bilanz zum Equal Pay Day 2013.

Gesetzliche Frauenquote in deutschen Unternehmen

Medium_639038b85b 2

Miese Quote

Wie gerne nehmen wir Skandinavien als soziales Vorbild her. In Norwegen hat die Einführung der Frauenquote massiv Vermögen vernichtet. Eine Quote macht noch keinen Kulturwandel.

Flexible Frauenquote

Medium_5fdb5e41ae 23

Die Schafherde zieht weiter

Wir brauchen eine Quote, weil Frauen nicht schlechter, sondern benachteiligt sind. Flexibel muss sie sein, weil sich Firmen unterscheiden.

Diktatur des Feminismus

Medium_a5e72d9274 214

Diktatur des Feminismus

Die Frage nach einer Frauenquote ist eine Phantom-Debatte. Junge Frauen wollen ihre Karriere planen und nicht mit den alten Feministinnen mühsam über etwas diskutieren, das für sie keine Relevanz hat.

Die internationale Frauenbewegung

Medium_8d5c17bc33 3

1 + 1 = Wir

In Bezug auf die Gleichstellung von Mann und Frau wurde bereits viel erreicht. Von einer wahren Geschlechtergleichheit sind wir dennoch weit entfernt. Aktionen wie der „Girls' Day“ sind gut, doch wir brauchen Gleichheit an allen 365 Tagen des Jahres.

Der Internationale Frauentag und die Gewerkschaften

Medium_b8c4267e60 3

Vorwärts, Genossinnen!

Gleichberechtigung lässt sich nicht mit einzelnen Events erreichen. Vielmehr braucht es Unterstützer, die rund ums Jahr für die Geschlechtergleichheit eintreten. Gewerkschaften schaffen es, über Partikularinteressen hinaus Allianzen zu schließen.

 
meistgelesen / meistkommentiert