„Mein Schloss wird mit Energiesparlampen beleuchtet, auch wenn das Licht scheußlich ist.“ Enoch zu Guttenberg
Guttenberg ist zurückgetreten. Der Druck war nach den Enthüllungen der letzten Tage zu hoch geworden. Dass der Minister jetzt die Konsequenzen gezogen hat, ist richtig: Das Ministeramt darf nicht durch das Verhalten Einzelner beschädigt werden.
In keinem Land ist der Anteil der Parlamentarier mit Doktortitel so hoch wie in Deutschland. Meistens steht dabei nicht die wissenschaftliche Kompetenz im Vordergrund. Es geht um die Karriere und den Status. Doch Führungskompetenz lässt sich nicht im Archiv finden.
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Deutschland braucht mehr echte Doktoren mit neuen Ideen. Der Dissertationsprozess muss reformiert werden, wenn wir den „Doktor light“ verhindern wollen. Eine Dissertation à la Guttenberg hilft nur der eigenen Karriere. Denker und Ideen produziert sie nicht.
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Der Medienhype um Guttenberg war eine Sternstunde der Medienvielfalt; er hat bewiesen, dass Bürger sich nicht manipulieren lassen und er hat die unverzichtbare Rolle des Internets für die klassischen Medien herausgestellt.
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Für viele Politiker ist der Doktortitel vor allem ein Schritt auf der Karriereleiter. Doch die Doppelbelastung von ehrlicher Dissertation und Mandat ist kaum zu bewältigen. Und es geht auch anders: Weder Adenauer noch Brandt hatten das Dr. vor dem Namen. Große Staatsmänner waren sie trotzdem.
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Der Baron ist entzaubert, die Union bloßgestellt. Zu lange hatte sich Merkel hinter Guttenberg gestellt, zu folgelastig sind die Plagiate für das Werteverständnis der CDU. Doch zum Glück regte sich Widerstand: Das Bürgertum darf sich ein solches Polittheater nicht gefallen lassen.
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Der Rücktritt Guttenbergs ist zu begrüßen. Zwei Wochen lang stellte sich der Verteidigungsminister nicht der Verantwortung, jetzt hat er endlich die Konsequenzen gezogen. Es bleibt zu hoffen, dass wir die richtigen Lehren aus der Affäre ziehen. Politik lebt nicht von der Inszenierung, sondern von der Detailarbeit.