Unsere Aufgabe ist nicht leicht, aber dieses Gericht wird die Welt verändern. Luis Moreno Ocampo

Hintergrund

Die Spitze des Eisbergs

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Bei der größten Konferenz der Menschheit haben die Staaten der Welt die Chance verpasst, sich verbindlich zu verpflichten, ihre Treibhausemissionen ausreichend zu begrenzen. Doch nach Ungereimtheiten in der Datengrundlage, steht der Weltklimarat IPCC massiv in der Kritik. Fällt der Klimawandel etwa aus?

Hintergrund

In den kommenden Tagen werden in Kopenhagen rund 10.000 Vertreter aus mehr als 190 Staaten bis zum 18. Dezember über Maßnahmen zum internationalen Klimaschutz beraten. Zur angeblich “größten Konferenz der Menschheitsgeschichte” wollten sich offenbar sogar mehr als 20.000 Teilnehmer anmelden. Dabei werden die wirklich wichtigen Dinge ohnehin auf Fluren und in Hinterzimmern besprochen. Und erste Entscheidungen fallen sicher nicht, bevor Minister sowie Staats- und Regierungschefs in der zweiten Woche eingetroffen sind. Seit aber US-Präsident Barack Obama nun doch zum Ende der Konferenz anreist, könnten die Teilnehmer vielleicht tatsächlich nicht ganz mit leeren Händen abreisen.

Schon haben erste Optimisten voller Hoffnung auf verbindliche Klimaschutzziele und eine sofortige Finanzzusage über zehn Milliarden US-Dollar jährlich von 2010 bis 2012 für die armen Länder den Gipfel in “Hopenhagen” umbenannt. Die aktuellen Probleme werden dadurch jedoch nicht kleiner: Seit 1990 sind die weltweiten CO2-Emissionen aus der Verbrennung fossiler Energieträger von 21 auf heute knapp 30 Milliarden Tonnen im Jahr gestiegen. Allein China pustete mit sechs Milliarden Tonnen gleich drei Mal soviel wie zuvor in die Luft. Nun dreht sich alles um das Jahr 2020: Bis dahin müssen die Staaten den Ausstoß von Kohlendioxid laut Weltklimarat deutlich reduzieren, damit sich die Erde nicht um mehr als zwei Grad Celsius erwärmt.

Die globale Wirtschaft lockt man daher mit einer “Konjunkturspritze ungeheuren Ausmaßes”, und Industrieländern wie Deutschland, die alle bis auf die USA das Kyoto-Protokoll ratifiziert haben, schreibt man dabei eine Vorbildfunktion zu. Allerdings hat mittlerweile China die USA als weltgrößten Luftverschmutzer abgelöst, obwohl es bis vor wenigen Jahren noch als Entwicklungsland galt.

Und so stellt sich vor allem die Frage, wie auch die Entwicklungs- und Schwellenländer mit ins Boot geholt werden können. Indien, Mexiko oder Brasilien sollen in die Pflicht genommen werden und Entwicklungsländer finanzielle Hilfe und technologische Unterstützung erhalten, um ihr Wachstum klimaverträglich zu gestalten. Gleichzeitig trommeln sie aber lautstark für ihr Recht auf Wohlstand und Wachstum – und beharren auf der Schuld des Westens am Klimawandel. Konkrete Zahlen über die Hilfe haben die Industrienationen derweil noch nicht auf den Tisch gelegt. Eines steht trotzdem fest: Nach welchen Kriterien Geld verteilt wird, ist mit Sicherheit der nächste Konflikt.

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