Mit dem Ende der Wehrpflicht wird auch der Zivildienst abgeschafft. Zehntausende Stellen im Pflegebereich müssen neu gefüllt werden: durch Freiwilligenarbeit, Anreize beim Studium oder professionelle Pflegekräfte. Klar ist: junge Menschen müssen sich für die Zukunft des Sozialstaates engagieren.
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Die Kritik war vorherzusehen. Rund ein Jahr nach Einführung des Bundesfreiwilligendienstes können wir aber eine positive Bilanz ziehen. Viele Tausend Menschen, die meisten noch sehr jung, setzen sich freiwillig für Deutschland ein.
Nicht nur der Sozialstaat braucht Zivildienstleistende, auch junge Menschen können von der Arbeit profitieren, denn sie formt soziales Bewusstsein. Die Wohlfahrtsverbände müssen nun handeln und die Politik ist dazu aufgerufen, die vorhandenen Angebote zu fördern. Geld allein reicht dazu nicht.
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Die Sozialsysteme können den Wegfall des Zivildienstes kompensieren. Der Weg führt zu einer Kultur der Freiwilligkeit. Jeder sollte sich fragen, was er der Gesellschaft zurückgeben kann – und welcher Erfahrungsgewinn durch freiwillige Arbeit entsteht.
Der typische Zivildienstjob schafft eine Win-win-Situation für alle Beteiligten. Für Patienten, Arbeitgeber und den Zivi selbst. Auch wenn viele nun den Staat in der Pflicht sehen, freiwilliges Engagement zu fördern, dürfen wir nicht vergessen, dass das eigentlich eine Aufgabe der Zivilgesellschaft ist.
Die Zivildienststellen waren zwar oft vom Sozialsystem nicht ausfinanziert, aber dennoch unverzichtbar. Es stellt sich die Frage, wie diese Stellen in Zukunft finanziert werden. Der neue Bundesfreiwilligendienst kann eine gute Sache werden. Er wird das entstehende Loch nicht füllen können, aber das muss er auch nicht. Der Beginn einer neuen Ära.
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Die Vorschläge der Bundesregierung zum Freiwilligendienst gehen nicht weit genug. Wir brauchen einen öffentlich geförderten Pflegesektor, der Arbeitsplätze schafft. Freiwilligendienste dürfen reguläre Stellen nicht verdrängen.