Der Klassenkampf ist ein historischer Fakt, er wird von meiner Klasse geführt und wir sind dabei ihn zu gewinnen. Warren Buffet

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Mit dem Ende der Wehrpflicht wird auch der Zivildienst abgeschafft. Zehntausende Stellen im Pflegebereich müssen neu gefüllt werden: durch Freiwilligenarbeit, Anreize beim Studium oder professionelle Pflegekräfte. Klar ist: junge Menschen müssen sich für die Zukunft des Sozialstaates engagieren.

Hintergrund

Mit dem Ende der Wehrpflicht im Juli 2011 entfällt auch die rechtliche Grundlage für den Zivildienst in Deutschland, den derzeit etwa 90.000 junge Männer in sozialen Einrichtungen ableisten. Weit mehr als zweieinhalb Millionen Männer, am Ende jeder vierte eines Jahrgangs, haben dann 50 Jahre lang Krankenbetten geschoben, in Kindergärten gekocht und Jugendherbergen unterhalten. Am 10. April 1961 hatten die ersten 340 Kriegsdienstverweigerer ihren Dienst angetreten.

An die Stelle des Zivildiensts soll der Bundesfreiwilligendienst treten, der allen Männern und Frauen offen steht, die ihre Schulpflicht erfüllt haben. Geplant sind etwa 35.000 Stellen, hauptsächlich in denjenigen Einrichtungen, die derzeit noch Zivildienstleistende beschäftigen. Der neue Dienst soll mindestens sechs, längstens aber 24 Monate dauern und bis zum Alter von 27 Jahren in Vollzeit abgeleistet werden. Der Bundestag wird sich ab März mit dem Vorschlag von Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) beschäftigen.

Der Bund will insgesamt 300 Millionen Euro für die Umstrukturierung bereitstellen: Etwa 50 Millionen sollen in die Förderung des Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) und des Freiwilligen Ökologischen Jahres (FÖJ) fließen. Wesentliche Unterscheidungen zwischen den Diensten soll es nicht geben: Auch beim freiwilligen Zivildienst bestimmen Träger und Einrichtungen, wie viele Plätze an welche Bewerber vergeben werden.

Viele Einrichtungen sehen sich allein durch die Verkürzung des Dienstes von neun auf sechs Monate in Bedrängnis – vom Verlust von etwa 55.000 Stellen ganz zu schweigen. Bei einer Fragestunde im Bundestag erklärte Kristina Schröder, der Bundesfreiwilligendienst solle die entstandene Lücke „soweit es irgend geht kompensieren.“

Die schwarz-gelbe Koalition diskutiert derweil über die Zukunft des Bundesamtes für Zivildienst (BAZ) in Köln. Während die Spitze der FDP-Bundestagsfraktion sogar eine Auflösung der Behörde in Erwägung zieht, sucht Familienministerin Schröder neue Aufgabenfelder für das Bundesamt. Das BAZ beschäftigt derzeit etwa 1.000 Mitarbeiter, deren Arbeit pro Jahr fast 100 Millionen Euro kostet.

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Ein Jahr Bundesfreiwilligendienst

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Jung, spontan, hilft

Die Kritik war vorherzusehen. Rund ein Jahr nach Einführung des Bundesfreiwilligendienstes können wir aber eine positive Bilanz ziehen. Viele Tausend Menschen, die meisten noch sehr jung, setzen sich freiwillig für Deutschland ein.

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Politiker

Peter Tauber
07.02.2012

FSJ und Bundesfreiwilligendienst

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Formen und fördern

Nicht nur der Sozialstaat braucht Zivildienstleistende, auch junge Menschen können von der Arbeit profitieren, denn sie formt soziales Bewusstsein. Die Wohlfahrtsverbände müssen nun handeln und die Politik ist dazu aufgerufen, die vorhandenen Angebote zu fördern. Geld allein reicht dazu nicht.

Zukunft des Zivildienstes

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Wir brauchen die Mitmach-Gesellschaft

Die Sozialsysteme können den Wegfall des Zivildienstes kompensieren. Der Weg führt zu einer Kultur der Freiwilligkeit. Jeder sollte sich fragen, was er der Gesellschaft zurückgeben kann – und welcher Erfahrungsgewinn durch freiwillige Arbeit entsteht.

Erfolgsmodell Zivildienst

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Projekt Verantwortung

Der typische Zivildienstjob schafft eine Win-win-Situation für alle Beteiligten. Für Patienten, Arbeitgeber und den Zivi selbst. Auch wenn viele nun den Staat in der Pflicht sehen, freiwilliges Engagement zu fördern, dürfen wir nicht vergessen, dass das eigentlich eine Aufgabe der Zivilgesellschaft ist.

Der Bundesfreiwilligendienst

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Geliebte Kinder

Die Zivildienststellen waren zwar oft vom Sozialsystem nicht ausfinanziert, aber dennoch unverzichtbar. Es stellt sich die Frage, wie diese Stellen in Zukunft finanziert werden. Der neue Bundesfreiwilligendienst kann eine gute Sache werden. Er wird das entstehende Loch nicht füllen können, aber das muss er auch nicht. Der Beginn einer neuen Ära.

Verdrängung beseitigen

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Let’s work together

Die Vorschläge der Bundesregierung zum Freiwilligendienst gehen nicht weit genug. Wir brauchen einen öffentlich geförderten Pflegesektor, der Arbeitsplätze schafft. Freiwilligendienste dürfen reguläre Stellen nicht verdrängen.

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Politiker

Sascha Vogt
17.02.2011
 
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