Deutsche Hochschulen bilden Imame aus und unterrichten islamische Religionslehre. Doch universitäre Bildung fußt auf kritischem Diskurs - auch gegenüber der eigenen Geschichte und den eigenen Werten. Zeit, zu fragen: Welche aufklärerischen Traditionen gibt es im Islam?
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Wenn der Westen vom Osten die Trennung von Kirche und Staat verlangt, dann gleicht das einer Aufforderung zum Krieg - denn auch Europa wäre ohne die Zwänge des Dreißigjährigen Krieges nicht säkular geworden. Doch die iranische Variante von Lessings Ringparabel zeigt auf, wie es dennoch gehen könnte.
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Religion hat ihr eigenes Verständnis von Aufklärung. Es ist daher kurzsichtig, eine aufgeklärte islamische Theologie zu fordern. Das Insistieren auf den Idealen der Aufklärung dient vor allem der Selbstgewissheit des Westens.
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Die Ausbildung von Imamen an deutschen Universitäten bietet die Chance zum Dialog. Fundamentalistische Strömungen werden mit der Tradition der Aufklärung konfrontiert, der Islam als Ganzes tritt in Diskurs mit westlicher Kultur und Religion. Ein Gewinn für alle Seiten.
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Der Bundesregierung ist es 12 Millionen Euro wert, islamische Religionsgelehrte an staatlichen Universitäten auszubilden. Sollte sich die Entwicklung der christlichen Konfessionen wiederholen, ist damit die Säkularisierung und Entkernung des Islam eingeläutet.