Wenn etwas automatisiert werden kann, dann wird es automatisiert werden. Clay Shirky

Hintergrund

Die Dollar vom Ayatollah

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Im Jahr 2008 exportierten deutsche Unternehmen Waren im Wert von knapp vier Milliarden Euro nach Iran. Deutschland ist der wichtigste europäische Handelspartner des Landes. Iran hingegen könnte bald zum wichtigsten Erdgaslieferanten werden und die Abhängigkeit von Russland beenden. Wäre da nicht diese Frage: Unterstützen die Geschäfte ein Regime, das die Freiheit bekämpft und nach Atomwaffen strebt?

Hintergrund

Geschäfte mit Iran – für deutsche Unternehmen ein lukratives Projekt. Und eines mit einer großen Zukunft. Ein Blick auf die Region zeigt: Deutsche Firmen haben sich gut positioniert. Schon heute ist Deutschland der wichtigste Handelspartner für Iran in Europa. Im Jahr 2008 exportierten deutsche Unternehmen Waren im Wert von knapp vier Milliarden Euro nach Iran. Maschinen, Eisen und Stahl, chemische Erzeugnisse – die Bundesrepublik liefert Güter, die auf dem iranischen Markt gefragt sind, und sichert sich zudem Zugang zu den Energieressourcen des islamischen Staates. Man spekuliert: Iran könnte in Zukunft zum wichtigsten Lieferanten für Erdgas werden und Europa aus der Abhängigkeit von Russland befreien.

Über all dem aber schwebt der Atomkonflikt mit Iran. Und die Frage: Unterstützen deutsche Firmen nicht mit ihren Geschäften ein Regime, das Freiheit und Demokratie bekämpft, Terrorismus fördert und nach Atomwaffen strebt? Die Bundesregierung will da nicht länger zusehen. Nach Presseberichten hat der politische Druck auf Unternehmen zugenommen, ihre Beziehungen zu Iran zu beenden. Eine Ermahnung, die bereits Wirkung zeigt. Laut Handelsblatt brach der deutsche Handel mit Iran im Frühjahr 2009 um fast 30 Prozent ein. Für Iran kein Problem – zahlreiche neue Partner stehen schon bereit, vor allem aus den USA und Asien.

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Deutsche Iran-Exporteure

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Unternehmer sind keine Politik-Vasallen

Deutsche Firmen haben einen legendären Ruf in Iran. Doch im Atomstreit zeigt die "Entmutigung" der Bundesregierung Wirkung - obwohl der Export meist legal ist. So treffen die politisch motivierten Sanktionen die Falschen: Exporteure mit langfristigen Interessen, Privatunternehmer und persönliche Freundschaften. Schon bald könnte ein anderes Land Deutschlands Platz in der ersten Reihe einnehmen.

 
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