„Der intrinsische Erkenntnisdrang der Forscher mag einem abgeklärten Journalisten fremd sein.“ Andrea Kamphuis
Das Thema Wehrpflicht spaltet die Koalition: Die Kanzlerin reagiert – wie so oft – zögerlich und signalisiert nach einer ersten Ablehnung nun doch Gesprächsbereitschaft. Verteidigungsminister Guttenberg ist schon einen Schritt weiter. Die Halbierung des Armee-Personals hält der CSU-Politiker für machbar.
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"Relikt des Kalten Krieges" - ein Totschlagargument, gern angewandt auf Landesverteidigung, taktische US-Atomwaffen in Europa und auf die Wehrpflicht. Lässt man sich davon nicht beeindrucken, wird deutlich, dass auch ohne Konfrontation und konkreten Gegner viele Streitkräfteaufgaben das Ende des Kalten Krieges überdauern.
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Wer glaubt, die Wehrpflicht sei der Garant für die Verankerung der Streitkräfte in der Bevölkerung, hat die Entwicklung der vergangenen 20 Jahre ignoriert.
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Die Wehrpflicht ist nicht einfach eine Bürde. Sie bietet jungen Menschen Erfahrung und Orientierung für das spätere Leben. Mit der Abschaffung der Wehrpflicht sollte man endlich “Wehrgerechtigkeit” herstellen und allen die Chance eröffnen, durch freiwilliges Dienen den eigenen Horizont zu erweitern.
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Der Verteidigungsminister fordert ein Ende der Wehrpflicht und alle stimmen zu – warum eigentlich? Denn die Vorzüge einer Berufsarmee sind nicht ersichtlich, schon gar nicht für die Soldaten.
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Die Einkaufspolitik der Bundeswehr ist untragbar. Überflüssige Beschaffungsprojekte haben in den vergangenen Jahren Unsummen verschlungen, zum Teil ohne das je geliefert wurde. Nur wenn diese Politik einen Paradigmenwechsel erfährt, ist der Weg frei für eine Freiwilligenarmee.
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Es gilt in der Debatte um die Wehrpflicht, nur eine ernst zu nehmende Frage zu lösen: Wie kann man die Armee mit Nachwuchs versorgen, wenn es die Verpflichtung nicht mehr gibt? Die Antwort liegt auf der Hand: mit guten Aufstiegschancen und einer attraktiven Besoldung.