Lasst die Kirche im Dorf, lasst die Kreuze in den Schulen. Christian Wulff

Hintergrund

Von Kuhschweizern und Sauschwaben

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Das Verhältnis zwischen der Schweiz und Deutschland ist seit jeher von Argwohn und Missverständnissen geprägt. Die Steuerdebatte ist der neue Höhepunkt einer verworrenen Beziehung.

Hintergrund

Die Debatte um das umstrittene Steuerabkommen zwischen der Schweiz und Deutschland gelangt in die heiße Phase. Dem Abkommen wurde Ende Oktober im Bundestag grünes Licht gegeben, im Bundesrat steht es vor der entscheidenden Abstimmung. Die von der Opposition geführten Länder signalisierten im Vorfeld der Abstimmung ein „Nein“. Sie kritisierten, dass Steuerhinterzieher im Falle einer Ratifizierung ihr Schwarzgeld aus der Vergangenheit zu Sonderkonditionen legalisieren könnten. Außerdem halte das Abkommen Steuerbetrüger nicht davon ab, ihr Schwarzgeld zukünftig in Steueroasen zu transferieren. Befürworter des Abkommens betonten hingegen die Notwendigkeit, im Steuerstreit einerseits rechtliche Klarheit zu schaffen und anderseits für die Zukunft endlich eine rechtliche Lösung zu finden.

Der Abstimmungsausgang ist offen. Viel wurde im Vorfeld über das Abkommen geschrieben. Manche prangerten das Verhalten deutscher Steuerbetrüger an, einige hinterfragten die Schweizer Bankgesetze und vielerorts wurde das deutsche Steuersystem kritisiert.

Fakt jedoch ist: Dass die Mächtigen und Reichen in Deutschland gerne Geschäfte in der Schweiz tätigen, ist nichts Neues. Schon Kaiser Maximilian, seinerzeit Herrscher über das Heilige Römische Reich, beschäftigte für seine Kriege vorzugsweise Schweizer Reisläufer. Insbesondere die schwäbischen Landknechte hatten Mühe mit der eidgenössischen Konkurrenz, schließlich erdreiste sich diese vom Kaiser massive Sonderrechte und Privilegien. Die vom Adel beeinflussten Schwaben schimpften die republikanisch gesinnten Eidgenossen, auf deren bäuerliche Herkunft anspielend, abschätzig Kuhschweizer. Diese konterten lapidar mit Sauschwaben. Der ökonomische Konflikt zwischen den beiden Parteien spitzte sich zu und war mit ein Grund für den 1499 ausgetragenen Schwabenkrieg.

Auch heute werden wieder die Messer gewetzt. Persönlichkeiten beider Länder bedienen sich einer aggressiven Kriegsrhetorik, in der Schweiz werden internationale Haftbefehle gegen deutsche Steuerfahnder erlassen und deutsche Behörden kaufen rechtlich umstrittene Steuer CDs. Bei THEEUROPEAN belassen wir es bei Worten. In der Abstimmungswoche geben wir dieses noch einmal gewichtigen Stimmen aus der Schweiz und Deutschland.

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