Das ist nun mal die Frage des Glaubens und daran kann man auch nichts ändern. Manne Dumke

Hintergrund

Emanzipier mich

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E. L. James’ Sadomaso-Softporno-Fantasie Shades of Grey bricht alle Verkaufsrekorde – und erfreut sich besonders bei Frauen großer Beliebtheit. Ist die weibliche Emanzipation gefährdet?

Hintergrund

Eine junge, willige Frau. Ein reicher, gut aussehender und erfahrener Mann. Absolute Hingabe, Sex und Erotik. Klingt nach einem potenziellen Bestseller? Ist auch einer.

„Shades of Grey – Geheimes Verlangen“ heißt der erste Teil der Trilogie von E. L. James, der jetzt auf Deutsch erschienen ist. Die Geschichte lässt sich schnell zusammenfassen: Anastasia, 21, Literaturstudentin und in Liebesdingen vollkommen unerfahren, trifft ihn: Mr. Grey. Der sieht nicht nur unfassbar gut aus, sondern ist auch noch Millionär und hat es in Sachen Sex so richtig drauf. Dabei steht der geheimnisvolle Mr. Grey natürlich nicht auf das Standardrepertoire, sondern auf alle Spielarten des BDSM (Bondage & Discipline, Dominance & Submission, Sadism & Masochism), kurz Sadomasochismus (SM) genannt. Anastasia unterschreibt einen Vertrag und unterwirft sich ihrem Christian Grey, er kann vollkommen über sie verfügen. Romantische Liebe gibt es im Grey-Universum nicht, die Beziehung der beiden Protagonisten ist rein sexueller Natur und genau definiert.

Seit seinem Erscheinen bricht das Buch Verkaufsrekorde und hat sogar „Harry Potter“ als am schnellsten verkauftes Taschenbuch abgelöst. Die Filmrechte sind auch schon verkauft. Ein erstaunlicher Erfolg für eine britische Autorin mittleren Alters, die vorher im Internet vorwiegend Fan Fiction schrieb (z.B. explizite Szenen zwischen Bella und Edward, den Hauptfiguren der „Twilight“-Saga). „Mommy Porn“ nennen Kritiker das – und verkennen, dass insbesondere junge Mädchen und Frauen sich begeistert auf die Geschichte der naiven Anastasia und des dominanten Mr. Grey stürzen.

Was sagt das über die heutigen Frauen aus? Die, so liest man im „Stern“, sehnen sich jetzt nämlich nach Unterwerfung – schließlich haben sie alles erreicht, sind den Männern gleichgestellt. Zwischen Topjob und Kindern möchten sie sich mal fallen lassen und die Kontrolle abgeben. Ist die weibliche Emanzipation also gefährdet, weil Unterwerfungsfantasien à la „Shades of Grey“ ein Armutszeugnis für den Feminismus und seine Errungenschaften sind? Oder, im Gegenteil: Tut es der Emanzipation gut, wenn Frauen zu ihren Bedürfnissen stehen und auch mal (wieder) die Schwachen sein wollen dürfen? Eines ist klar: Diese Debatte ist nicht nur schwarz oder weiß – sondern eben grau.

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„Shades of Grey“ und Feminismus

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Verschmelzung von Hirn und Vagina

Das Buch Shades of Grey ist nicht der Untergang des Feminismus, auch wenn es auf den ersten Blick so scheinen mag. Tatsächlich verfügt die Hauptfigur über eine Menge Macht und zögert nicht, diese einzusetzen.

Nach der Lektüre von Shades of Grey

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Geheimnisse brauchen einen Namen

„Shades of Grey“ ist nicht Ausdruck großer Kultur. Aber das Buch ist ein perfekter Spiegel unserer Gesellschaft.

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Autorin

Melissa Febos
17.08.2012

Shades of Grey ist langweiliger Frauenporno

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Auf der Flucht mit dem Prinz

„Shades of Grey“ bietet zwar ein wenig Eskapismus, dafür aber auch veraltete Rollenvorstellungen. Trotzdem könnte das als „Frauenporno“ beworbene Buch positive Effekte haben.

Das Schock-Moment von Shades of Grey

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Überstunden in Lack und Leder

Shades of Grey schockt nicht mehr – dafür hat bereits Charlotte Roche mit ihren Romanen gesorgt. Selbst Alice Schwarzer bleibt entspannt. Viel spannender ist doch, welche erotischen Ergüsse als Nächstes kommen.

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Autorin

Alissia Passia
09.08.2012

Shades of Grey als klassische Frauenliteratur

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Nicht zur Nachahmung empfohlen

„Shades of Grey“ wird in der SM-Szene zwar gelesen, aber es gibt bessere Bücher zum Thema. Neulinge sollten das Buch allerdings auf keinen Fall als Anleitung zum Nachspielen verwenden.

Shades of Grey und neosexuelle Revolution

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Auf die Knie, Männer

Sexuell völlig frei, sehnen sich die Protagonisten in „Shades of Grey“ letztendlich doch nach Liebe und Vertrauen. Die weibliche Emanzipation gefährdet das nicht, dafür sind jetzt die Männer gefragt.

 
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