Ich würde all meine Technologie für einen Nachmittag mit Sokrates eintauschen. Steve Jobs

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Ach, Barack!

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Change! Das war das Versprechen, das Barack Obama bei seinem Amtsantritt gegeben hatte. Doch bei den Zwischenwahlen haben die Republikaner die Mehrheit im Repräsentantenhaus übernommen. Obama ist auf dem Boden der politischen Realität angekommen.

Hintergrund

Seine Wahl sprengte alle Dimensionen: Barack Obama, der erste schwarze Präsident der Vereinigten Staaten, begeisterte ein ganzes Land und ließ die Welt an ein besseres Amerika glauben. Sein Wahlkampfslogan “Yes we can” faszinierte vor allem viele junge Wähler – der politische Wandel schien möglich zu sein.

Ein Jahr danach: Die USA haben sich noch nicht von der größten Wirtschaftskrise seit der Großen Depression erholt, trotz eines 800 Milliarden Dollar schweren Konjunkturpakets. Die steigende Arbeitslosigkeit – 9,8 Prozent im September – erschwert eine Erholung. Die Reform des Gesundheitssystems spaltet das Land, im Sommer drohte sie gar zu scheitern, als konservative Aktivisten Sturm liefen gegen die Pläne Obamas. Auch in den Reihen seiner Unterstützer rumort es, da einige Wahlkampfversprechen bislang nicht eingelöst wurden.

In Afghanistan fällt es den Amerikanern und ihren Verbündeten zunehmend schwerer, die Angriffe der Taliban abzuwehren – in Washington streitet man seit Wochen über eine neue Strategie. Mit seiner Rede in Kairo an die muslimische Welt und in Prag über seine Vision einer Welt ohne Atomwaffen konnte Obama zwar international punkten, etwas Konkretes vorzuweisen hat er noch nicht. Dafür hat er bereits die höchste internationale Auszeichnung erhalten: den Friedensnobelpreis. Weniger Auszeichnung für geleistete Taten, eher eine Ermutigung, den angekündigten Weg in der Außenpolitik weiter zu gehen. Sich für mehr Dialog und Verhandlungen zwischen den Nationen einzusetzen.

Es geht nur schleppend voran mit dem angekündigten Wandel. In der eigenen Bevölkerung ist von der anfänglichen Euphorie über Obama nicht viel übrig geblieben. Hatte er bei seiner Amtseinführung laut Umfragen knapp 70 Prozent Zustimmung in der Bevölkerung, sind es heute nur noch 50 Prozent. Und auch diese Zahl dürfte das Weiße Haus nachdenklich werden lassen: Eine Mehrheit der Amerikaner sieht das Land inzwischen wieder auf dem falschen Kurs.

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Zwischenwahlen in den USA

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Journalist

Tobias Betz
07.01.2010
 
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