Ich rede am liebsten mit Kindern; denn von ihnen darf man doch hoffen, dass sie einmal Vernunft-Wesen werden. Søren Kierkegaard

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Grüne Reifeprüfung

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Zwei Drittel der iranischen Bevölkerung sind jünger als 30 Jahre. Immer wieder kämpfen sie für mehr Freiheit, mehr Demokratie und bessere Chancen. Doch das Regime in Teheran zerschlägt die Jugendbewegung mit eiserner Härte. Lange geht das nicht mehr gut. Denn dank moderner Kommunikationsmittel wird die Jugend immer mächtiger.

Hintergrund

1999 kam es zum Aufstand der Jugend. Damals waren es Studenten an den Universitäten, die politische Reformen forderten. Sie scheiterten, die “Revolution der Kinder” in Iran blieb aus. Zehn Jahre später tobt in Iran erneut ein Machtkampf um die Zukunft des Landes. Wieder sind es vor allem die jungen Iraner, die nach politischem Wandel rufen. Mehr Freiheiten im Alltag, Demokratie, aber auch dringend benötigte Arbeitsplätze, all das wünschen sie sich und gehen dafür auf die Straße. Ihre Stimme ist nicht zu überhören. Schließlich machen die unter 30-Jährigen zwei Drittel der iranischen Bevölkerung aus.

Viele von ihnen leben in den Städten und sind gut ausgebildet. Eine echte Perspektive für ein gutes Leben und einen sicheren Arbeitsplatz haben sie nicht. Die Jugendarbeitslosigkeit ist über die Jahre gestiegen, heute beträgt sie 25 Prozent. Wer eine gute Ausbildung hat, versucht im Ausland einen Job zu finden. In Iran wartet er im Durchschnitt fast drei Jahre auf seinen ersten Arbeitsplatz.

Der Wunsch nach Wandel

Ein Weiter-so wollen sie nicht akzeptieren, deshalb erheben sie ihre Stimme gegen den Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad, gegen das konservative Establishment der Islamischen Republik Iran. Im Wahlkampf unterstützten viele den gemäßigten Präsidentschaftskandidaten Hossein Mussawi. Er versprach den ersehnten politischen Wandel und wurde so zum Hoffnungsträger der iranischen Jugend. Sie kamen in Scharen zu seinen Auftritten, nutzten die modernen Kommunikationsmittel des Internets, um sich zu organisieren und Wähler zu mobilisieren, die grüne Fahne wurde zu ihrem Symbol.

Doch das konservative Establishment wehrt sich. Ajatollah Ali Chamenei, der religiöse Führer, verteidigte das umstrittene Wahlergebnis vom 12. Juni und forderte ein Ende der Demonstrationen. Mit eiserner Härte versucht das Regime seitdem, dies auch durchzusetzen: Einschüchterungen, Verhaftungen, Gewalt gegen Demonstranten – die Bilder der toten Iranerin Neda gingen um die Welt. Ausländische Journalisten durften nicht darüber berichten, nur über YouTube, Twitter und Facebook erfuhr die internationale Öffentlichkeit, was im Iran seit der Wahl vor sich geht.

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