Horst Köhler tritt zurück – erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik legt ein Bundespräsident sein Amt nieder. Köhler beschäftigte die Medien wie kein Präsident vor ihm. Immer wieder geriet er in die Kritik. Jetzt wurden Köhler die umstrittenen Äußerungen zum Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr zum Verhängnis.
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Angela Merkel wird nach Horst Köhlers Rücktritt im Amt bleiben und das tun, was sie am besten kann: ihre Macht erhalten. Die Union und die FDP werden mit einem starken Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten die Chance für einen schwarz-gelben Neustart nutzen.
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Auf die Versteinerung der Parteien folgt nun deren Zerbröseln. Die Rücktritte von Köhler, Koch & Co. zeugen von dem Fehlen realistischer Handlungsperspektiven und klarer Strategien. Die politische Elite Deutschlands wird kaum die nötigen Kräfte mobilisieren können.
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Die Diskussion über eine “für unsere Nation wichtige und schwierige Frage” wollte Horst Köhler anstoßen – doch mit seinem Rücktritt macht er gerade diese Debatte noch schwieriger.
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Der Rücktritt Horst Köhlers kommt zum ungünstigsten Zeitpunkt für die politische Elite in Berlin. Am Höhepunkt der Parteienverdrossenheit tritt der beim Volk beliebte Köhler zurück. Das wird auf alle Parteien zurückschlagen. Eng wird es jetzt vor allem für die Kanzlerin.
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Die Deutschen lieben Horst Köhler in seiner Rolle als Anti-Politiker. Sein Einfluss auf die politische Klasse tendiert allerdings gegen null. Noch vier Jahre ist Köhler im Amt, für Regierung und Opposition verschwindet er bereits jetzt in der Bedeutungslosigkeit.
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In der Debatte um den Bundespräsidenten bricht Ex-Bundesfinanzminister Theo Waigel eine Lanze für seinen alten Weggefährten Horst Köhler: Die Parteipolitiker in Deutschland seien ihm bei seinen Visionen leider nicht gefolgt. Besonders lobt er dessen Unabhängigkeit und seine Solidarität mit Schwächeren.