Künstler sein ist ein brotloser Beruf! Außer man heißt Jonathan Meese, Damian Hirst oder Georg Baselitz. Schafft man es, aus Zufall oder Talent, in die oberen Riegen der kontemporären Künstler, lebt es sich wie ein Popstar. Plötzlich sind eingelegte Haie oder in Filz gewickeltes Fett Millionen wert. Doch wie rechtfertigen sich Millionenpreise in der Kunst? Und wie soll der Laie Kunst von Trash unterscheiden lernen?
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Die 7. Berlin Biennale wollte gerne politisch sein – statt einer klaren Agenda aber präsentiert man quasi-religiöse Exponate und umarmt Aktivisten von außen im eigenen Haus. Der so propagierte Glaube an „Substanz“ ist vor allem eins: sehr katholisch.
Kultur entstand aus dem Kultus. Doch scheint in der Kunst der Kult um das Geld den Kult um einen Gott ersetzt zu haben. Kunst für den kirchlichen Raum lässt ein Bild dorthin zurückkehren, wo es hergekommen ist. Es erhält für den Betrachter wieder eine echte Relevanz, hinter der der Künstler zurücktritt. Es wird wieder Teil seines Lebens. Ein Dialog beginnt.
Was wirklich zählt, will man einem Kunstwerk einen bestimmten Wert zuschreiben, ist dessen künstlerische Qualität. Jedoch muss die Kunst auch in ihrem Kontext gesehen werden, um eine solche Einschätzung vornehmen zu können. Kunst darf unterschiedliche Gefühle hervorrufen. Sie darf unansehnlich sein, ja selbst schockieren. Aber sie darf auch schön sein, wohltun und begeistern. Solange die Gefühle der Kunst wegen geweckt werden und nicht aus einem Mythos, aus einem Hype heraus.
Auf 20.000 Dollar wurde "La Bella Principessa" in den 80er-Jahren geschätzt. "19. Jahrhundert, deutsche Schule", mutmaßte Christie's. Nun, drei Jahrzehnte später, weiß man, es handelt sich um einen da Vinci. Sofort steigt der Schätzpreis auf sagenhafte 150 Millionen Dollar. Das Bild bleibt das Gleiche – gleich alt, gleich schön. Diese Schönheit war der Grund, aus dem der Sammler Peter Silverman das Werk vor zwei Jahren kaufte. – Eine Passion, unabhängig vom monetären Wert oder der Zuschreibung.
Kunst ist Freude, nicht Investition. Dennoch ist interessant, wie sich die Preise auf dem Kunstmarkt in den letzten Jahren entwickelt haben. Wer und was ist dafür verantwortlich? Wer hat diesen Hype gestartet und wer profitiert davon? Für Außenstehende sind die Entwicklungen nicht immer nachvollziehbar, denn der Künstler und das Kunstsystem sind es, die ein Werk zum Kunstwerk machen - gehört man nicht zu den Eingeweihten, lassen sich viele Kunstwerke nicht verstehen. Kunst ist es dennoch!
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Immer häufiger suchen Kunstwerke den billigen Ekel. Kunst aber langweilt, wenn sie nur am Effekt interessiert ist. Die Kunst muss vor den Etikettenschwindlern geschützt werden.