Was man mit Gewalt gewinnt, kann man nur mit Gewalt behalten. Mahatma Gandhi

Hintergrund

Wir sind das Volk - immer noch!

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Der Mauerfall war ein Sieg der Freiheit. Die friedliche Revolution von damals ist eines der beeindruckensten Ereignisse der deutschen Geschichte. Trotzdem ist der Begriff Wiedervereinigung nicht zwangsläufig positiv besetzt.

Hintergrund

Es begann mit einer Massenflucht. Am 2. Mai 1989 bauen ungarische Grenzsoldaten den Stacheldrahtzaun zu Österreich ab, DDR-Bürger fliehen scharenweise in den Westen. Ende September besetzen mehr als 10.000 Menschen in die Botschaft der Bundesrepublik in Prag, um ihre Ausreise zu erzwingen. In Leipzig versammeln sich Oppositionelle und Ausreisewillige im Anschluss an die Friedensgebete zur “Montagsdemonstration“.

Kurz nach dem 40. Jahrestag der DDR am 7. Oktober tritt Staatsoberhaupt Erich Honecker “aus gesundheitlichen Gründen” zurück. Am 4. November demonstrieren eine Million Menschen auf dem Berliner Alexanderplatz. Am 9. November 1989 gibt Günter Schabowski, Mitglied des SED-Politbüros, die neue Reiseregelung bekannt: alle Einschränkungen bei Anträgen auf eine ständige Ausreise sollen wegfallen. Auf Nachfrage eines Journalisten, wann die Regelung in Kraft treten soll, sagt Schabowski: “Das tritt nach meiner Kenntnis… ist das sofort, unverzüglich.“

Nach 40 Jahren Abschottung nutzen die Menschen ihre neue Freiheit: In kilometerlangen Schlangen rollen Trabis über die Grenzübergänge nach Westen. Es kommt zu volksfestartigen Feiern. Das politische System Ostdeutschlands bricht zusammen: am 3. Dezember tritt wegen anhaltender Proteste das gesamte Zentralkomitee und das Politbüro der SED zurück.

Bereits am 28. November 1989 hatte Helmut Kohl dem Deutschen Bundestag einen Zehn-Punkte-Plan für die Vereinigung von Ost- und Westdeutschland vorgelegt. Es gibt Stimmen, die vor den Konsequenzen einer vorschnellen Währungsunion warnen. Doch mit der Unterschrift des Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker wird am 25. September 1990 die Vereinigung von Ost- und Westdeutschland besiegelt. Unterzeichner des Einigungsvertrags sind die westdeutsche Regierung Helmut Kohls und die neue DDR-Führung, bestehend aus einer großen Koalition unter der Führung von Lothar de Maizière. Am 3. Oktober 1990 um Mitternacht wird der Beitritt der DDR zum Geltungsbereich des Grundgesetzes wirksam.

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