Ehe jetzt einer im 20. Stock sitzt und den ganzen Tag nur fernsieht, bin ich schon fast erleichtert, wenn er ein bisschen schwarz arbeitet. Thilo Sarrazin

Hintergrund

Wie wir lernten, die Bombe zu hassen

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Die Bombe ist ein fast schon mythisches Machtsymbol im 20. und 21. Jahrhundert. Kein Wunder, dass der Westen alles dafür tut, seinen exklusiven Besitz zu verteidigen. Abrüstung stockt, zivile Nutzung ist umstritten, Proliferation droht.

Hintergrund

Iran arbeitet an der Atombombe und verkauft es der Welt als Programm zur zivilen Nutzung der Atomenergie. Da das eine von dem anderen nur schwer zu unterscheiden ist, hat Mohammed ElBaradei, ehemaliger Vorsitzender der Atomenergiebehörde IAEO, die Atomstromerzeugung nicht umsonst als „Achillesferse der Proliferation“ bezeichnet.

In 14 Ländern der Welt wird derzeit an insgesamt 60 neuen Atomkraftwerken gebaut. Diese Reaktoren benötigen niedrig angereichertes Uran (Low-Enriched Uranium, LEU), dessen Anteil am Isotop U-235 nicht ausreicht, um eine Bombe zu bauen. Sorgen bereitet hingegen hoch angereichertes Uran (HEU), welches in Forschungsinstituten verwendet und teilweise in Lagern vorrätig gehalten wird. Dieses bombenfähige Material bereitet den Sicherheitsexperten schlaflose Nächte. Denn ob die IAEO in der Lage ist, die Verteilung und Proliferation zu überwachen, ist zumindest strittig.

Abrüstung hilft gegen Proliferation

Ohne Abrüstung wird sich die Proliferation von waffenfähigem Material kaum eindämmen lassen. Russland und die USA haben sich Mitte 2010 auch deshalb auf einen neuen Vertrag zur Reduzierung und Begrenzung strategischer Atomwaffen geeinigt (New Strategic Arms Reduction Treaty, START). Doch die Ziele des Vertrags werden bislang nicht erreicht, so haben die USA bislang nur zehn Sprengköpfe außer Dienst gestellt und Russland sogar neue Sprengköpfe hergestellt. Es gibt nun mehr, statt weniger Atomwaffen auf der Welt.

Atomenergie und Atomwaffen können beide einen Beitrag zur nationalen und internationalen Sicherheit beisteuern. Aber Kernreaktoren in politisch unstabilen Ländern bedeuten eine Gefahr, die der Westen nicht tolerieren wird. Neue Konflikte sind vorprogrammiert.

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