Das einzige Tier bei uns zu Hause bin ich. Oliver Kahn

Hintergrund

Entwicklungs-Verwicklung

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Seit Jahrzehnten pumpen die Industriestaaten Geld in bedürftige Länder. Scheinbar ohne jeden Erfolg. Auch Haiti erlebte nach dem Beben eine Flut von internationalen Zuwendungen. Jetzt, sechs Monate nach der verheerenden Katastrophe, hat sich nur wenig verändert. Wird nur geholfen, wenn Kameras die noblen Gesten um die Welt senden?

Hintergrund

Es gibt einen Spruch, der das Dilemma der Entwicklungshilfe sehr gut auf den Punkt bringt: “Gib einem Mann einen Fisch und er wird seinen Hunger für einen Tag stillen können, bring ihm das Fischen bei und er wird nie wieder hungrig sein.” Seit den 50er-Jahren wurden etwa 3 Billionen Dollar von den Industrienationen für Entwicklungshilfe ausgegeben. Doch noch immer leben von den 90 Millionen Afrikanern rund die Hälfte von ein paar Dollar am Tag, ohne Strom, ohne Infrastruktur, ohne fließend Wasser. Was läuft da eigentlich falsch? Die Kritik an Entwicklungszusammenarbeit, wie es ja modernerweise heißt, nahm in den vergangenen Jahren zu. Nicht nur von den Industriestaaten selbst, auch von afrikanischer Seite hieß es: Entwicklungshilfe hilft nicht, sie treibt den Kontinent nur noch mehr in die Armut.

Dabei hat sich die Entwicklungshilfe ja schon umorientiert: von einer reinen Spendenkultur hin zur Hilfe zur Selbsthilfe. Doch offensichtlich reichte es nicht, viele Männer zu Fischern zu machen, um im obigen Bild zu bleiben, wenn der Rest der Welt schon lange Fleisch isst.

Wie aber kann Entwicklungsländern geholfen werden? Die Ideen reichen von totalem Rückzug à la jeder ist seines Glückes Schmied bis zu einigermaßen neuen Ansätzen wie den Millenniumszielen, die mithilfe von sogenannter “good governance” Schuldenerlass und Projektgelder der Industrienationen an bestimmte politische Anforderungen der Nehmerländer knüpfen. Andere wiederum setzen auf mikrowirtschaftliche Hilfe, wie Kleinstkredite an Händler. Diese Mikrokredite sorgen nachweisbar für punktuelle ökonomische Aufschwünge. Oder sind doch Spenden immer noch der richtige Weg? Vielleicht gibt es nicht nur eine Lösung für diese Frage, gut ist aber, dass über Entwicklungshilfe vermehrt nachgedacht wird und diese Gedanken nicht nur aus der westlichen Welt kommen.

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