Mein Verhältnis zur französischen Sprache ähnelt dem zu meiner Frau. Ich liebe sie, aber ich beherrsche sie nicht. Hans-Dietrich Genscher

Hintergrund

Dicke Luft

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Dass der Klimawandel real ist und dass es ihn zu bekämpfen gilt, wird mittlerweile kaum noch bestritten. Am politischen Tauziehen hinter den Kulissen hat sich dadurch nichts geändert. Welche Interessenkollisionen bestehen innerhalb der Staatengemeinschaft und ist echter Konsens überhaupt denkbar?

Hintergrund

Die 17. Weltklimakonferenz im südafrikanischen Durban ist die letzte Gelegenheit, einen Nachfolger für das 2012 ablaufende Kyoto-Protokoll zu vereinbaren. Die Zielsetzung des Gipfels ist deshalb wenig überraschend: Wie in Kopenhagen (2009) und Cancun (2010) geht es darum, ein verbindliches globales Klima-Abkommen zu vereinbaren.

Allerdings glauben Beobachter derzeit nicht an eine überraschende Einigung oder wenigstens konkrete Zusagen und Zeitpläne. Seit Jahren plätschern die Verhandlungen vor sich hin, ohne zu nennenswerten Ergebnissen zu kommen. Denn noch immer verfolgen die wichtigsten Staaten ihre eigenen politischen und wirtschaftlichen Ziele mit oberster Priorität – das Klima steht hintenan.

Keine Bereitschaft zum Konsens

Auch deshalb steht 2012 die internationale Klimapolitik der Vereinten Nationen auf dem Spiel. Das Vertrauen in deren Kapazität zum Aushandeln eines Kompromisses sinkt mit jedem erfolglos endenden Gipfel.

Unbestritten ist, dass die Industrienationen für 80 Prozent der CO2-Emissionen verantwortlich sind. Allein auf das Konto der USA gehen ein Fünftel der Abgase, weshalb die größte Wirtschaftsmacht der Erde auch nicht gewillt ist, die gewaltigen Kosten einer Anpassung zu bezahlen. Das wiederum wäre aber Voraussetzung für die ebenfalls großen Emittenten Japan, Russland und Kanada, an einem neuen Abkommen teilzunehmen.

Nicht zu Unrecht befürworten deshalb die Schwellenländer China, Indien, Brasilien und Südafrika die Übernahme der Hauptverantwortung für den Kampf gegen den Klimawandel durch die großen Industrienationen. Dabei sind es ironischerweise gerade jene besonders prosperierenden Volkswirtschaften, die für den starken Zuwachs an CO2 in der Atmosphäre verantwortlich sind.

Koordinierte Klima-Politik ist bitter notwendig

Um dem Dilemma zu begegnen, fordert die Europäische Union (gemeinsam mit Australien, Norwegen und der Schweiz) die Aushandlung eines verbindlichen Weltklimavertrags bis 2015.

Klima-Experten schätzen jedoch, dass in Durban lediglich die Finanzierung des bereits 2010 vereinbarten Green Climate Fund ein realistisches Ziel ist. Der Fonds hat die Aufgabe, Entwicklungsländer bei der Reduktion ihrer Treibhausgase sowie der Anpassung an den Klimawandel zu unterstützen.

Angesichts der exponentiell steigenden Emissionen und einem nahezu gescheiterten Kyoto-Protokoll ist eine sinnvolle Klimapolitik bitter notwendig. Der Planet muss für die künftigen Generationen vor dem Klimawandel geschützt werden. Sollte sich die Erwärmung bis 2100 ungebremst fortsetzen, würden die Temperatur um bis zu 6 Grad und der Meeresspiegel um bis zu 90 cm steigen. Allein um den Wärmeanstieg auf 2 Grad zu begrenzen, müssten die weltweiten Emissionen um 50 Prozent reduziert werden.

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