Jede Demokratie, die ihre Konflikte nicht austrägt, hört auf, demokratisch zu sein. Günter Grass

Hintergrund

Der Hundert-Milliarden-Dollar-Mann

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Große Internet-Firmen wie Facebook, Twitter, Foursquare und Groupon werden von Investoren hoch gelobt. Reale Werte bieten sie oftmals nicht, ihre Währung ist das Mitteilungsbedürfnis der Mitglieder. Droht nach der Dot.Com-Blase der 90er Jahre ein neuer Hype?

Hintergrund

Dotcom-Blase bezeichnet das Platzen der Investitionen in Technologieunternehmen im Jahr 2000. Heutzutage werden Firmen wie Twitter, Facebook oder Groupon sehr hoch bewertet und viele Investoren befürchten einen ähnlichen Zusammenbruch wie vor zehn Jahren.

Der kostenlosen Webbrowser Mosaic machte 1993 das World Wide Web erstmals allen Menschen mit Internetanschluss zugänglich. Als Folge der neuen technologischen Errungenschaften und der Verbreitung des Internets kam es im Jahr 1995 zu zahlreichen Neugründungen von Start-Up-Unternehmen im IT-Bereich.

Obwohl es den meisten Firmen nicht gelang, schwarzen Zahlen schreiben, war die Nachfrage an der Börse hoch. Ab Mitte 1999 stieg das Kaufinteresse weiter, so dass viele Unternehmen expandieren konnten.

Mit der Zeit stellte sich heraus, dass die Unternehmen die Gewinnerwartungen der Anleger konnten. Außerdem war dem Börsenwert meistens kein materieller Gegenwert hinterlegt, da die meisten Firmen hauptsächlich aus einer Internetadresse und den Ideen ihrer Mitarbeiter bestand. Die ersten Unternehmen mussten Insolvenz anmelden und im März 2000 begannen die Kurse zu sinken. Durch die vermehrten Verkäufe brach der Markt schließlich zusammen.

Ein Beispiel ist die britische Internetfirma boo.com, die 1998 gegründet wurde mit der Idee Mode weltweit preisgünstig und versandkostenfrei zu verkaufen. Bereits 1999, kurz bevor der Onlineshop gelauncht wurde, befanden sich die Ausgaben im Millionenbereich auf Grund von teurer Werbung, neuster Internettechnik und der Expansion von Zweigstellen in andere Länder. Die wenigen Verkäufen und Kunden deckten die Kosten nicht und das Unternehmen scheiterte im Jahr 2000. Andere Firmen wie Comroad und Infomatec täuschten die Investoren vorsätzlich, um durch den Börsengang Geld zu verdienen.

Heute sind Internet-Firmen wie Facebook, Twitter, Foursquare und Groupon bei den Investoren sehr beliebt. Die Investmentbank Goldman & Sachs stieg für 1,5 Milliarden Dollar in Facebook ein.

Dadurch drängt sich die Frage auf, ob nach der Dotcom-Blase der 90er Jahre nun eine Social-Media-Blase droht: Reale Wertschöpfung bieten die Plattformen oft nicht, ihre Währung ist vor allem die Aktivität ihrer Nutzer. Dabei verdient Google Milliarden durch die Werbung mit Textanzeigen, die passend zu den Google-Ergebnissen auftauchen. Auch Facebook finanziert sich mit der Vereinfachung von Werbung. Jeder kann auf Facebook werben und damit eine spezische Zielgruppe spezifisch. Zudem ermöglicht “Facebook Ads API” großen Werbekunden die Werbung mit externen Programmen auf Facebook zu schalten und zu koordinieren. Trotz der echten Gewinne, die die Internetfirmen aufweisen, ob dieser die geschätzen Firmenwerte in Milliardenhöhe rechtfertigt.

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