Mit unseren europäischen politischen Eliten ist kein Blumentopf mehr zu gewinnen. Thomas Deichmann

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Das Kreuz mit den Türmen

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In New York fliegen wieder die Fetzen: Darf in unmittelbarer Nähe von Ground Zero eine Moschee gebaut werden? Ja, sagt Bürgermeister Bloomberg. Nein, sagen die Konservativen. Vielleicht, sagt Obama. Kann das Schweizer Modell Abhilfe schaffen? Die Eidgenossen haben über den Minarett-Neubau per Volksentscheid abgestimmt.

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Das Minarett ist das augenscheinlichste Merkmal einer Moschee, des muslimischen Gotteshauses. Von den schlanken Türmen verschiedenster Architektur tönen weltweit fünfmal täglich die Rufe des Muezzin, der die Gläubigen zum Gebet ruft. Ähnlich einer Kirchenglocke.

Entsprechend ist eine Moschee ohne Minarett wie eine Kirche ohne Kirchturm und Kreuz. Zweites kennt man aus streng islamischen Ländern wie Katar, in denen der Bau christlicher Gotteshäuser streng eingeschränkt wird.

Ein Zustand über den sich in der westlichen Welt gerne aufgeregt wird. Als rückgewandt, gegen die Religionsfreiheit und diskriminierend werden die Einschränkungen gesehen. Nun spielt sich das gleiche Szenario umgekehrt in Europa ab.

Seit dem Jahr 2006 findet vor allem in den Schweizer Gemeinden Wangen (Kanton Solothurn), Langenthal (Kanton Bern) und Wil (Kanton St. Gallen) eine Streit über den Bau von Minaretten statt.
Am 29. November 2009 wurde nun die eidgenössische Volksinitiative ‘Gegen den Bau von Minaretten’ in einer Volksabstimmung angenommen.

Auch der Moscheenbau an sich findet in der Schweiz nur wenige Befürworter, ist jedoch erlaubt. Auf den typischen Turm, das Minarett, müssen muslimische Gemeinden (knapp 310 000 Muslime leben im Alpenstaat) aber fortan verzichten.

Noch im Mai 2007 meldeten sich die Vereinigung der Islamischen Organisationen in Zürich in einem offenen Brief zu Wort. Man sei davon überzeugt, „dass die Mehrheit der Schweizer Bevölkerung solche Initiativen nicht mitträgt, werden dadurch doch erstmalig die fundamentalen Grundwerte der Religionsfreiheit ausgehöhlt.“ Solche eine Abstimmung, schade „dem Ansehen der liberalen und neutralen Schweiz, sowohl in Europa als auch in der ganzen Welt“.

Dennoch fand die Volksinitiative statt und nur 3 von 26 Kantonen lehnten sie ab. Somit stehen nun folgende Worte unumstößlich in der Schweizer Bundesverfassung: „Der Bau von Minaretten ist verboten.“ Was sagt ein solches Ergebnis über die Schweiz aus? Und über das Prinzip absoluter Demokratie? Wie würde eine ähnliche Abstimmung in Deutschland aussehen? Die Proteste gegen den Bau einer Moschee in Berlin Neukölln im Oktober 2008 zeigten, das auch in hier Vorbehalte herrschen. Außerdem stellt sich die Frage, was die Konsequenz für christliche Gemeinden im muslimischen Ausland sein wird.

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