„Mit unseren europäischen politischen Eliten ist kein Blumentopf mehr zu gewinnen.“ Thomas Deichmann
In New York fliegen wieder die Fetzen: Darf in unmittelbarer Nähe von Ground Zero eine Moschee gebaut werden? Ja, sagt Bürgermeister Bloomberg. Nein, sagen die Konservativen. Vielleicht, sagt Obama. Kann das Schweizer Modell Abhilfe schaffen? Die Eidgenossen haben über den Minarett-Neubau per Volksentscheid abgestimmt.
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Angst, Hass und Ignoranz – das sind die Worte, mit denen Muslime oftmals die Stimmung beschreiben, die ihnen im Westen entgegenschlägt. Der Islam wird verdammt und verteufelt. So wird es immer komplizierter, interkulturelle Kommunikation voranzutreiben.
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Die Frage ist nicht, ob ein islamisches Religionszentrum in Manhattan gebaut werden soll. Die Frage ist stattdessen, warum überhaupt eine Debatte in der aktuellen Form geführt wird. Denn bei Argumenten gegen den Bau schwingen immer auch islamophobe Stimmungen und irrationale Ängste mit. Mit Fakten hat das wenig zu tun.
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Amerikas Rechte bricht einen Moscheestreit vom Zaun und erstickt das Land in einer Spießigkeit, wie sie bislang nur in Europa denkbar schien.
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Eine Moschee, die es noch gar nicht gibt, spaltet die USA. Unweit des am 11. September 2001 zerstörten World Trade Centers soll ein islamisches Begegnungszentrum entstehen. Der Bau einer Moschee an derart sensibler Stätte ist erlaubt, wäre aber unklug. Er rührt an alte Wunden und wird neue schaffen – auch wegen seines zweideutigen Namens.
Wofür steht ein Minarett, und ist es ein Symbol für Glaube oder für Integration? Falsche Symbole und Werte führen in Europa, aber auch in der arabischen Welt, in die falsche Richtung, und zwar nach rechts.
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Nach der Entscheidung in der Schweiz ist es an der Zeit zu klären: Was ist islamisch und was lediglich Tradition? Eine Antwort kann nur im Dialog gefunden werden. Mit den Verbänden, aber vor allem mit Muslimen, die sich nicht vom Islam vereinnahmen lassen.