Wir brüllen beide so laut, daß wir uns über's Spielfeld unterhalten können. Oliver Kahn

Hintergrund

Die Tragödie von Nr. 193

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Stand 9. Juli 2011 ist der Südsudan ein unabhängiger Staat. Doch Öl-Streit, ethnische Spannungen und eine schwache Infrastruktur bedrohen das 193. Mitglied Staatenfamilie. Und auch die Situation in Darfur, im nördlicheren Sudan, verschärft sich. Region und Menschen kommen nicht zur Ruhe.

Hintergrund

Die Zusammenlegung von Nord- und Südsudan zum größten Flächenstaat Afrikas wurde 1947 von der nordsudanesischen Führung beschlossen – ohne Beteiligung des Südsudans. Seit 1956 ist der Sudan unabhängig von Großbritannien. Doch die mehrheitlich christlichen Südsudanesen fühlten sich durch das Gesamtgebilde Sudan mit dem muslimisch geprägten Norden nie repräsentiert. Deswegen kam es vom 1955 bis 1972 und von 1983 an zu Rebellenkämpfen für die Unabhängigkeit des Südsudans. 1983 übernahm die Sudanesische Volksbefreiungsarmee (SPLA) die Führung des Südsudans und schloss 2005 mit der sudanesischen Führung in Khartoum ein Friedensabkommen. Seitdem war der südliche Teil des Sudans eine autonome Region des Landes. Aam 9. Juli 2011 erlangte der Südsudan die Unabhängigkeit vom Sudan.

Der Südsudan verfügt über einen Großteil des Erdölvorkommens des Landes, rund 85 Prozent des sudanesischen Erdöls liegt hier, und es ist nicht geklärt, wie die Einnahmen aus dem Ölexport zwischen Norden und Süden aufgeteilt werden. Die Erdölvorräte sind von großer wirtschaftlicher Bedeutung und führen immer wieder zu Spannungen.

Besonders umstritten ist die Grenzregion Abyei zwischen Norden und Süden. Hier liegt ein Großteil der Ölreserven des Sudans. Im Friedensabkommen von 2005 wurde festgelegt, dass die Einwohner mit dem Referendum 2011 bestimmen können, ob sie zum Norden oder Süden gehören wollen. Jedoch ist aufgrund verschiedener ethnischer Gruppen nicht klar definiert, wer als Bewohner welcher Region gilt.

Die Regierung in Khartoum wirft dem Süden vor, sich auf eine erneute Konfrontation vorzubereiten. Und der Süden wirft dem Norden vor, Vorbereitungen für eine militärische Invasion zu treffen. Somit zeichnet sich die Gefahr eines erneuten Krieges ab.

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