Hollywood ist ein Ort, wo sie dir 50000 Dollar für einen Kuß und 50 Cent für deine Seele zahlen. Marilyn Monroe

Hintergrund

In der Sackgasse

Big_8e96da5b20

Wir brauchen mehr denn je eine öffentliche Integrations-Debatte, denn jeder fünfte Deutsche hat einen Migrationshintergrund.

Hintergrund

Die Frage der Integration in Deutschland ist kein rein neuzeitliches Phänomen. Am 29. Oktober 1685 erließ Friedrich Wilhelm von Brandenburg das Edikt von Potsdam, um etwa 20.000 aus Frankreich geflohenen Hugenotten einen Aufenthalt in Brandenburg-Preußen zu gewähren. Mit deren Hilfe sollten die durch den Dreißigjährigen Krieg entstandenen ökonomischen Probleme gelöst werden. 325 Jahre später wettert ein Nachkomme der Hugenotten gegen Migranten aus islamischen Ländern und behauptet, Deutschland schaffe sich ab.

Auch wenn es in den 80er-Jahren des 19. Jahrhunderts schon gezielte Anwerbung ausländischer Arbeiter gab – die sogenannten “Ruhrpolen” –, so setzte der Hauptstrom erst Mitte des 20. Jahrhunderts ein. Auf der Schwelle zum Wirtschaftswunder braucht die junge Bundesrepublik Menschen, die den ökonomischen Aufschwung unterstützen. 1955 wird das erste Anwerbeabkommen mit Italien geschlossen. Spanien, Griechenland, Türkei, Marokko, Portugal, Tunesien, Jugoslawien und andere Länder folgen. Die DDR rekrutiert derweil in sozialistischen Staaten: 1968 werden Abkommen unter anderem mit Ungarn, Polen, Algerien, Kuba, Mosambik und Vietnam geschlossen. Der einmillionste Gastarbeiter wird 1964 medienwirksam willkommen geheißen und bekommt zur Begrüßung ein Motorrad. Conny Froboess bringt Gastarbeiter 1962 sogar in den deutschen Schlagerhimmel und ganz Deutschland singt von den beiden Italienern, die so gerne wieder zu Hause wären.

Dieses Bild bleibt haften: “Sie kommen, machen ihre Arbeit und gehen wieder.” Das Kabinett Brandt erlässt 1973 den Anwerbestopp, da der durch die Ölkrise geschwächte Arbeitsmarkt mit 2,6 Millionen ausländischen Arbeitern gesättigt ist. Im darauffolgenden Jahr übersteigt die Zahl der Fortzüge die der einreisenden Menschen. 1978 wird dann der erste Beauftragte der Bundesregierung für die Integration ausländischer Arbeitnehmer und ihrer Familien berufen. Mit der Öffnung der Ostblockstaaten verändert sich die Migrationssituation in Deutschland in den 90ern, es sind nun die deutschstämmigen Spätaussiedler, die den Großteil der Einwanderer stellen. Bisheriger Höhepunkt der Zuwanderung ist mit 1.219.348 Zuzügen das Jahr 1992.

2000 wird die Staatsangehörigkeit neu geregelt. Durch das Geburtsortsprinzip haben nun in Deutschland Geborene Anspruch auf die deutsche Staatsbürgerschaft und verschwinden somit aus vielen Statistiken. Im selben Jahr findet eine heiße Debatte um Fragen von Zuwanderung und Integration statt: Kanzler Schröder startet die Greencard-Initiative, und Unionsvertreter erfinden Leitkultur und “Kinder statt Inder”.

Die Situation heute: Seit 1996 liegt der Ausländeranteil stabil bei knapp neun Prozent der Bevölkerung. Das Innenministerium geht davon aus, dass jeder fünfte in Deutschland lebende Mensch einen Migrationshintergrund hat. In den Jahren 2000 bis 2008 wurden 822.794 Menschen eingebürgert, davon der größte Teil (444.133) aus der Türkei. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer liegt derzeit bei 19,8 Jahren. Spitzenreiter im prozentualen Anteil ausländischer Mitbürger sind die drei Stadtstaaten und Hessen. In den neuen Bundesländern liegt der Anteil am niedrigsten.

Ein Schwerpunkt der aktuellen Integrationsdebatte ist das Thema Bildung. 14,1 Prozent der Deutschen mit Migrationshintergrund haben keinen Schulabschluss, die Quote der autochthonen Deutschen liegt bei 1,6 Prozent. Auf der anderen Seite haben Migranten mit 26,9 Prozent (verglichen mit 21,2 Prozent der Deutschen) allerdings auch eine höhere Rate von Fachhochschulreife oder Abitur. Die türkisch-deutsche Unternehmervereinigung schätzt, dass in Deutschland etwa 100.000 türkischstämmige Unternehmer leben, die etwa 300.000 Arbeitsplätze schaffen. Beim Zugang zum Arbeitsmarkt finden sich jedoch wieder Diskrepanzen. 12,4 Prozent der Menschen mit Migrationshintergrund sind arbeitslos, die Quote der Hartz-IV-Empfänger liegt fast doppelt so hoch wie in der Gesamtbevölkerung.

zurück

Der Jamaika-Flüsterer

Medium_c5f51e3d6f

De Maizière plädiert für muslimischen Feiertag

Thomas de Mazière, der noch amtierende Bundesinnenminister, hat sich in einer Rede in Wolfenbüttel für die Einführung muslimischer Feiertage in Deutschland gesprächsbereit gezeigt.

Hamed Abdel-Samads Botschaft

Medium_941277639b

Eine Botschaft an junge Muslime in Europa

Hamed Abdel-Samad richtet eine starke Botschaft an junge Muslime in Europa, über Asyl, Radikalisierung und Terror.

Einwanderung und Sozialstaat schließen sich aus

Medium_3e518352fc

Alle Flüchtlinge nach Europa holen kann nicht die Lösung sein

In der Debatte um die Seenotretter auf dem Mittelmeer zeigt sich: Das Gegenteil von 'Gut' ist häufig 'Gut gemeint'. Die Rettungsaktionen bewegen sich am Rand der Legalität und verschärfen - unabsichtlich - das Problem von Migration und Schlepperwesen eher noch.

Politik übernimmt nichts gegen illegale Einreisen

Medium_2471629957

Die Zahl illegaler Migranten steigt steil an

Dank fleißiger Schlepper-Hilfe unserer Gutmenschen-NGOs, die sich selbst gern als „Retter“ sehen, ist die Aufnahmekapazität Italiens bereits überschritten. Der Druck ist so groß geworden, dass die italienische Staatsanwaltschaft sogar Ermittlungen gegen die „Retter“ von „Jugend rettet“ und „Ärzte ohne Grenzen“ aufgenommen hat.

Krawall und sexuelle Übergriffe durch Migranten

Medium_82342f532b

Schorndorf erlebt seine Kölner Silvesternacht

Auf einem Sommer-Volksfest in Schorndorf hat es am Wochenende schwere Krawalle und sexuelle Übergriffe gegeben. Etwa 1000 junge Männer wurden aggressiv - auch die Polizei geriet in Not.

Autorin Zamadani ist gegen zu viel Toleranz

Medium_4709169d80

Der Islam gehört nicht zu Deutschland

Die ehemalige Femen-Aktivistin Zana Ramadani ist in einer muslimischen Familie aufgewachsen. Jetzt warnt sie mit ihrem Buch "Die verschleierte Gefahr", dass immer mehr junge Muslime sich radikalisieren, weil sie von ihren Müttern dazu erzogen werden. Deutschland müsse dringend mit falscher Toleranz aufhören. Das Buch wird zum Bestseller, weil es unangenehme Wahrheiten offen anspricht.

Medium_b6d0626984

Redaktion

The European
11.06.2017
 
meistgelesen / meistkommentiert