Kein anderes Thema bewegt die Gemüter zurzeit so wie die Schweinegrippe. Elf deutsche Tote hat sie bisher gefordert, wie viele Menschen sie schon durchgemacht haben oder zurzeit infiziert sind, ist ungewiss. Die Verunsicherung ist groß. Sollten wir uns alle impfen lassen? Oder reicht bloßes Händewaschen?
Die momentane weltweite Ausbreitung der Schweinegrippe ist – eben wegen ihrer globalen Verbreitung – eine Pandemie, wie sie Virologen schon eine Weile vorausgesehen haben. Dafür gibt es Pläne, entwickelt von der Weltgesundheitsorganisation, die die Ansteckung zwar nicht verhindern, aber doch eindämmen sollen. In erster Linie soll die Weltbevölkerung aber vor einer Mutation der Viren geschützt werden, die zu einem schweren, wenn nicht tödlichen Verlauf führen könnte. Daher die Impfaktionen gegen die Schweinegrippe, die übrigens schon lange nichts mehr mit Schweinen zu tun hat.
Im Gegensatz zur Vogelgrippe, die vor ein paar Jahren für Aufregung sorgte und deren Übertragungsweg von Vogel zu Mensch verlief, wird die Schweinegrippe von Mensch zu Mensch übertragen. Einem Schwein muss man dabei nicht mehr begegnen. Im Gegenteil, Schwein gehabt hat offenbar der, der sich nicht ansteckt. Obwohl das ein paar Jugendliche im Frühherbst dieses Jahres anders sahen und sich zu regelrechten Schweinegrippepartys verabredet hatten. Der Plan dahinter: Wer sich im Frühstadium der Grippewelle ansteckt und die Krankheit durchläuft, erwischt noch eine milde Form und versorgt sich auf diesem Wege selbst mit Antikörpern. Knutschen statt impfen sozusagen.
Das Robert-Koch-Institut warnte allerdings eindringlich vor dieser Form des Selbstschutzes: Grippeviren neigen dazu, sich zu verändern. Eine Immunität gegen die zurzeit noch mild verlaufende Schweinegrippe garantiert keinesfalls einen Schutz vor einem vielleicht besser an den Menschen angepassten Virus. Außerdem verläuft die Schweinegrippe, zumindest in den USA, gerade bei jungen Leuten oftmals schwer. Was also ist zu tun? Was raten Experten? Unsere Debatte stellt die gängigsten Meinungen vor.