Bündnis 90/Die Grünen gehörten ebenso wie die anderen großen Parteien, sieht man einmal von der Sozialdemokratie ab, zu den Gewinnern der vergangenen Bundestagswahl: 10,7 Prozent. Das waren nicht nur 2,6 Prozent mehr Stimmenanteil als bei der letzten Wahl, sondern auch das beste Ergebnis der Partei bei einer Bundestagswahl überhaupt. Doch so glücklich das Ergebnis die Spitze und Basis auch stimmte, die Gesamtverteilung der Stimmen zeigte deutlich, dass wenn sie einmal wieder an die Macht wollten, es dazu eine dritte Kraft braucht. Ein Schulterschluss mit der
SPD allein reicht nicht mehr aus. Nur wer könnte der neue Partner sein?
Die Linke: Für viele Grüne ist das genauso immer noch ein Tabuthema wie für viele Sozialdemokraten. Die Geister scheiden sich bei der Frage des Alters. Tendenziell sagen die Älteren einer Koalition mit den alten DDR-Kadern eher ab als die Jungen. Aber auch das lässt sich so pauschal nicht sagen. Lieb ist die Linke keinem Grünen. Weder jung noch alt, weder Sponti noch Realo. Das liegt auch an der noch gemeinsamen Wählerklientel. Die Angst ist groß, dass linke Grüne in Versuchung kommen und sich bei Gysi und Co. ein Zuhause suchen.
Die Möglichkeit dessen ist gegeben, denn die Grünen, das ist kein Geheimnis mehr, sind eine Partei der Besserverdienenden. Bio-Supermärkte sind teuer. Grün sein muss man sich leisten können. Allzu offen will man das aber nicht zur Schau tragen, weshalb man auch eine Koalition mit der FDP auf Bundesebene ablehnt. Dass Grün-Gelb möglich ist, zeigt das Saarland. Dort gibt es bald die erste Jamaika-Koalition mit der CDU als vorderster Kraft.
Pizza? Mitte der 90er-Jahre trafen sich einige CDU- und Grünen-Politiker wie der heutige Bundesumweltminister Norbert Röttgen und der Parlamentarische Grünen-Geschäftsführer Volker Beck regelmäßig zum Austausch bei einem Italiener in Bonn. Schwarz-Grün auf Bundesebene scheint jedoch noch schwieriger als Grün-Gelb-Schwarz oder -Rot. Dass es aber geht, zeigt Hamburg. Dort funktioniert die Pizza-Connection seit Februar 2008. Optionen gibt es für die Grünen. Welche man wählt, hängt davon ab, ob die SPD wieder stark wird oder nicht.
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