Erst die eilige Klausur in Meseberg, dann Ärger um die Steuerpläne der FDP, jetzt offener Richtungsstreit. Das Projekt Schwarz-Gelb läuft alles andere als reibungslos und auch die Kanzlerin steht trotz Teflon-Politik am Pranger.
Angela Merkel drückt sich nicht vor der Auseinandersetzung mit Kritikern, sie wartet lediglich auf den richtigen Zeitpunkt. Ihre Gegner stellt sie damit bloß und als Nächsten wird es Guido Westerwelle und seine FDP erwischen.
Angela Merkel verfolgt einen ganz eigenen Weg, wenn es darum geht, sich ihren Angreifern zu entziehen. Taktisches Kalkül und Starrsinn werden dafür sorgen, dass die Kritiker am Ende verstummen.
Wenige Monate nach dem Start der Koalition muss Kanzlerin Angela Merkel gegen die Ängste der Parteichefs eine klare Linie erzwingen. FDP-Chef Westerwelle befürchtet Gesichts-, CSU-Chef Seehofer Bedeutungsverlust. Ein Debakel bahnt sich an.
Bei der Klausur im brandenburgischen Meseberg versuchte die Bundesregierung in den letzten beiden Tagen, gute Stimmung zu verbreiten und den schwarz-gelben Fehlstart vergessen zu machen. Doch mit einem Prima-Klima-Ausflug und Kennenlern-Abend lassen sich die enormen Anlaufschwierigkeiten der neuen Regierung nicht aus dem Weg schaffen.
Schwarz-Gelb ist nicht mehr als ein Rückfall in die Bonner Republik, ein Projekt der guten alten Bundesrepublik und ein Signum des Übergangs. Der Sieg des alten bürgerlichen Lagers kündet bereits dessen Ende.
Was erwartet Deutschland während der nächsten vier Jahre schwarz-gelber Regierung? Eine Einschätzung von Gregor Gysi auf The European zu den Koalitionsvorhaben des neuen Kabinetts.