Der Sicherheitsmythos soll Ängste vertreiben. Ken’ichi Mishima

Hintergrund

Die große Fleischeslust

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Steak, Bratwurst, Gemüse oder doch vielleicht Tofu? Und was ist eigentlich Seitan? Nicht nur unsere Gesellschaft wird komplexer, auch unser Grillgut. Längst tummeln sich neben den klassischen Bratwürsten und Steaks auch allerlei exotische Köstlichkeiten auf den Grills der Republik. Ist weniger Fleisch vielleicht sogar mehr?

Hintergrund

Sommerabende sind eigentlich erst dann perfekt, wenn’s nach Würstchen riecht.
Wenn die Holzkohle knistert und das Rindersteak zischt.
Nichts ist Gemeinschaftsstiftender als ein Grill-Abend mit Familie und Freunden: Jeder bringt was mit, jeder legt was drauf und jeder haut ordentlich rein.
Keine Frage: Grillen ist super. Feuermachen und das Rudel mit Futter versorgen für männliche Grillmeister ganz besonders.

Im Schnitt isst der Deutsche pro Jahr 60 Kilogramm Fleisch: 40 kg Schwein, 11 kg Geflügel und 8,5 kg Rind. In diesem Jahr erwarten die Statistiker bei allen Fleischsorten einen Ausschlag nach oben –Fußballweltmeisterschaften und Super-Sommer machen sich erfahrungsgemäß in der Fleisch-Statistik bemerkbar. Das Würstchen ist dem Deutschen liebstes Grillgut: 84 Stück brutzelt er bei seinen – wiederum rein statistischen – sechs Grillabenden pro Jahr.

Für diese Sommerfreude sterben im Jahr allerdings auch 56,2 Millionen Schweine in Deutschland. Das sind nur etwas weniger als Menschen in Großbritannien leben.
Bei der Produktion von 1,2 Millionen Tonnen deutschen Rindfleischs entstehen 43,2 Millionen Tonnen Kohlendioxid. Das, was beim Grillen gen Himmel steigt, noch nicht mit eingerechnet. Und: Der Zusammenhang zwischen hohem Fleischverzehr und erhöhtem Krebsrisiko wird zwar noch erforscht, dass das beim Grillen entstehende Benzpyren aber ungesund ist, gilt inzwischen als zweifelsfrei erwiesen.

All zu oft reden wir von Öko, das Ozonloch macht uns Sorgen und das Öl im Golf von Mexiko sowieso. Aber beim samstäglichen T-Bone-Steak denkt daran irgendwie doch keiner. Mit Yoga, Fahrrad und Vitaminpräparaten kämpfen wir für Gesundheit und ein langes Leben, aber bei BBQ geht’s uns so gut, dass wir das alles vergessen.

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Reduziert den Fleischkonsum

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Wir Teilzeitvegetarier

Auch wenn uns die ökologischen und ethischen Probleme von Fleischkonsum bewusst sind, geht vielen von uns ein Leben als Vegetarier dann doch zu weit. Aber es geht auch weniger krass: Wenn jeder auf ein bisschen Fleisch verzichtet, ist am Ende allen geholfen.

Massentierhaltung

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Alles hat ein Ende, nur das Leid hat keins

Das Problem ist verwickelt wie eine Roulade: Darf der Mensch Tiere schlachten, um sie später in Form eines Steaks auf dem Grill zuzubereiten? Descartes machte Tier zu Schlachtvieh, denn es habe weder Seele noch Geist. Doch der Philosoph kannte moderne Schlachtfabriken nicht. Es scheint an der Zeit, unsere Seelen zu retten.

Rauchlose Revolution

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Es tut sich was in Grill-Deutschland

Der Deutschen liebste Sommerbeschäftigung professionalisiert sich: Hobby-Griller brillieren längst mit fundiertem Fachwissen über Garpunkte verschiedener Lebensmittel und Kerntemperaturen. Über dem Freiluftrost sind der Fantasie wie am heimischen Herd keine Grenzen gesetzt.

Weniger ist mehr

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Mehr Fleisches-Lust – statt Billig-Wurst

Im Sommer lassen sich viele gern Steak und Würstchen schmecken. Aber das Grillvergnügen hat unerwünschte Nebenwirkungen in Form von CO₂-Emissionen, Flächenverbrauch und schwindenden Regenwäldern. Zum Glück gibt es Alternativen.

Gutes Fleisch, böses Fleisch

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Auf den Geschmack kommt es an

Grillfleisch schmeckt – zumindest, wenn es mit gutem Gewissen gegessen werden kann. Neben dem positiven eigenen Befinden hat Biofleisch aber noch einen anderen Vorteil, denn eine verantwortungsvolle Nutztierhaltung ist auch gut fürs Klima.

Picknick statt Barbecue

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Outdoor-Schlemmen auf Französisch

In Frankreich steht das Grillen nicht so hoch im Kurs – Staatsgewalt, soziales Miteinander und die Lust an vielen kleinen Gaumenfreuden haben für einen Ersatz gesorgt: Picknicken. Und ganz nebenbei ist das holzkohlefreie Outdoor-Schlemmen auch noch weniger CO2-intensiv.

 
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