Den Wunsch nach Freiheit können autoritäre Regime nicht erfüllen. Künstler, Architekten, Maler oder Musiker können diese Sehnsucht aber artikulieren. Ob in der ehemaligen DDR, während des Arabischen Frühlings oder in China: Mit der „Politik der Pinsel“ müssen sich die Mächtigen auseinandersetzen.
Die Ausstellung Kunst der Aufklärung hat hitzige Debatten ausgelöst. Doch die Freiheit der Kunst ist ein hohes Gut – Kunst und Kultur dürfen sich auch deshalb nicht nur an der Tagespolitik messen lassen, denn ihre Kraft entfalten sie erst auf lange Sicht.
Künstlerischen Freiraum kann man sich nur nehmen, er kann nicht gewährt werden. Wie fließend der Übergang zwischen Angst, Verbot und künstlerischer Freiheit tatsächlich ist, zeigt ein Blick auf die Umbrüche in der arabischen Welt. Ohne genaues Hinsehen geht es nicht.
Kunst hat emanzipatorisches Potenzial, kann kritisch und widerständig sein – ein aufdringlicher Subtext oder Marktkonformität bewirkt aber das Gegenteil des erhofften Effekts.