Lasst die Kirche im Dorf, lasst die Kreuze in den Schulen. Christian Wulff

Hintergrund

Haben wir zu viele Freunde?

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Social Media erreicht gerade den Mainstream, da rufen einige bereits zur Umkehr auf. Jetzt will der Kurznachrichtendienst Twitter sogar an die Börse. Doch Beobachter warnen, bei aller Nützlichkeit der Online-Dienste sind sie doch hoffnungslos überbewertet.

Hintergrund

Social-Media-Dienste wie Facebook, Xing und Twitter kommen gerade im Mainstream an – da bekommen manche Early Adopter schon erste Zweifel. “Während die Leute immer noch Mitglied bei Facebook werden und die Seite zwanghaft besuchen, flieht eine kleine, aber auffällige Gruppe – manche von Ihnen demonstrativ”, schrieb die New York Times kürzlich und diagnostizierte einen “Facebook-Exodus”. Fast zeitgleich warnte das Technikmagazin Wired nachdrücklich vor den negativen Folgen ständigen Multitaskings und das Wall Street Journal veröffentlichte gar ein “Manifest für Slow Communication”.

In den USA gibt es wie meist bereits ein Schlagwort für den intelligenten Umgang mit einem Übermaß an In- und Output: Der Begriff “Lifehacking” stammt aus der Computerszene. Gemeint waren ursprünglich Produktivitätstricks, die Programmierer erfanden und anwandten, um der täglichen Informationsflut Herr zu werden. Den Begriff geprägt hat der britische Technologie-Journalist Danny O’Brien, nachdem er eine Umfrage unter extrem produktiven Computerspezialisten durchgeführt hatte und dabei herausfand, dass sie alle “peinliche” kleine Tricks und Abkürzungen benutzten, um ihre Arbeit erledigt zu bekommen. Auf einer Konferenz in San Diego präsentierte O’Brien seine Ergebnisse unter dem Titel “Life Hacks” erstmals der Öffentlichkeit. Unter Bloggern und in der Technologie-Community verbreitete sich die Bezeichnung blitzartig.

2004 startete Merlin Mann sein Blog 43folders, das sich ausschließlich mit Produktivitätstipps und Lifehacks befasste und in kürzester Zeit eine begeisterte Fangemeinde aus aller Welt anzog. Die American Dialect Society wählte “lifehack” nach “podcast” zum zweitnützlichsten neuen Wort des Jahres 2005.

Wer Dinge schaffen will, egal ob ein Buch, einen Song oder einen Businessplan, muss die permanente Erreichbarkeit und die ständige Ablenkung eindämmen. Diese Position vertritt vehement Merlin Mann. Er kämpft heldenhaft gegen die allgegenwärtige Versuchung, beschäftigt zu tun, aber nichts Produktives oder Kreatives zu schaffen. Der moderne Mensch, so sagt er gern, ist wie der Mitarbeiter eines Sandwichladens, der lauter Bestellungen entgegennimmt, diese auf Zettel schreibt und die Zettel dann in immer neuen Reihenfolgen sortiert, immer wieder überlegt, wie man all diese Aufträge am effektivsten abarbeiten könnte – aber vor lauter Sortieren und Planen nie dazu kommt, die Brote zu belegen. “Don’t just take orders, make sandwiches”, ist Manns Ratschlag, der natürlich in übertragenem Sinn zu verstehen ist.

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