Jetzt ist die Zeit, neue Brücken zu schlagen. Barack Obama

„Ich bin wie eine Mischung aus Politiker und Sozialarbeiter“

David Blunkett ließ sich durch seine Sehbehinderung nicht aufhalten und schaffte es unter Tony Blair bis zum Innenminister Großbritanniens. Nun zieht er sich aus dem Unterhaus zurück. Im Gespräch mit Aljoscha Kertesz spricht er über sein vermeintliches Handicap, Zukunftspläne und seine Zeit im Parlament.

The European: Weshalb haben Sie sich gerade jetzt dazu entschlossen, nicht wieder für das Unterhaus zu kandidieren?
Blunkett: Ich werde dieses Jahr 68 Jahre alt und bin jetzt seit 45 Jahren so etwas wie eine Mischung aus einem Politiker und einem Sozialarbeiter. Das ist eine ganz schön lange Zeit und das war ein ganz schön heftiges Arbeitspensum, das ich zunächst als Ratsmitglied und anschließend als Unterhausabgeordneter absolviert habe.

The European: Sie machen aber noch einen fitten Eindruck.
Blunkett: Wir haben jetzt feste Legislaturperioden von fünf Jahren und da habe ich mich gefragt, ob ich den Job in den nächsten Jahren noch genauso gut ausführen könnte wie heute. Ich kam zu dem Entschluss, dass dem wahrscheinlich so nicht wäre. Daher habe ich mich dazu entschlossen, jetzt aufzuhören, wo mich meine Partei und die Mehrheit der Wähler meines Wahlkreises noch wollen. Das ist doch besser so, als dass mir in zwei, drei Jahren die Puste ausgeht und ich aus dem Amt gedrängt werde.
Es gibt einen zweiten Grund: ich kann ja nichts sehen, aber ich hatte ein erstklassiges Unterstützernetzwerk. Wenn ich jetzt wie jeder andere die in Anführungszeichen „alltäglichen Dinge“ selber machen muss, dann fange ich doch lieber damit an, solange ich bei bester Gesundheit bin und die Kraft hierzu habe.

„Meine Frau würde mich vor die Tür setzen“

The European: Sie erwarten einen schweren Übergang raus aus der Politik?
Blunkett: Ach, das werde ich schon schaffen. Ich suche mir neue Herausforderungen im öffentlichen Leben und im Freiwilligensektor, wo ich mich ja bereits stark engagiere.
Jetzt kann ich solche neuen Aufgaben übernehmen, aber wer weiß, wie das in fünf Jahren aussieht. Dann würde ich vielleicht zu Hause verkümmern, was nicht gut für mich wäre, und schon gar nicht für meine Frau. Die würde mich wohl vor die Tür setzen.

The European: Was haben Sie denn konkret vor?
Blunkett: Ich arbeite bereits an der University of Sheffield, wo ich 1972 meinen Abschluss erlangt habe. Ich habe den Kontakt nie abreißen lassen und engagiere mich insbesondere im Bereich der Politikwissenschaften. Derzeit errichten wir ein Zentrum, dessen Ziel es ist, das politische Verständnis und die Teilhabe am politischen Prozess zu verbessern. Beides ist in Großbritannien nicht sehr stark ausgeprägt. Das Zentrum wird übrigens nach meinem ehemaligen Tutor Sir Bernard Crick benannt werden.
Zudem engagiere ich mich im Royal National Institute for the Blind und der Guide Dog Association. Seit einigen Jahren bin ich auch als Vizepräsident in der britischen Alzheimer-Gesellschaft aktiv. Die Krankheit stellt eine große Herausforderung für eine alternde Bevölkerung dar, wie es die britische ist.

The European: Wie bereiten Sie denn Ihren Ausstieg nach 28 Jahren im Parlament vor? Taugt ihr ehemaliger Premierminister Tony Blair hier als Vorbild?
Blunkett: Ich habe auch mit Tony darüber gesprochen und habe ihm gesagt, dass es einen großen Unterschied zwischen mir und einem ehemaligen Premierminister von internationalem Renommee gibt: Er fliegt das Flugzeug, wohingegen ich derjenige bin, der aus dem Flugzeug springt und hofft, dass sich der Fallschirm öffnet.
Ich denke, er hat verstanden, was ich damit sagen wollte. Er hat seine Zukunft in der eigenen Hand. Mir fehlt hier einfach die weltweite Bekanntheit, um so viel zu verdienen wie er. Und ich muss etwas verdienen, damit ich jemanden einstellen kann, der für mich arbeitet, und um die Transportkosten abzudecken, die im Rahmen meiner Tätigkeiten anfallen werden.

The European: Mit Ihnen verlässt der letzte große Vertreter von New Labour das Parlament. Trauern Sie der Ära manchmal nach?
Blunkett: Nein, wer erfolgreich sein will, darf nicht in einer Zeitschleife gefangen sein. Man muss immer nach vorne schauen und zu neuen Ufern aufbrechen.

„Mit Roy Hattersley habe ich beim Fußball mehr gemein als in der Politik“

The European: Haben Sie denn noch Kontakt zu ehemaligen Kollegen aus der New-Labour-Zeit?
Blunkett: Ja, ich stehe in intensivem Austausch mit Vertretern von New und Old Labour. Es ist eine meiner Stärken, dass ich mit den verschiedenen Lagern der Labour Party gut auskomme und den Kontakt pflege. Ich bin auch mit einigen der umstritteneren Vertretern von New Labour im Kontakt, beispielsweise Alan Milburn, Steve Buyers oder John Hutton. Ich habe aber auch gute Verbindungen zu Vertretern anderer Epochen. Ich sehe beispielsweise den ehemaligen stellvertretenden Parteivorsitzenden Roy Hattersley regelmäßig im Stadion des Sheffield-Wednesday-Fußballclubs. Dabei haben wir ehrlich gesagt beim Fußball mehr gemein als in der Politik.

The European: Was ist denn heute von New Labour übrig geblieben?
Blunkett: Es gibt viele Nachwuchspolitiker, die durch Tony Blair in der Ära von New Labour zur Politik gefunden haben. Ihnen fehlt noch die Hausmacht und sie stehen noch nicht im Rampenlicht des öffentlichen Interesses. Aber sie haben nicht vergessen, dass Tony die Partei damals erst erneuert hat und sie anschließend zu drei Wahlerfolgen in Serie geführt hat.

The European: Sie haben angeboten, Ihr Wissen an Parteikollegen weiterzugeben. Wurde das Angebot angenommen?
Blunkett: Ja, zumeist von jüngeren Abgeordneten und Parlamentskandidaten, die gewillt sind, zuzuhören. Unter ihnen befinden sich auch ehemalige Mitarbeiter von mir, was mich sehr freut.

The European: Was lernen sie denn von Ihnen?
Blunkett: Ich halte ihnen keine großen Vorträge. Ich erkläre ihnen vielmehr, was bei mir funktioniert hat, und viel wichtiger, was nicht funktioniert hat. Ich möchte einfach verhindern, dass sie das Rad neu erfinden müssen und durch all das hindurchmüssen, wo ich durchmusste. Vieles in der Politik ist doch déjà-vu und war schon mal da. Die Lehren sind dieselben. Es ist sehr lehrreich, Biografien und Autobiografien von Politikern zu lesen.

„Wir schreiben doch alle Autobiografien, damit wir uns besser fühlen“

The European: Deshalb haben Sie bereits vor einigen Jahren die Liste der Biografien um Ihr eigenes Werk bereichert.
Blunkett: Wir schreiben doch alle Autobiografien, damit wir uns besser fühlen und ein rosiges Bild von uns nach außen zeichnen. Tatsache ist, dass man viel aus ihnen lernen kann. Ich habe erst richtig mit dem Lesen von Autobiografien angefangen, als ich vom Ministeramt zurückgetreten war und endlich die Zeit zum Lesen hatte. Hätte ich diese vorher gelesen, wäre ich besser gewesen.

The European: Worauf kommt es denn heute in der Politik an?
Blunkett: Als ich in die Politik ging, gab es natürliche Bündnispartner und Stammwähler. Die gibt es heute so nicht mehr. Keine Partei kann sich automatisch der Unterstützung einzelner Bevölkerungsgruppen sicher sein, es muss um jede einzelne Stimme gekämpft werden. Dabei müssen die sozio-geografischen Nuancen einer facettenreichen Wählerschaft beachtet werden.

The European: Welche Herausforderungen sehen Sie in der britischen Politik?
Blunkett: Die britische Politik ist so fragmentiert wie nie zuvor. Statt zwei großer und einer kleinen Partei haben wir nun eine ganze Reihe kleiner Parteien. Die zwei großen Parteien vereinen nur noch geringfügig mehr als 30 Prozent der Wähler hinter sich. Es reizt mich wirklich sehr, mich diesem Thema zu widmen: durch das Halten von Reden und Vorlesungen und Beratertätigkeit.

„Fernsehen, Rundfunk und Printjournalismus haben noch nicht den Sargnagel gesehen“

The European: Was hat sich denn bei den Kommunikationsmitteln geändert?
Blunkett: Sicher gilt es heute, die neuen Medien und sozialen Netzwerke richtig einzusetzen. Wir dürfen aber auch die althergebrachten Kommunikationswege nicht abschreiben. Weder Fernsehen und Rundfunk noch Printjournalismus haben bisher den Sargnagel gesehen.

The European: Worauf sind Sie im Nachhinein besonders stolz?
Blunkett: Ich hoffe, dass es mir in meinen 45 Jahren in der Politik gelungen ist, in der Bevölkerung einen Bewusstseinswechsel und eine Einstellungsänderung gegenüber Menschen mit Behinderungen erreicht zu haben. Weiterhin hoffe ich, Vorbild zu sein. Nicht unbedingt in der Politik, aber bei Themen wie Behinderungen und den daraus entstehenden Herausforderungen.

The European: Welche Botschaften haben Sie?
Blunkett: Ich habe vier wichtige Botschaften. Jungen Menschen mit körperlichen Herausforderungen sage ich: „Ihr könnt das meistern.“ Den Eltern sage ich: „Verzweifelt nicht.“ An die Adresse der Arbeitgeber: „Gebt den Menschen mit Behinderungen die Chance zu einem Vorstellungsgespräch.“ Letztlich mein Appell an die Gesellschaft im Allgemeinen: „Überdenkt eure Einstellung gegenüber den Menschen, die anders sind als ihr. Jeder von uns braucht irgendwann im Leben einmal eine helfende Hand.“

„Politiker nehmen keine Gefangenen“

The European: Hat man Sie eigentlich wegen der Behinderung anders behandelt?
Blunkett: Nur am Anfang. Das hat sich aber schnell geändert. Zu Beginn meiner Karriere war man sehr paternalistisch zu mir, ich glaube, das beschreibt es ganz gut. Man dachte sich: „Da ist ein junger Mann, der nicht sehen kann – sind wir mal nett zu ihm.“ Aber so funktioniert Politik nicht. Politik ist ein hartes und schwieriges Geschäft. Politiker nehmen keine Gefangenen.
Ich musste früh zeigen, dass ich meine Arbeit genauso gut ausüben konnte wie sie, oder sogar besser als sie. Wenn man eine körperliche Herausforderung hat, muss man zeigen, dass man gewillt ist, die Extrameile zu gehen. Man muss zeigen, dass man es einfach drauf hat und niemand irgendwann sagen kann, dass man nur deswegen gescheitert ist, weil man nicht sehen konnte.

The European: Im Parlament konnten Sie gut austeilen.
Blunkett: Ich habe sie gleichwertig behandelt und das bedeutet, wenn ich hart sein musste, war ich hart. Die haben schnell kapiert, dass ich genauso gut austeilen konnte wie einstecken; somit haben wir alle gut ausgeteilt und gleichermaßen auch eingesteckt.

The European: Als Innenminister hatten Sie einmal gesagt, dass Ihr Vorgänger und Parteifreund Jack Straw im Vergleich zu Ihnen liberal aussehen wird?
Blunkett: Das stimmt. Das war wohl nicht sehr liberal und auch nicht sehr klug von mir. Ich wollte damals verdeutlichen, dass wir bei einigen Themen wie beispielsweise der internationalen Sicherheit, Kriminalität oder bei der Zuwanderung vor großen Herausforderungen standen. Wir sind die Themen damals sehr hart und sehr nüchtern angegangen. Hierfür gab es zwei Gründe: Zunächst mal ist es die Hauptaufgabe des Innenministers, das Land und seine Menschen zu beschützen. Zweitens mussten wir den Menschen zeigen, dass wir ihre Ängste und Sorgen ernst nahmen. Wir haben die unterbewussten Ängste vor dem schnellen Wandel aufgegriffen. So gelang es uns, keinen Nährboden für die Rechtsextremen entstehen zu lassen. Daher wollte ich diese Botschaft rüberbringen, die im Nachhinein wohl etwas überzogen war.

The European: Das Erstarken rechter Parteien war damals nicht auf Großbritannien beschränkt.
Blunkett: Als ich damals das Amt des Innenministers übernahm, haben wir europaweit das Erstarken der politischen Rechten gesehen, wie es beispielsweise in den historisch sehr liberalen Ländern Niederlande und Dänemark der Fall war. In Österreich traten sie mit den Konservativen in eine Koalition ein und in Frankreich zog Lionel Jospin in der ersten Runde der Präsidentschaftswahl gegen Le Pen den Kürzeren.
Der Aufstieg der Rechten war besorgniserregend und ich war der Ansicht, dass man aus sozialdemokratischer Perspektive zeigen musste, dass dies nicht tolerierbar sei.

„Otto Schily ist ein Sozialdemokrat meines Geschmacks“

The European: Wie empfanden Sie damals die Zusammenarbeit mit Ihren europäischen Kollegen?
Blunkett: Als Innenminister habe ich sehr gut mit Otto Schily zusammengearbeitet. Er ist ein Sozialdemokrat nach meinem Geschmack. Wir haben übrigens eng mit Nicolas Sarkozy zusammengearbeitet. Er war damals noch Innenminister von Frankreich. Wir hatten auch noch Kontakt gehalten, als er schon zum Präsidenten gewählt wurde. Der Kontakt ist aber in den letzten Jahren etwas eingeschlafen.

The European: Wie ist es denn heute um die Zusammenarbeit auf europäischer Ebene bestellt?
Blunkett: Es ist doch spannend, dass uns überall in Europa die gleichen Probleme beschäftigen. Dennoch tauschen wir uns nicht ausreichend über die Probleme und die Lösungswege aus. Insbesondere in der Zusammenarbeit der linken Parteien gibt es Nachholbedarf. Parteien rechts der Mitte haben es schon sehr gut verstanden, sich zusammenzutun und Ideen auszutauschen. Nur David Cameron bildet hier eine große Ausnahme. Ich kann bis heute nicht verstehen, dass er den Austritt der konservativen Abgeordneten aus der Fraktion der Europäischen Volkspartei zulassen konnte. Das war schon außergewöhnlich.

„Meine Kolumne bei der ,Sun‘ war eine ideale Möglichkeit, die Politik der Labour Party zu verdeutlichen“

The European: Viele Parteifreunde haben nicht verstanden, dass Sie für die Boulevardzeitung „Sun“ geschrieben haben.
Blunkett: Ich habe dreieinhalb Jahre für die „Sun“ geschrieben, zunächst wöchentlich, später monatlich. Hätte ich beispielsweise für die „Times“ geschrieben, hätte doch keiner eine Augenbraue hochgezogen. Wenn man für eine Boulevardzeitung schreibt, kommt schnell Snobismus auf: „Ach du lieber Gott, was macht er denn da, warum beschmutzt er seine Hände?“
Die „Sun“ war die mit Abstand am meisten gelesene Tageszeitung in Großbritannien. Doch auch wenn sie während der Regierungszeit von Tony Blair nominell Labour unterstützte, hat sie im Grunde selten Standpunkte der Labour Party vertreten. Meine Kolumne war doch eine ideale Möglichkeit, die Politik der Labour Party zu verdeutlichen.

The European: Sie hatten kein Problem damit, für eine Zeitung aus dem Verlag zu schreiben, dessen Journalisten eine Kampagne gegen Sie gefahren hatten und die Sie mit Wanzen abgehört hatten?
Blunkett: Das mit den Wanzen war mir bis zum Jahr 2011 nicht bewusst. Für mich war es zum einen die Möglichkeit, Werbung für unsere Politik zu machen, zum anderen war es eine Art Kompensation dafür, was mir ein anderer Teil der News Corporation – genauer gesagt die mittlerweile vom Markt verschwundene „News of the World“ – angetan hat.

The European: Ihre Aussage hatte einen zentralen Stellenwert bei der Verurteilung des ehemaligen Chefredakteurs der „News of the World“, Andy Coulson.
Blunkett: Da ich alles ganz genau aufgeschrieben hatte, war meine Zeugenaussage absolut wegweisend in der Verurteilung. Ich bin aber nicht rachsüchtig und erfreue mich nicht an seiner Verurteilung.

The European: Schreiben Sie immer noch für die „Sun“?
Blunkett: Nein, damit habe ich 2009 aufgehört, als sich die „Sun“ wieder von der Labour Party abgewendet hat. Zwischenzeitlich hatte ich eine Zeitungskolumne, in der ich einen heiteren Blick auf die britische Politik geworfen habe; und zwar aus der Perspektive eines Hundes.

„Während der Rede eines konservativen Abgeordneten hat sich mein Hund fürchterlich übergeben“

The European: Ihre Blindenhunde sind zu einer Institution in Westminster geworden.
Blunkett: Das stimmt. Ich glaube, dass man sie mehr vermissen wird als mich. Sie waren immer Eisbrecher: Die Menschen waren immer freundlich zu ihnen, auch wenn sie mich nicht mochten. Mein Hund wird im Parlament und in Westminster vermisst werden. Ich glaube allerdings nicht, dass der Hund das Parlament vermissen wird. Gerade während der traditionellen Fragestunde habe ich ihn oft vor dem Sitzungssaal warten lassen, da es drinnen einfach zu laut war. Er wird die Fragestunde nicht vermissen, und ich ehrlich gesagt auch nicht.

The European: Ihre Blindenhunde waren immer mal wieder Anlass für Erheiterung. An welche Ereignisse erinnern Sie sich besonders gerne?
Blunkett: Ach, da gab es viele lustige Anekdoten, auch hier im Parlament. Während der Rede eines konservativen Abgeordneten im Rahmen der jährlichen Haushaltsdebatte hat sich mein Hund fürchterlich übergeben. Es war damals nicht klar, ob der Hund krank war, oder ob er starke Vorbehalte gegenüber einigen der angekündigten Kürzungen hatte.

The European: Einer Ihrer Hunde hat Sie auf politische Abwege geführt.
Blunkett: Das war 1994, kurz nach den Europawahlen. Wir waren damals in der Opposition und Tony war gerade dabei, Parteichef zu werden. Als ich das Parlament betrat, führte mich mein Hund zu den Regierungsbänken. Wie sich drei Jahre später herausstellen sollte, war das ein gutes Omen. 1997 haben wir dann mit Tony unseren Erdrutschsieg eingefahren.

„Ich habe einen Sitz im Oberhaus nie ausgeschlossen“

The European: Streben Sie eigentlich einen Sitz im Oberhaus an?
Blunkett: Niemand sagt je im Vorhinein, dass er im Oberhaus sitzen möchte und wird dann einfach so ernannt. Warten wir es mal ab.

The European: Aber sträuben würden Sie sich nicht, wenn es Ihnen angetragen würde?
Blunkett: Anders als viele Kollegen habe ich das nie ausgeschlossen. Damit stehe ich im Gegensatz zu vielen Kollegen, die es ursprünglich ausgeschlossen hatten und dann doch plötzlich einen Sitz im Oberhaus angenommen haben.

The European: Wagen Sie einen Ausblick auf den Ausgang der Parlamentswahl im Mai.
Blunkett: Der wahrscheinlichste Ausgang ist, dass wir wieder eine Koalitionsregierung bekommen werden.

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