Mit Superlativen sollten wir zurückhaltender umgehen. Klaus Töpfer

Völliger Realitätsverlust oder angstgeleitete Strategie?

Die ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Margot Käßmann, hat in einem Exklusivinterview den Vorwurf zurückgewiesen, die Kirchen präferierten eine rot-grüne Weltanschauung.

„Wenn die Kirche für die Bewahrung der Schöpfung eintritt und das mit den ökologischen Forderungen von Parteien  übereinstimmt, heißt das nicht, daß sie Parteipolitik vertritt“, sagte  Käßmann in einem Interview mit der Wochenzeitung Junge Freiheit.

Kritik äußerte die Landesbischöfin an sogenannte Rechtspopulisten.„Die AfD und  andere rechte Gruppen heizen die Stimmung gegen geflüchtete Menschen  an.“ Der schlimmstmögliche Vorwurf in Deutschland sei derzeit nicht der des Nazis, sondern der des Islamverstehers. Wer Solidarität mit Moslems  zeige, werde bedroht. Dennoch sei sie auch bereit, mit der  AfD darüber zu diskutieren – „aber nur bei gegenseitigem Respekt“.

Es ist schon erstaunlich. Kaum fangen einige Menschen in Deutschland an, sich angesichts der erdrutschartigen Islamisierung und Massen-Immigration Sorgen zu machen, kaum zeigt sich dies (wenn auch noch viel zu schwach) auch in den Bundestagswahlen, fangen die Zeitgeistappeaser, die – wenn sie erfolgreich sein wollen – einen feinen Fühler für Stimmungen in der Gesellschaft haben, ihre Positionen leicht zu verschieben. Natürlich nicht ohne sich noch indirekt zum Opfer zu stilisieren – als Islamversteherin sei man geradezu zum Paria unserer Gesellschaft geworden.

Man fragt sich: Hat die Frau nie ein Organ der Mainstreampresse aufgeschlagen? Nie einen der üblichen Polittalks von Will bis “Hart aber fair” verfolgt oder wenigstens ab und an mal die Tagesschau gesehen?

Oder haben diese Äußerungen ganz andere Hintergründe: Ist es vielleicht die Angst davor, dass die politisch korrekte Märchenwelt, in der man sich so gemütlich und lukrativ eingerichtet hat, schneller zusammenbricht als gedacht, so groß, dass man schon “Persilscheine” für die anstehenden Zeiten sammeln möchte?

Ob das bislang Gesagte allerdings dafür ausreicht, dass Frau Käßmann unter einer AfD-geführten Regierung doch noch Kirchensteuer gezahlt bekommt oder gar zur neuen “Reichsbischöfin” ernannt wird, wage ich erst mal zu bewzeweifeln.

Lesen Sie auch die neuste Kolumne von David Berger: SPD fällt erneut auf historischen Tiefstand

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