Der Politik- und Verwaltungswissenschaftler ist Gründer der Denkfabrik “re:publik – Institut für Zukunftspolitik”, einer unabhängigen und überparteilichen Organisation. “re:publik" gehört zu den national und international anerkanntesten Thinktanks. Dettling ist Jahrgang 1971.
Zuletzt aktualisiert am 01.09.2010
Die Koalition arbeitet hart daran, sich selber überflüssig zu machen. Nur die jungen Minister kämpfen mit ihren Ideen um Raumgewinn. Dabei könnte ein Blick auf die Nachbarn Kanzlerin Merkel zeigen, wie mutige Politik aussieht.
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Die Wahl ist ein Sieg der Politik und eine Niederlage für die Medien. Wulff ist – wie die Kanzlerin – präsidial und konsensorientiert. Jetzt liegt es an ihm, aus Bellevue eine politische Denkfabrik zu machen und keine Kirche oder Pilgerstätte.
Neuwahlen in NRW wären konsequent – zu groß sind die Unterschiede von SPD und Grünen im Verhältnis zu den Linken. Diese müsste sich in NRW schon selbst aufgeben, um sich an einer Regierung zu beteiligen. Auch im Bund ist das Modell nicht umsetzbar. Es müssen also Brücken zur FDP her.
Angela Merkel hat klargemacht, dass es bedingungslose Solidarität mit allen EU-Staaten nicht geben wird, auch wenn es brennt. Um für die Zukunft vorzubeugen, braucht es deshalb einen europäischen Währungsfonds.
Man sprach von der neuen Volkspartei, die Zustimmung aus allen Teilen der Gesellschaft war groß, die Ernüchterung kam mit dem Vorwurf der alten Klientelpartei, mutiert die FDP jetzt mit der Debatte um die Neuausrichtung des Sozialstaats zu einer Protestpartei? Der Wähler erwartet nichts weniger als "Arbeit und Chancen für alle".
Die Grünen haben bei der vergangenen Bundestagswahl ihr bestes Abschneiden aller Zeiten feiern dürfen. Und doch ergehen sich die Parteioberen in alten Lagerideologien, statt den Schwung zu nutzen, den ihre klassischen Themen gerade erfahren.