Eigentlich war doch alles in Ordnung: Interessante Rauchertypen hatten sich in den letzten Jahren mit Ausnahme von Helmut Schmidt ganz von alleine aus der Öffentlichkeit verabschiedet. Aber jetzt hat Bayern das Thema Rauchen wieder auf die Straße gebracht. Dieses Totalverbot wird ganz junge Rebellraucher hervorbringen – diesen Effekt haben ja auch die vergrößerten Warnhinweise gehabt. Mehr noch: Dieses Verbot beeinflusst auch massiv das Leben von uns Nichtrauchern.
An den Wegfall meines Lieblings-Pausenfüllers hatte ich mich schon (fast) gewöhnt: Ich liebe Kino-Werbe-Raten. Irgendwas mit Pferd? Marlboro! Das versteh’ ich nicht? West! Eine Halbnackte, eine Ente und/oder ein Baguette? Gauloises! Das wusste ich immer als Erster, schon lange bevor ich in der Werbung gearbeitet habe. Inzwischen ist Zigarettenwerbung verboten und verbannt. Jetzt überbrücke ich die Zeit bis zum Hauptfilm eben mit Mr. Pümpel aus der Regio-Werbung.
Kantig, blutig, dreckig, paffend
Auch den Niedergang meiner Blockbuster-Ikone hatte ich (fast) verdaut: Bruce Willis hat als John McClane in “Stirb Langsam 1-3” ohne Ende gequarzt. Mit Feinripp und Lucky Ohne bewaffnet konnte er die Welt retten. Ich habe ihn geliebt, wie er war – kantig, blutig, dreckig, paffend.
Dann kam “Stirb Langsam 4”. Pardon. “Stirb Langsam 4.0”. Damit fing es eigentlich schon an. Plötzlich hat McClane nicht mehr geraucht. Er hat Hemden über dem Unterhemd getragen und sich mit einer pubertierenden Tochter herumgeschlagen. Der Anfang vom Ende. Eine knappe Stunde später surfte er dann auf Kampfflugzeugen. Wir lernen: Nichtraucher sind offensichtlich fitter, trotzdem ist das nicht mehr mein Johnny. Vielleicht liegt es aber auch am Hemd.
Durch das Votum der Bayerischen Bevölkerung folgen jetzt weitere unerwünschte Eingriffe in mein Nichtraucherleben, an die ich mich in der Folge erst noch gewöhnen muss: Meine Lebensqualität sinkt. Zwar wird es einfacher, einen Tresenplatz zu bekommen, aber dafür werde ich mich auch immer öfter mit meinem Bierglas unterhalten müssen. Denn wie die Wirte zu Recht befürchten, wird es leerer werden in den Kneipen. Rauchen verboten wurde vor allem von denen, die selten eine Bar betreten.
Meine Lebenserwartung sinkt. Jeder erfahrene Ausgeher weiß doch, dass die lustigeren Ereignisse meistens im Kreise der Raucher passieren. Warum sonst stehen auf jeder guten Party, in jeder Küche und auf jedem Balkon die Nichtraucher einträchtig neben den Rauchern und lauschen ihren Anekdoten? Zukünftig atme ich also statt kaltem Rauch kalte Luft und verbringe meine Abende draußen auf der kalten Straße. Die gesundheitlichen Folgen mag ich mir gar nicht ausmalen.
Plädoyer für selbstbestimmte Entscheidungen von erwachsenen Leuten
Dieser Artikel ist kein Plädoyer fürs Rauchen, aber ein Plädoyer für selbstbestimmte Entscheidungen von erwachsenen Leuten. Genauso wie sich jeder Einzelne für oder gegen das Rauchen entscheiden kann, hat er doch auch die Freiheit bei der Wahl, ob er sein Feierabendbier neben einem Raucher trinken will oder nicht.
Ich habe meine Entscheidung jedenfalls getroffen: In Zukunft werde ich wohl solidarisch immer öfter in der Kälte stehen.
PS: Wenn ich mir was wünschen darf, schaut Bruce – nachdem er erfolgreich sein Parfum gelauncht hat – im fünften Teil mal in Bayern nach dem Rechten!
Leserbriefe
- 1
- 2























Auf kurz oder lang werden es die dümmsten Nichtraucher begriffen haben, dass es lebensgefährlich ist, sich neben einem rauchenden RaucherIn aufzuhalten und dessen hochtoxische Abgase in die Lunge zu ziehen.
Was die so gelobte “Lustigkeit” der Giftgasinhalierer betrifft, sind diese so lange lustig bis die Diagnose kommt! Ich möchte nicht wissen, wieviel Tote der Herr Schmidt nur durch seine bloße (rauchende) Existenz schon verursacht hat – jede® glaubt, hofft, dass auch ihm dieses Überlebenswunder zuteil werden könnte, sollte – aber das teuflische beim Rauchen ist, dass es nicht wie beim russischen Roulette sofort knallt – Krebs bekommt der Raucher nicht von 1.000 oder 2.000 gerauchten Packungen, sondern von einem Lungenzug zum anderen. Ob und wann es geknallt hat bleibt ihm verborgen – erst wenn es zu spät ist wird ihm bewußt, dass es jetzt vorbei ist. Für eine 3 monatige Lebensverlängerung lassen sich die Pharmakonzerne fürstlich bezahlen!
Im übrigen – Raucher sind Täter – sie sind für 100derte Passivrauchtote verantwortlich – und außerdem verbreiten sie einen bestialischen, beißenden Gestank!
giftgasinhalierer … gehts noch n zacken härter? bestimmt. was ist mit pseudozyklonbpaffer oder orangeBschnüfflern … meine fresse- ich bin ab und an in bayern und eine meiner lieblingskneipen musste bei der ersten gesetzesaktion zu machen, weil punks, künstler, und all die anderen “giftgasler” eben rauchen wollen – das konnten sie nicht mehr in der kleinen beiz, also musste der laden schließen.
dieser permanente ruf nach kontrolle, kommt doch nur von gänsblümchenzupfenden oxfam-yuppies – geht in eure eigenen läden !!! bin ich froh dass ich in berlin lebe- hier wird dieser puritanische ordnungswahn hoffentlich nie siegen
WORD :)
leiber daniel,
ich geb es gleich zu, ich bin ökonom. so und jetzt zur darlegung:
raucher schädigen nicht nur sich selbst, sondern auch ihr umfeld → klarer externer effekt, und zwar ein negativer
so, dafür werden die lieben nichtraucher nicht entschädigt, sprich es wird zuviel geraucht …
wenn wir sagen: nichtraucher bekommen ihr risiko vom wirt vergütet, dann würde der wirt ganz anders über die entscheidung nach denken, ob er eine raucherkneipe oder eine nichtraucherkneipe betreibt
bayern hat sich für den drastischen weg entschieden, aus sicht der nichtraucher sind die schäden des passiv rauchens also höher wie der nutzen der dem raucher aus seinem “genuss” erwächst
;) vielleicht hätte der biertrinkende tresenraucher seine kneipe verlassen sollen und am gesellschaftlichen diskussionsprozess teilnehmen sollen. ein recht zu meckern hat er nicht. auch wenn man es sicher aus irgendeinem blickwinkel heraus argumentieren kann, dass demokratie doch doof ist, wenn die vielen über die wenigen herrschen
liebe grüße
Als Ökonom sollten Sie aber auch wissen, dass externe Effekte nur durch die Übernutzung eines öffentliches Gutes entstehen. Eine private Kneipe ist jedoch kein “öffentliches Gut”, sondern ein “privates Gut”. Der Nichtraucher, der in eine private Kneipe eintritt, muss sich darüber im Klaren sein, dass der Aufenthalt in selbiger zusätzliche Kosten verursacht und kann deshalb vom Betreten der Kneipe im Zweifel Abstand nehmen und Restaurants aufsuchen, die rauchfrei sind. Wenn diese Mangelware sind, dann liegt das daran, das die Nachfrage nicht groß genug war um ein Angebot zu rechtfertigen. Nichtrauchen hat eben auch seinen Preis, den die Nichtraucher nicht bereit waren zu zahlen, weshalb sie den staatlichen Zwang einer marktlichen Lösung vorgezogen haben.
Liebe millitante Nichtraucher! Ich streite nicht ab das rauchen Schädlich ist und auch Lungenkrebs verursacht.Was das angeht bin ich voll ihrer Meinung. Nur die Zahlen mit denen die Nichtrauchergmeinde da um sich werfen stimmen hinten und vorne nicht. Lungenkrebs = Raucher. Mit dieser einfachen Milchmädchenrechnung ersparen sich die Berufsgenossenschaften Milliarden von Euro die sie an Mitglieder zahlen müssten die an berufsbedingten Lungenkrebs erkrankt sind.Sparen Firmen und Konzerne Milliarden die sie sonst zu Arbeitsschutz ausgeben müssten.Vor diesen Karren haben sich die Nichtraucher spannen lassen und der Gesetzgeber ist mit aufgesprungen um Genossenschaften und Giftschleuderfirmen zu schonen, Bravo, liebe Nichtraucher, Hut ab vor ihrer Grandiosen vorführung durch die Versicherungen,Unternehmen und den Staat oder bilden sie sich etwa ein man hätte sie aus Überzeugung unterstützt. Würden sie sich neben einem Rauchverbot auch noch gegen den Emisionshandel unserer Regierung stellen wären sie wenigstens glaughaft.Wenn haben sie denn als nächstes im Auge wenn ihnen mal wieder langweilig ist und sie eine Bestätigung brauchen? Bier oder Weintrinker, Fleischesser oder Vegetarier, Auto, Motorrad oder Busfahrer, Leute mit Tattoos oder Vollbart, Jeans oder Anzugträger,alte kranke Leute? Sie haben in ihrer Engstirnigkeit noch gar nicht begriffen was sie angerichtet haben. Sie haben es geschaft das es möglich ist gezielt eine Gruppe von Menschen zu diskriminieren und demnächst auch zu kriminalisieren. Fragt sich wer als nächster dran glauben muss.
Grüß Gott Herr Adolph,
Sie schreiben, dass man sich auf Partys gerne auf dem Balkon zum Rauchen trifft. Warum tut man das? Weil man die jeweilige Örtlichkeit und den nichtrauchenden anderen Partyteilnehmer respektiert.
Auch muss man festhalten, dass Tabakrauch einerseits gesundheitsschädlich, andererseits auch belästigend für andere Menschen ist. Der Rauchende ist damit in gewisser Weise ein Täter, der andere in seiner Freiheit und seinem damit verbundenem Willen, in einer rauch- respektive belästigungsfreien Umwelt ausgehen zu können. Wenn ich mir dann noch vor Augen halte, dass rund 2/3 unserer Bevölkerung Nichtraucher sind, ist die demokratische Legitimation einer rauchfreien Umwelt wohl selbstredend.
Rauchen hat nichts mit Lifestyle und Selbstbestimmung zu tun, es ist eine Sucht… und als solche eine Krankheit.
Gruß,
Frank K.
Sie schreiben: “Wenn ich mir dann noch vor Augen halte, dass rund 2/3 unserer Bevölkerung Nichtraucher sind, ist die demokratische Legitimation einer rauchfreien Umwelt wohl selbstredend.”
Nein, ist sie nicht. Eine 2/3 Mehrheit hätte bei uns ein Recht auf 2/3 der Sitze, ob im Bundestag oder in Lokalen und Bars. Wenn man also den Rauchern ein Drittel der Lokalitäten überlassen würde, hätte niemand etwas dagegen und jeder könnte hingehen, wo es ihm gefällt.
Ein absolutes Rauchverbot in PRIVATEN Lokalen ist nicht demokratisch, sondern Diskriminierung einer suchtkranken Minderheit (darf man das als Gutmensch überhaupt?).
Klar ist Rauchen schädlich, auch für den Passivraucher. Das ist Autofahren aber auch – und zwar besonders für die Nichtautofahrer.
Eine selbstbestimmte Welt – das wäre mal was! Im rücksichtsvollen Umgang miteinander ohne für alles Gesetze aufstellen zu müssen. Bleibt wohl leider ein Traum. Wo wird das alles hinführen? Stigmatisierung der Raucher, dann derer, die Alkohol in der Öffentlichkeit trinken (an vielen Orten der Welt bereits untersagt) bis hin zum Handyverbot, weil die Strahlenbelastung zu groß ist (hier sind die Schäden natürlich noch unbekannt, wen wundert’s?)…Dann enden wir in einer Welt in der es für alles Regeln gibt, außer für die Freiheit!
Regeln sind immer erst dann nötig, wenn sich einige das “Recht” rausnehmen andere zu stören, zu belästigen oder zu schädigen.
So sind im Laufe der Zeit viele Regeln entdtanden von denen man wohl die meisten lieber nicht missen möchte.
Alkohol am Steuer, Zigarettenkippen bei Waldbrandwarnstufe 4 in den Wald werfen, Öl in den See kippen, Steine auf die Bahnschienen legen, seinen Mitmenschen keinen Schaden zufügen.. alldas und vieles andere sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein aber einige bilden sich immer ein sie könnten sich über alles hinwegsetzen. Selbst über diejenigen Sachen die sie vehement für SICH SELBER immer lautstark einfordern.