Schlager ist so eine Art Flucht für die Menschen. Dagobert Jäger

Guten Appetit!

Kein Internet, keine Teilhabe an der Weltwirtschaft. Regierungen, die sich den Chancen des Netzes verschließen, werden vom globalen Ideenwettbewerb ausgeschlossen. Nur wer hungrig auf diese Möglichkeiten ist, profitiert vom digitalen Gedankenaustausch.

Freier Zugang zum Internet ist mehr als nur ein grundsätzliches Menschenrecht: Es ist eine wirtschaftliche Notwendigkeit. Das bedeutet, auch tyrannische Diktatoren sollten ihren Untertanen tunlichst Zugang zum Netz gewähren, und wenn es nur dem Erhalt ihrer Macht dient. Denn erst Zugang zum Internet verleiht den Menschen Teilhabe an der Weltwirtschaft, die immer häufiger intellektuelle Ressourcen nachfragt anstatt Maschinen oder Industrieanlagen.

Ausschluss vom Ideenwettbewerb

Regierungen, die ihre Bevölkerung von der digitalen Gesellschaft abschotten wie in Burma oder Nordkorea, schaden sich selbst. Regierungen, die versuchen, den stetigen Informationsstrom des Netzes zu filtern wie in China, limitieren ihre eigenen intellektuellen Ressourcen. Diese Länder werden am Ideenwettbewerb zur Überwindung grundlegender, menschengemachter Probleme nicht teilnehmen.

Ich hatte das große Glück, diese Entwicklung vorherzusehen. 1982 bekam ich meinen ersten Job als Journalist im Technikressort einer kleinen Lokalzeitung. Ein Jahr später, ich war auf der Suche nach Arbeit, besuchte ich eine Handelsmesse, um neue Kontakte zu knüpfen. Auf meiner Visitenkarte stand lediglich: „Besitze Modem, bin bereit umzuziehen.“ Es funktionierte.

Seitdem ich 1985 für Newsbyte die ersten Gehversuche des Internets journalistisch begleitet habe und dabei beobachten konnte, welche wirtschaftlichen und sozialen Veränderungen dieses neue Medium möglich gemacht hat, möchte ich nicht mehr ohne das Netz leben.

Erst das Internet ermöglicht wahren Austausch

Das Internet wird häufig das Fernsehen der heutigen Zeit genannt. Aber es ist mehr als bloß das. Anders als jedes zuvor entwickelte Medium ermöglicht das Internet den Austausch. Das Netz öffnet den Blick für unendlich viele neue Möglichkeiten, bietet Chancen, diese finanziell umzusetzen, und liefert direkten Kundenkontakt.

Viele Menschen hatten damals bereits Angst, ihr traditionelles Geschäft könnte unter dieser Entwicklung leiden. Ich aber habe sie auf diese unglaublichen neuen Möglichkeiten hingewiesen und gefragt: “Wie hungrig seid ihr?“ Sie waren bereits satt. Doch andere hatten den notwendigen Appetit, werden ihn immer haben. Wer nicht im Internet ist, spielt in diesem neuen Jahrtausend schlicht keine Rolle mehr.

Lesen Sie weitere Meinungen aus dieser Debatte von: Anke Domscheit-Berg, Edgar Ludwig Gärtner , Patrick Spät.

Leserbriefe

comments powered by Disqus

Mehr zum Thema: Internet, Zensur, Netzinfrastruktur

Debatte

Insiderin aus Löschzentrum packt aus

Manipulierte Facebook die Berichterstattung vor der Wahl?

Wenn Sie noch immer denken, im Deutschland des Jahres 2017 könnte so etwas sowieso nicht passieren, dann wird Sie dieses Video eines Besseren belehren. Eine Zensur findet sehr wohl statt, sehr akti... weiterlesen

Medium_15750eeab8
von Hanno Vollenweider
23.10.2017

Debatte

In Deutschland regiert die Zensur

Medium_2c1b471dd2

Heiko Maas' Angriff auf die Meinungsfreiheit

Wir haben in Deutschland bereits eine Zensur, die laut Grundgesetz gar nicht stattfinden soll. weiterlesen

Medium_fa65ceb9bf
von Vera Lengsfeld
19.04.2017

Debatte

Heiko Maas: Ist das das Ende der Pressefreiheit?

Medium_75861d3d02

Droht uns jetzt die große Facebook-Zensur?

Bundesjustizminister Heiko Maaß hat seinen neuen Gesetzentwurf vorgestellt, um härter gegen "Fake News" im Internet und auf Facebook vorzugehen. Wie steht es mit der Pressefreiheit? Ist unser Recht... weiterlesen

Medium_b6d0626984
von The European
17.03.2017
meistgelesen / meistkommentiert