Wir brüllen beide so laut, daß wir uns über's Spielfeld unterhalten können. Oliver Kahn

Hoch auf dem grünen Wagen

Klimaschutz ist der Wirtschaftsmotor der kommenden Jahrzehnte. Durch Investitionen in den grünen Sektor wächst die Wirtschaft, neue Arbeitsplätze entstehen. Vor allem Deutschland ist bestens positioniert, hier eine Vorreiterrolle zu übernehmen.

Die Finanzkrise hat die Welt verändert, ohne Zweifel. Dennoch sollte man die Krise als Chance begreifen. Denn der Klimaschutz ist der Weg aus der Krise. Klimaschutz ist der Wirtschaftsmotor und schafft Arbeitsplätze, sei es im Bereich emissionsarmer Energietechniken, der Energieherstellung, wie es beispielsweise die Branche der erneuerbaren Energien zeigt, aber auch nachhaltige Mobilität, Klimaschutztechniken, Energie- oder Finanzdienstleistungen. Sie alle profitieren schon heute vom Klimaschutz und werden es weiterhin tun. Es darf nicht heißen: “Jetzt erst einmal nicht.” Sondern: “Jetzt erst recht.”

Deutschland ist bestens positioniert

Die deutsche Wirtschaft hat die besten Ausgangsvoraussetzungen, ihren Wettbewerbsvorteil in puncto Umwelt- und Klimaschutz weiter auszubauen. Viele Nationen, allen voran die USA und auch China, haben erkannt, dass die Wirtschaft mittel- bis langfristig auf grüne Techniken umstellen muss, um überhaupt wettbewerbsfähig zu sein. Neben der verbesserten Energieeffizienz werden vor allem auch die erneuerbaren Energien deutlich an Gewicht gewinnen sowie nachhaltige Mobilitätskonzepte wie beispielsweise die Elektromobilität. Die deutsche Wirtschaft kann wie keine andere vom Boom der Branchen der erneuerbaren Energien profitieren, aber auch durch den Ausbau der Energieeffizienz, innovativer Kraftwerkstechnologien und Antriebstechnologien. Und sie kann in den klassischen Umweltschutzbranchen wie Müllverarbeitung, Recycling und Wasseraufbereitung weiterhin Weltmarktpotenziale ausbauen. Bis zu einer Million zusätzlicher Arbeitsplätze sind in diesen Bereichen in den kommenden zehn Jahren möglich.

Der Weltmarkt wird boomen, und es hängt von der Risikofreudigkeit deutscher Unternehmer und Investoren ab, wie sehr oder ob überhaupt sie von diesen Entwicklungen profitieren. Denn eines steht fest: Die Konkurrenz schläft nicht. Auch amerikanische oder chinesische Unternehmen werden versuchen, die Weltmarkanteile für sich zu gewinnen. 
Schon seit Längerem werden Unternehmen nach ihren mittel- bis langfristigen Zielen und dem nachhaltigen Umgang mit Energie und der Umwelt bewertet. Neben direktem Klimaschutz werden Unternehmen auch nach ihrer sozialen Verantwortung und ethischen Unternehmensführungen beurteilt. Unternehmen, die die zentralen Herausforderungen des Klimaschutzes und des nachhaltigen Umgangs mit Energie und Rohstoffen erfolgreich umsetzen, werden ohnehin marktwirtschaftlich die Nase vorn haben. Dies können kleine, mittelständische Unternehmen sein, aber auch kapitalnotierte Unternehmen können profitieren. Denn Kapitalgeber werden gerade nach dieser negativen Erfahrung an den Finanzmärkten noch genauer hinschauen, wo ihr Geld hinfließt. Unternehmen, die schon heute auf nachhaltige Energien und Klimaschutz setzen, werden gestärkt aus der Krise hervorgehen. Unternehmen, die sich rechtzeitig auf die neuen Geschäftsfelder einlassen, werden für Kapitalgeber besonders attraktiv, insbesondere und gerade in wirtschaftlichen Krisenzeiten. Die Märkte gehören denen, die sie sehen.

Klimaschutz und Energiesicherheit sind vereinbar

Klimaschutz und eine sichere Energieversorgung sind vereinbar. Klimaschutz schafft Arbeitsplätze. Klimaschutz ist der Wirtschaftsmotor der nächsten Jahrzehnte. Statt in Klimadepressionen zu verfallen, können wir also ganz optimistisch in die Zukunft schauen, wenn wir entschlossen zur Tat schreiten. Klimaschutz ist keine Last, sondern der Wirtschaftsmotor der Zukunft. Klimaschutz ist der Weg aus der Krise, denn wir können drei Krisen mit einer Klappe schlagen: die Wirtschaftskrise, die Energiekrise und auch die Klimakrise.

Leserbriefe

  • Theeuropean-placeholder
    uniquolol – 19.01.2011 - 05:00

    „…Aus der “green economy”-Politik der Grünen, die inzwischen leider nicht mehr nur von der SPD, sondern jedenfalls zu Teilen auch von der Union adaptiert wird, ist inzwischen der umfassendste und teuerste staatliche Regulierungs- und Subventionsfall der deutschen Politik geworden. Krassestes Exempel ist derzeit die Förderung der Photovoltaik durch eine von allen Haushalten zu bezahlende Einspeisevergütung, die in ihrer finanziellen Dimension und ihrer mageren Wirkung einmalig auf der Welt ist und den Vorwurf der Verschleuderung von Volksvermögen rechtfertigt…“

    Wolfgang Clement – „Das autoritäre Gen der Grünen“
    http://www.handelsblatt.com/meinung/gastbeitraege/liberalismus-das-autoritaere-gen-der-gruenen;2728151

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