Diese Woche war für mich eine ganz besondere, war ich doch in meinem viel zu kurz geratenen Sommerurlaub außerhalb Deutschlands unterwegs. Weil mein Handy dort offline war und sich auch kein Computer in der Nähe befand, über den ich meine normale Nachrichtendosis hätte beziehen können, würde ich das als mein ganz persönliches Sommerloch bezeichnen.
Am Ende wollte das Wetter leider nicht ganz so, wie ich wollte. Und daher ergab es sich dann doch, dass ich zumindest die Schlagzeilen dieser Tage via Fernsehen mitbekam. Mit etwas Abstand betrachtet muss ich dabei gestehen, dass ich jeden verstehe, der inzwischen bei den Nachrichten innerlich abschaltet. Hier mein kurzer politischer Wochenrückblick.
Einstürzende Neubauten
Guido Westerwelle steht von nun an laut Philipp Rösler unter „Beobachtung“ und ist als Außenminister auf „Bewährung“. Man wundert sich, wie lange denn die Probezeit noch gehen soll.
Der Berliner Spitzendkandidat der FDP stellte fest, dass das Verhalten Westerwelles einmal mehr „nicht hilfreich“ für den Wahlkampf war. Man hätte auch sagen können: Der Außenminister reißt gerade ein, was er vorher aufgebaut zu haben glaubte.
Volker Kauder von der CDU stellt fest, dass es weiterhin Möglichkeiten für die Regierung geben muss, wichtige Entscheidungen auch ohne vorherige breite Diskussion im Parlament zu treffen. Ein seltsames Selbstverständnis eines Abgeordneten, gerade auch weil gleichzeitig so ziemlich alle anderen Volksvertreter feststellten, dass der Bundestag wieder mehr mitreden sollen darf.
Wolfgang Bosbach, auch von der CDU, stellt fest, dass er bei der Frage nach dem Euro-Rettungsschirm gegen die Vorlage seiner Regierungsfraktionen stimmen will. Er sieht das als legitim an, wegen des freien Mandats und seines Gewissens. Als vor einem Jahr einige seiner Kollegen genau diesem folgten und Christian Wulff bei der Präsidentschaftswahl die Gefolgschaft verweigerten, war es übrigens genau dieser Herr, der vor laufender Kamera komplett die Contenance verlor und „Corpsgeist“ einforderte.
Recht haben die Herren!
Die Oppositionsparteien wurden über die Inhalte der geplanten Gesetzesvorlage zum Euro-Rettungsschirm informiert, die Spitzenpolitiker ließen es sich danach nicht nehmen, mit ernster Miene und unter der Ausstrahlung großen Verantwortungsbewusstseins vor die Presse zu treten. Derweil rügen Helmut Kohl und Helmut Schmidt die damalige Regierung Schröder für deren Bruch des Stabilitätspaktes vor zehn Jahren. Recht haben die Herren. Aber was sagen eigentlich diejenigen dazu, die damals wie heute für SPD und Grüne im Parlament saßen und heute aus der Opposition heraus erklären, wie das Schlamassel zu bewältigen sei?
Und zu guter Letzt tauscht Felix Magath – zumindest gefühlt – in den letzten Stunden der Bundesliga-Transferperiode wieder einmal die gesamte Mannschaft aus. Erfahrene Kräfte aus dem Ausland sollen helfen. Vielleicht wäre das ja auch ein Modell für die deutsche Politik? Womit wir wieder am Anfang der Aufzählung meiner nicht ganz ernst gemeinten Sommerlochs-Kolumne wären …
















Vielleicht hätten Sie einfach IHR Sommerloch für SICH behalten sollen….laaannnnnggggggweilig….
PS: Und, DR.-Titel schon mit Kuli rausgestrichen ?
Oh… ich habe meinen ersten Stalker… aufregend :-)