Die Inflations-Kanzlerin

von Christoph Giesa22.05.2013Außenpolitik, Wirtschaft

Die Regierung spielt virtuos mit der deutschen Angst vor der Hyperinflation. Dabei haben wir ein ganz anderes Problem. Unsere Enkel werden im Geschichtsbuch lesen und nur den Kopf schütteln.

Die Bundeskanzlerin richtet ihre Politik vordergründig an dem Versuch aus, deutsche Sparguthaben zu schützen. Sie bedient sich dabei an der in den deutschen Genen liegenden Angst vor der Hyperinflation – obwohl diese derzeit so weit entfernt ist wie selten zuvor. Damit wird sie in den Geschichtsbüchern ihren Platz direkt neben dem letzten Reichskanzler Brüning finden.

Ich erinnere mich noch ziemlich genau an den Sommer 2010. Es war eine intensive, politisch wie emotional aufwühlende Zeit. Einige Wochen kämpfte ich mit vielen anderen dafür, dass der nächste Bundespräsident nicht Wulff, sondern Gauck heißen sollte. Und wenn das für einen Moment nicht das dominierende Thema war, machte ich mir Gedanken darüber, was die gerade aufkommende Griechenland- und Euro-Krise für mein Sparguthaben bedeuten würde.

Inflation wird nicht unser Problem sein

Mein erster Reflex war die Angst, dass mit der Rettungspolitik die Inflation kommen würde. Was, wenn plötzlich alles gegen die Wand fährt? Ich wollte definitiv nicht derjenige sein, der die Ersparnisse meiner Großmutter, die diese sich über Jahrzehnte von ihrer Witwenrente vom Mund abgespart hatte, durch Untätigkeit vernichtete. Also begann ich mir Gedanken zu machen. Was sollte man tun? Fremdwährungen kaufen? Gold? Eine Wohnung? Also das, was in Krisenzeiten als vergleichsweise sicher gilt? Nun, ich entschied mich, zunächst noch einmal ein wenig genauer auf die Gesamtlage zu schauen – und stellte am Ende fest: Inflation wird nicht unser Problem sein.

2013 steckt Europa immer noch in der Krise, aber die Inflation liegt in Deutschland bei gerade einmal 1,2 Prozent – und damit deutlich unter der von der EZB angestrebten Zielsetzung von knapp unter zwei Prozent. Die EZB drückt immer mehr Geld in den Markt, ebenso wie die Zentralbanken in den USA oder Japan auch, trotzdem fällt der Goldpreis. Die Untergangspropheten liegen mit ihren Voraussagen seit Jahren daneben, trotzdem wird weiter vor der bevorstehenden Inflation gewarnt.

Die

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