Königshäuser sind Vorreiter der Emanzipation. Julia Melchior

Multikulti versus christliche Leitkultur

Das Sommermärchen und die Flüchtlingskrise. Fast zehn Jahre liegen zwischen diesen Ereignissen, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

Das Sommermärchen und die Flüchtlingskrise. Fast zehn Jahre liegen zwischen diesen Ereignissen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Einmal ein Land in Schwarz-Rot-Gold gehüllt, euphorisiert und stolz. Jetzt ein Land mit über einer Million Flüchtlingen, das der Frage nachhängt, ob wir das schaffen.

Beide Anlässe haben eine Debatte darüber ausgelöst, was deutsch ist und was unser Land ausmacht. Ob Deutschland angesichts seiner Vergangenheit Fahnen schwenken dürfe. Oder ob es statt Multikulti einer christlichen Leitkultur bedürfe.

In beiden Fällen sind Ängste die treibende Kraft: Vor einem neuen Nationalismus, wie ihn Linke befürchten, oder einer vermeintlichen Islamisierung des Abendlands, wie die Rechtspopulisten behaupten. Auch das ist leider deutsch. Die sprichwörtliche German Angst.

Dem steht entgegen, was einst Friedrich der Große sagte: Jeder soll nach seiner Façon selig werden. Ein Grundsatz, den er gerade mit Blick auf die Religionen vertrat, und der bis heute Gültigkeit besitzt. Das ist der liberale Geist unseres Grundgesetzes. Es ist eine Werteordnung der Freiheit und der Toleranz.

Was ist also deutsch? Der Stolz auf eine Verfassung, die offen ist für den Patriotismus von Deutschen und Zuwanderern. Die jedem Freiheit und Würde sichert, egal an welchen Gott er glaubt, wen er liebt und wie er lebt. Die aber wehrhaft ist gegen all jene, die genau diese Liberalität ablehnen. Egal, ob sie neu bei uns sind oder schon immer hier waren.

Der Text erschien zuerst auf der Webseite von Christian Lindner

Lesen Sie weitere Meinungen aus dieser Debatte von: Vera Lengsfeld, Katja Kipping, Jürgen Fritz.

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