Der Ökonom ist Professor für Volkswirtschaftslehre (Makroökonomik) und Geldtheorie an der ESB Business School. Herzog studierte Volkswirtschaftslehre und Mathematik und promovierte über das Thema „Monetary-Fiscal Interaction in EMU“. Neben mehreren Forschungsaufenthalte im Ausland, u.a. am MIT, USA, sammelte er Berufserfahrung beim „Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung“ und erhielt danach eine Anstellung als Chefvolkswirt und Leiter der Wirtschaftsabteilung bei der Konrad-Adenauer-Stiftung in Berlin.
Zuletzt aktualisiert am 14.11.2011Der Vorschlag von Wolfgang Schäuble, eine Steuer auf Aktienverkäufe zu erheben, ist wohlgemeint, aber schlecht gedacht. Denn die Kosten tragen am Ende die Kunden.
Aufgrund ihrer Einbindung in die EU können Länder zu wenig flexibel reagieren – Ratings gießen lediglich Öl ins Feuer.
Die Krise im Euro-Raum wirft ein Schlaglicht auf die Institutionen der Union. Denn die sind an der derzeitigen Situation alles andere als unschuldig.
Deutschland muss mehr Geld in Bildung investieren, ansonsten werden wir unser Wohlstandsniveau nicht halten können. Übertriebene Ängste sind angesichts des demografischen Wandels jedoch genauso fehl am Platz wie die übertriebene Rhetorik vom Exportweltmeister.
Die Regulierung der Finanzmärkte muss ein in sich schlüssiges Gebilde sein – eine große Festung im Sinne Poppers, kein Flickenteppich. Wenn das geschafft ist, wirkt das Prinzip der Reziprozität und alle Länder profitieren von einem effektiven Markt.
Vertrauen ist gut – doch genau dieses Vertrauen haben die Rating-Agenturen in den vergangenen Jahren nicht gerechtfertigt. Der Markt muss jetzt genauer kontrollieren, welche Ratings wirklich aussagekräftig sind. Und die Agenturen müssen sich der eigenen Verantwortung stellen.
Wenn wir die Wirtschaft der europäischen Länder zentral steuern könnten, wären Euro-Bonds eine Option. Bis dahin müssen wir aber verbindliche Regeln vereinbaren.
Noch immer ist kein Ende der Eurokrise in Sicht. Alexander Görlach sprach mit dem Ökonomen Bodo Herzog über das Prinzip von Risiko und Haftung, die Leistungsbilanzungleichgewichte zwischen den USA und China sowie mögliche Maßnahmen für die Neugestaltung der europäischen Währungsunion.