Die Bill and Melinda Gates Foundation hat seit ihrer Gründung über 22 Milliarden US-Dollar an Hilfsprojekte in armen Ländern gespendet und sich dabei vor allem auf die Verfügbarkeit von Impfstoffen und Kredithilfen für Bauern konzentriert. Doch steigende Energiepreise und die Bedrohung lokaler Märkte und Ökosysteme durch den Klimawandel stellen die Weltgemeinschaft vor große Aufgaben, die unmittelbar mit Problemen von Armut und globaler Ungleichheit verbunden sind.
Eine Senkung der Energiekosten zur Armutsreduktion muss daher immer auch die möglichen klimatischen Effekte berücksichtigen. Es geht, so Gates, nicht nur um Energiesubventionen und eine Verbesserung der Energieversorgung, sondern vor allem um eine Reduktion des gesamten Energieverbrauchs. Im globalen Mittel ist jeder Mensch für etwa fünf Tonnen des jährlichen Kohlendioxidausstoßes verantwortlich – auch wenn die Emissionsschere zwischen den westlichen Ländern und dem Rest der Welt weiterhin weit auseinanderklafft. Als langfristiges Ziel fordert Bill Gates die Nullemission als eine nachhaltige und sozial verantwortliche Lösung.
Der Energiehunger steigt
Der Energiehunger der Welt nimmt jedoch nicht ab und macht es einfach, Nullemissionen als utopische Rhetorik abzutun. Die Weltbevölkerung wächst weiterhin (aktuelle Prognosen gehen von bis zu neun Milliarden Menschen aus) und nutzt eine immer größere Anzahl von Produkten und Dienstleistungen. Diese Entwicklungen machen die Realisierbarkeit der Nullemission von zwei Faktoren abhängig: die Effizienz, mit der Leistungen erbracht werden können, und die Kohlendioxidemissionen pro Energieeinheit.
Effizienzsteigerungen sind zweifelsohne eine wichtige Entwicklung. Doch nur durch eine bessere Energieausbeute werden sich aktuelle Trends nicht stoppen und schon gar nicht umkehren lassen. Der Fokus, so Gates, muss daher auf der Entwicklung emissionsarmer Energieformen liegen. Zum einen können durch neue Speichertechnologien gewaltige Mengen an CO2 langfristig der Atmosphäre entzogen werden, zum anderen bieten Nuklearenergie, Wind und Solar neue Möglichkeiten zur quasi emissionsfreien Energiegewinnung.
Es bedarf internationaler politischer Entschlossenheit
Jede Technologie stellt uns auch weiterhin vor große Herausforderungen: Umweltaspekte, Sicherheitsbedenken oder technologische Hürden (vor allem in Batteriekapazitäten) müssen offensiv angegangen werden. Doch diese Herausforderungen sollten uns nicht von diesen Projekten abbringen oder das Ziel der Nullemission infrage stellen. So versprechen zum Beispiel neue Ansätze in der Nukleartechnologie nicht nur eine höhere Energieausbeute, sondern auch eine Lösung des Abfallproblems verstrahlter und ausgebrannter Brennstäbe.
Um aktuelle Klimatrends zu stoppen und eine signifikante Veränderung des Weltklimas zu verhindern, ist bis 2020 eine 20-prozentige Energieeinsparung notwendig, gekoppelt mit einer andauernden Innovationswelle im Bereich der emissionsfreien Energiegewinnung. Durch internationale politische Entschlossenheit und die Förderung privater Unternehmen im Green Technology Sector kann dies gelingen. Bis 2050 erscheint dann auch eine Reduktion der Emissionen um 80 Prozent als durchaus realisierbar.















