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„Inspiration findet man überall“

Zeitlos-edel im Design und hochwertige Werkstoffe neu interpretiert; das ist die Handschrift der international renommierten Interior-Designerin Anne Maria Jagdfeld. Susanne Lettner traf sie zum Gespräch.

Susanne Lettner: Frau Jagdfeld, Sie sind die Gründerin von Jagdfeld Design. Können Sie mir erzählen, wie alles angefangen hat?
Anne Maria Jagdfeld: Ich bin seit 1983 Projektentwicklern und Interior Designerin und habe anfänglich vor allem private Objekte betreut. Mit den großen Hotelprojekten wie dem Adlon in Berlin, dem Quellenhof in Aachen und dem Grand Hotel in Heiligendamm habe ich 1998 meine Interior-Company gegründet. Seither habe ich neben den Hotels auch die Japanische Botschaft in Berlin ausgestattet und das Interior Design für den privaten China Club Berlin oder den Nachtclub Felix entwickelt. Jagdfeld Design betreut die gesamte Konzeption eines Projektes, vom Hoch- und Innenausbau bis zur Landschaftsarchitektur, vom Möbelentwurf bis zur Produktgestaltung.

Susanne Lettner: Wie würden Sie Ihren eigenen Stil beschreiben?
Anne Maria Jagdfeld: Ich bevorzuge einen dezenten und eher zurückhaltenden Stil, nichts Auffälliges, nichts Grelles. Meinen Stil kann man an hochklassigen Materialien, erstklassiger handwerklicher Verarbeitung und stimmigen Farb- und Formkonzepten festmachen. Ich mixe klassische Formen mit modernen Entwürfen.

Susanne Lettner: Welche Materialien gehören zu Ihren Favoriten, gibt es Materialien, mit denen Sie immer wieder arbeiten?
Anne Maria Jagdfeld: Ich arbeite am liebsten mit natürlichen Materialien und Werkstoffen wie Naturstein, Leder, Leinen, Parchment, Bronze und bestimmte hochwertige Hölzer, die durch außergewöhnliche Bearbeitungstechniken neue und aufregende Oberflächen erhalten.

Ein Buddhakopf aus Birma

Susanne Lettner: Wo finden Sie die außergewöhnlichen Accessoires, mit denen Sie Ihre gestalteten Innenräume dekorieren?
Anne Maria Jagdfeld: Ich bin seit vielen Jahre in Asien unterwegs. Viele Accessoires habe ich dort gefunden, zum Beispiel alte Kerzenleuchter aus Japan und Nepal, einen Buddhakopf aus Birma, Photographien von der Südsee aus Tahiti, zeitgenössische Malerei aus China. Andere Accessoires, etwa Skulpturen und Masken, habe ich von meinen Reisen nach Afrika mitgebracht, noch andere Accessoires stammen aus verschiedenen europäischen Ländern – Barockkommoden und große Bronzeschalen aus Paris, Venini-Vasen aus Venedig, Meissen-Porzellan mit Drachenmotiv aus Deutschland.

Susanne Lettner: Sie sind Designerin und entwerfen Möbel und Accessoires. Was inspiriert Sie zu Ihren Designgestaltungen?
Anne Maria Jagdfeld: Inspiration findet man überall. Wenn man mit offenen Augen durchs Leben geht, kann jeder Augenblick inspirierend sein. Außerdem reise ich häufig und lese sehr viel. Aber die meisten kreativen Ideen habe ich, wenn ich ganz für mich sein kann.

Susanne Lettner: Sie betreiben auch den Department Store 206 in Berlin. Welches Design-Konzept steckt dahinter?
Anne Maria Jagdfeld: Mit dem Department Store 206 habe ich meine ganz persönliche Wunsch-Shopping-Adresse realisiert: Ein internationales, elegantes und exklusives Sortiment in edlem Ambiente und intimer Atmosphäre. Das Interior Design spielt dabei eine wichtige Rolle. Ein exklusives Shopping-Erlebnis braucht ein entsprechend exklusives Ambiente – sensitiv, luxuriös und modern. Außerdem habe ich von Anfang an auf den heute verbreiteten Mix von Mode, Accessoires, Kosmetik und Interior Design gesetzt und neben Kunst und Photographie auch Möbel und Wohnobjekte in den Fashion-Bereich integriert.

Susanne Lettner: Mit welchen Projekten beschäftigen Sie sich in letzter Zeit?
Anne Maria Jagdfeld: Wir haben den Spa-Bereich im 5-Sterne Seehotel Überfahrt am Tegernsee fertiggestellt – eine wunderschöne Wohlfühl- und Wellness-Oase. Zudem planten wir zwei Projekte in London und die Renovierung eines großen Hotels.

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