Ich bin ein Jedi. Jón Gnarr

Kraft-Ballett

Dicke japanische Männer treffen wie Kolosse aufeinander: Dieses Klischee ist lange überholt. Sumo-Sport wird weltweit betrieben – und die Deutschen machen eine besonders gute Figur.

Im Gegensatz zum vorgefertigten Bild wird der Sumo-Sport von jungen, attraktiven Sportlern ausgeübt. Selbst unsere „Kolosse“ sind um einiges sportlicher als viele andere „Normalgewichtige“ – denn ein guter Sumo-Ringer verfügt über Explosivität und Standfestigkeit. Genau das macht den Sumo auch so geeignet für die Olympischen Spiele: Es ist eine spannende und sehr schnelle Kampfsportart, bei der sich mentale Kraft mit körperlicher Energie paart.

„Olympia, schau auf diesen Sumo-Sport“

Ernst Reuter sagte 1948 in seiner Rede vor dem Berliner Reichstag: „Ihr Völker der Welt (…) Schaut auf diese Stadt und erkennt, dass ihr diese Stadt und dieses Volk nicht preisgeben dürft und nicht preisgeben könnt.“ Ich würde diesen Satz gerne umwidmen und sagen: „Olympia, schau auf diesen Sumo-Sport und erkenne, dass du diesen Sport bei den Olympischen Spielen nicht vergessen kannst.“

Für Spannung ist beim Sumo-Sport bestens gesorgt. Die Kämpfe haben eine durchschnittliche Kampfzeit von zwei Minuten. In Ausnahmefällen kann sich diese Kampfzeit auch auf vier Minuten verlängern. Der Zuschauer wird stets unter Spannung gehalten, da er die Kämpfe fortlaufend und nur mit einer kurzen Unterbrechung sieht.

Sumo passt zu Olympia

Der Sumo-Sport hat eine lange japanische Geschichte und ist in der japanischen Tradition beheimatet. Japan ist aber heute nicht mehr die alleinige Sumo-Hochburg. Auch in anderen Ländern erfreut sich die Sportart einer großen Beliebtheit; in der International Sumo Federation sind 77 nationale Verbände organisiert. Die deutsche Sumo-Nationalmannschaft ist übrigens international äußerst erfolgreich. So gewann sie bei der letzten Europameisterschaft dieses Jahr in Budapest insgesamt 25 Medaillen. Ich bedauere es sehr, dass der Sumo-Sport bei der Olympiade 2012 London nicht dabei sein wird, denn grundsätzlich haben alle Sportarten das Recht auf eine Teilnahme bei den Olympischen Spielen.

Bei Olympia treffen sich junge sportliche Menschen aller Nationen zum friedlichen Wettstreit. Nichts ist stärker anerkannt als der Sport, um die Völker dieser Welt in Frieden miteinander zu verbinden. Ich kenne kein schöneres Sporterlebnis, als sich mit anderen Sportlern nach den Wettkämpfen zum gemeinsamen Essen, Reden und Tanzen zu treffen. Es gibt auf dieser Welt nichts Besseres, als im Sport friedlich vereint zu sein. Warum also den Sumo-Sport davon ausnehmen?

Lesen Sie weitere Meinungen aus dieser Debatte von: Kimmo Lahtinen, Rüdiger Hüls, Ibrahim Mazari.

Leserbriefe

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