Die Letzten aber werden die Ersten sein, und wer sich selbst erhöht, der wird erniedrigt: zwei Sätze, wie in Stein gemeißelt, geläufig auch dem, der keine Bibel sein Eigen nennt. Sie stammen von Jesus Christus und sind sehr ernsthafte Ermahnungen, die irdische Ruhmsucht nicht zu übertreiben. Im Angesicht der Ewigkeit, besagt die strenge Mahnung, haben menschliche Ränge nichts zu bedeuten, ja, wird jedes nur menschliche Prestige umgekehrt.
Öffentliche Unterwerfung kann einen Machtanspruch begründen
Schon den Ersten, die dem Nazarener sich anschlossen, war demnach das Trachten nach Ansehen, der Kampf ums Renommee nicht unbekannt. Man wollte durchaus die anderen übertreffen, sei es an Frömmigkeit, sei es an Einfluss. Das Lob der Letzten und Erniedrigten hat indes eine Unwucht, die bis heute fortwirkt. "Diener der Diener Gottes“ nennt sich seit Gregor dem Großen der regierende Papst. Herrschen darf, herrschen soll der Untertänigste von allen. Öffentliche Unterwerfung kann einen Machtanspruch begründen.
Von dieser Ambivalenz nicht ausgenommen ist das Bild der zurückliegenden Woche. Es zeigt Bischof Bode buchstäblich am Boden. Der Osnabrücker Oberhirte vollzog die Prostration – jedoch nicht, wie liturgisch vorgesehen, im Rahmen der Karfreitagsliturgie oder bei der Priesterweihe. Dort markiert das Zubodenwerfen des gesamten Körpers, mit Brust und Wange im Staub, die völlige Unterwerfung unter Gott, die Selbsthingabe. Zur Todesstunde Christi wie zum endgültigen Abschied vom ungeweihten Dasein macht der Gottesmann sich klein und schwach. Sein Leib hat eine theologische Botschaft: Zertritt mich nicht, du immer Größerer, wende dich nicht ab.
Das Bild wird bleiben, wenn die meisten Bilder des Jahres 2010 schon vergessen sind
Franz-Josef Bode wählte nun die Prostration, um stellvertretend Sühne zu leisten für die sexuellen Missbräuche im Raum der Kirche. Da sollte also nicht nur der Mensch und Bischof, da sollte die ganze Kirche von Osnabrück im Staub liegen aus Scham und aus Schuld. "Wir bekennen“, sprach Bode, "die gleichsam strukturelle Sünde in der Kirche, die auch hier bei uns Taten des Missbrauchs begünstigt und deren Aufdeckung erschwert oder behindert hat.“ So hätten sich die "Dunkelheiten und Schattenseiten einer Kirche“ gezeigt, "in der eine Atmosphäre herrschte, die oft die Verschleierung der Taten möglich machte“.
Augenzeugen berichten von der sichtbaren, echten Ergriffenheit des Bischofs bei dieser Aktion, die bisher keinen Nachahmer fand. Das Bild aus dem Osnabrücker Dom wird bleiben, wenn die meisten Bilder des Jahres 2010 schon vergessen sind. Der liegende Bischof, seine Entschuldigung, sein Bekenntnis, seine Reue. Bleiben wird auch die unauslotbare Ambivalenz. Trieb ihn nur die Scham auf den Boden? Oder auch ein wenig der Ehrgeiz, Erster zu sein in der öffentlichen Demut, um als Erster zu gelten im Kreis der Gleichen? Wir wissen es nicht, wir ahnen aber: Die Zukunft wird es weisen.















Wahrlich, sexuelle Übergriffe auf Kinder durch geweihte Priester und Ordensleute sind ein besonderer Skandal! Und zu diesem Skandal gehört auch, daß der deutsche Episkopat seit 40 Jahren in den Fragen der Sittenlehre eisern auf Tauchstation verharrt. Es gibt wohl kaum ein größeres Tabu in der real existierenden kath. Kirche Deutschlands als den Begriff der Keuschheit, gar etwa noch in Verbindung mit einem Gebot, geschweige denn einem Verbot. Seit 40 Jahren werden Eltern in der Erziehung ihrer Kinder in diesen Fragen von den Bischöfen vollständig alleingelassen – in einer Zeit massiver Sexualisierung – und wie ich vermute, die Priester von ihren Bischöfen genauso!
Zu dem großen Mea Culpa des Bischof Bode hätte es deshalb notwendigerweise gehört, den eigenen bischöflichen Schuldanteil an sexuellem Wilchwuchs bis hin zu Pädophilie unter Priestern im jahrelangen Ungehorsam gegen Humanae Vitae und päpstliche Hirtenworte endlich einzugestehen anstatt alles auf die kirchlichen Strukturen zu schieben. Damit hätte er Größe gezeigt und sich nicht dem Verdacht einer wohlfeilen Buß-Show ausgesetzt.
Das Kapitel Vechta im Bistum muss auch aufgearbeitet werden. Die sexuellen Ausschweifungen von Priestern sind schrecklich aber es gibt auch andere Leichen im Keller und Menschen, die drunter leiden, dass ihr Leben zerstört wurde.
dass eine Geste der Buße gleicht verdächtigt wird, ein Zeichen für Ehrgeiz und Selbstgerechtigkeit zu sein. Der Bischof wollte sicher ein Zeichen für die Institution Kirche setzen.
Alles in allem halte ich die Geste von Bischof Bode schon für glaubwürdig, was ihn selbst betrifft. Ansonsten muss ich leider sagen: Es gibt immer noch die Sorte von hauptamtlichen Mitarbeitern der Kirche und von Pfarrgemeinderäten etc., die an der gewohnten Vertuschung festhalten, also Aufklärung und Aufarbeitung verhindern. Und an diese Leute kommt man, zumindest im Erzbistum München und Freising, leider trotz aller Bemühungen nicht ran. Ic glaube auch, dass Kardinal Marx durchaus bereit So dürfte Bischof Bode leider eine löbliche Ausnahme. Hermann Eisenhardt sein.
Various fields of life need various masters. Therefore, a thesis writing service looks for the doctoral dissertations creators. Your perfect information about this good topic meet all the requirements at that deal. Furthermore, you should surely work as a writer.