I am not convinced. Joschka Fischer

Alexander Graf

Alexander Graf

Dr. phil. Alexander Graf beschäftigt sich primär mit der deutschen und österreichischen Geschichte. 2014 promovierte er mit einer Arbeit über die deutschnationale Bewegung in Österreich-Ungarn an der Karl-Franzens-Universität Graz. Zuvor studierte er in Paderborn und Marburg. Seit einigen Jahren schreibt er für verschiedene Print- und Online-Magazine aus dem deutschsprachigen Raum über Themen aus den Bereichen Kultur, Geschichte, Politik und Musik. Er wurde 1983 in Westfalen geboren.

Zuletzt aktualisiert am 23.02.2017

Debatte

Zeit für die Direktwahl

Der Bundespräsident bekleidet das höchste Amt in der Bundesrepublik Deutschland. Man sollte meinen, dass ihm angesichts dessen auch eine dementsprechende Wertschätzung durch die Politik zukommt – doch weit gefehlt. Dass dieses Amt mittlerweile als politische Endstation für altgediente Parteisoldaten oder potentielle Rivalen der Kanzlerin dient, ist spätestens seit Christian Wulff offensichtlich.

Debatte

Vergebene Chancen und Erstarrungssymptome

Vor 30 Jahren wurde in Österreich die Regierung Vranitzky/Mock angelobt. Franz Vranitzky war der Kanzler mit SPÖ-Parteibuch, Alois Mock sein Vize von der ÖVP. Es war gewissermaßen der Auftakt der Dauer-GroKo in der Alpenrepublik. Seitdem gab es nur in den Jahren 2000 bis 2007 andere Regierungsbündnisse, an denen die FPÖ jeweils als Juniorpartner beteiligt war.

Debatte

Die Trolle sind los

Nach dem medialen Strohfeuer ist es wieder ruhig geworden um die Alt-Right Bewegung. Das Spektrum der alternativen Rechten in den USA war nach dem Wahlsieg Trumps in den Medien omnipräsent. Der Namensgeber der „Bewegung“, Richard Spencer, bekam globale Aufmerksamkeit. Doch ist diese Gruppe wirklich bedeutend? Ist nicht vielmehr die Art, wie sie Aufmerksamkeit generiert, viel interessanter?

Debatte

Zittern vor „Breitbart News“

In den Redaktionsstuben macht sich Unbehagen breit. Unbehagen? Von wegen! Es ist die nackte Angst. Der Grund dafür sind „Fake-News“. Falschmeldungen seien so wirkmächtig, dass sie gar Donald Trump den Weg ins Weiße Haus geebnet hätten – so zumindest lautet die Erklärung, die nicht wenige Medienschaffende hierzulande parat haben. Das ist nichts als ein Ausdruck der Hilflosigkeit.

Debatte

Als das Reich den Frieden wollte

Am 12. Dezember 1916, mitten im Ersten Weltkrieg, unterbreiteten die Mittelmächte der Entente ein Friedensangebot. Am 30. Dezember lehnten die Westmächte ab. Mit Folgen bis auf den heutigen Tag, zum Beispiel in Syrien: weil speziell Frankreich und England damals im selben diplomatischen Kontext einen Grundstein für den erweiterten Nahostkonflikt legten.

Debatte

Der Friedensnobelpreis und die Sinnfrage

And the winner is: Juan Manuel Santos. In diesem Jahr geht der Friedensnobelpreis an den kolumbianischen Präsidenten. Das Nobelpreiskomitee ehrt den seit 2010 amtierenden Regierungschef für seine Bemühungen und Verdienste um den Friedensprozess in seinem Land. Denn Santos gelang es im September 2016, die marxistischen FARC-Rebellen zur Unterzeichnung eines Friedensabkommens zu bewegen.

Debatte

Was ist gut in Afghanistan?

„Nichts ist gut in Afghanistan.“ Irrte Margot Käßmann mit ihrer Aussage über die Zustände in dem Land oder hatte sie nicht vielmehr eindeutig Recht? Die Lage am Hindukusch verschlechtert sich seit 2010 – seit der Predigt mit dieser Aussage – ständig. In dem Land mit seinen rund 33 Millionen Einwohnern gewinnen die radikalislamischen Taliban langsam, aber umso sicherer ihren Einfluss zurück.

Debatte

Droht Europa das Schicksal des Habsburgerreiches?

Die Donaumonarchie war wie ein vereintes Europa in etwas kleinerem Maßstab. Regiert wurde sie von Wien aus, und ihr Zerfall, der schleichend und zunächst unsichtbar begann, könnte eine Warnung für das Europa heutiger Tage sein. Am 21. November 1916, mit dem Tod Kaiser Franz Josephs I., war das Weltreich der Habsburger fast schon Geschichte. Nur der Schlusspunkt fehlte noch.

Debatte

Die entbehrliche Empörung

Je länger das Dritte Reich zurückliegt, umso stärker wird es „aufgearbeitet“ und „bewältigt“. Sportvereine, Unternehmen, Behörden und Ministerien haben bereits von Historikern oder ganzen Kommissionen ihre eigenen Rollen zwischen 1933 und 1945 erforschen lassen. Auch die vielerorts scharf kritisierte Veröffentlichung „Das Amt“ hat nichts geändert: Immer neue Aufarbeiter melden sich zu Wort.

Debatte

Osteuropäische Beharrung zum Wohle Europas

Vor 60 Jahren, am 23. Oktober 1956, erhob sich in Ungarn ein Aufstand gegen den real existierenden Sozialismus, gegen die sowjetische Fremdherrschaft. Tausende starben, Hunderttausende mussten fliehen. Die Erinnerung daran ist heute ein Grund dafür, dass die Ungarn sich nur sehr begrenzt beeinflussen lassen. Diese Haltung ist weder unsinnig noch verwerflich.

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