Was der Dieter Bohlen macht, finde ich unter aller Sau. Manne Dumke

Nur gemeinsam stark

Nach einem Jahr kommen Start-ups oft in die Bredouille, weil sie nicht an Finanzierungsquellen kommen. Dabei gibt es diese durchaus, man muss nur den Blick schärfen.

Was für die Start-up-Welt in Deutschland relevant wird, so hört man immer wieder, geschähe einige Jahre zuvor in den USA, im Silicon Valley. Nun, vorige Woche hat das amerikanische Tech-Magazin „Wired“ einen Artikel online veröffentlicht, der sich mit der Schwierigkeit für US-Start-ups auseinandersetzt, genügend Investorengeld aufzutreiben.

Die Anfangsfinanzierung steht, das Unternehmen wirtschaftet ein Jahr und braucht dann wieder Geld. Wenn man zu neuen Investoren vorstoßen will, zum großen Venture Capital, so der Artikel, sind den neuen Unternehmen schnell Grenzen aufgezeigt. Die Bewertungen, zu denen die jungen Start-ups frisches Geld aufnehmen wollen, werden oft nicht akzeptiert. Der Artikel legt den Gründern nahe, ihre Bewertungen zu senken und einer sogenannten down round zuzustimmen.

An großes Geld zu kommen, ist auch in Deutschland nicht immer leicht, gerade für solche Start-ups, die zwischen fünfhunderttausend und einer Million Euro an frischem Kapital brauchen.

Die Verzahnung von Alt und Neu

Der naheliegende Schluss aus dem Artikel könnte sein, dass es sich, wie zu Beginn der Nullerjahre, um eine Blase handelt. Ich denke nicht, dass das die richtige Folgerung ist. Die Frage ist vielmehr, ob nicht zu viele Start-ups gegründet werden, die von Angel Investoren erstes Kapital bekommen, dann aber nicht in der Lage sind, in einer bestimmten Zeit ihr Produkt, ihre Dienstleistung auf die Straße zu bringen.

Auch in Deutschland, in Berlin besonders, steigt die Zahl der Gründungen. In der Hauptstadt tragen sie signifikant zur Wirtschaftsleistung bei und erwirtschaften mehr als die Bauindustrie. Zu erkennen ist also an der Stelle nicht wirklich, dass mehr Gründungen mehr Flops und mehr Geldverbrennen bedeuten würden.

In dem Maße aber, in dem das Gründen eines Start-ups zu einer Option für Berufsanfänger wird, was seit wenigen Jahren der Fall ist, steigt die Möglichkeit, dass ein junges Management nicht alle Probleme seiner neuer Company im Blick hat, bei aller Begeisterung für das innovative Produkt. Umso wichtiger ist die – hier so oft besungene – Notwendigkeit, dass alte Industrien und neue Geschäftsfelder sich zusammentun. Das muss nicht nur auf einer Ebene des Geldgebens sein. Oder auf institutioneller Ebene, also durch Invest von Corporates oder durch Inkubatoren, die von diesen Corporates gegründet werden. Es geht auch auf individueller Ebene: Mein ehemaliger Chef, unter dessen Ägide ich für BMW ein Online-Magazin herausgegeben habe, berät nun das Start-up Waymate. Ein anderer Freund hat für seine Gründung gerade den Support, monetär und manageriell, eines ehemaligen Vorstands eines DAX-Konzerns erhalten.

Diese Verzahnung ist wichtig, sie findet schon statt – davon muss es mehr geben. Dann vermeiden wir die Entwicklungen, wie sie gerade aus den USA berichtet werden. Und vielleicht lernt die amerikanische Gründerszene an der Stelle sogar etwas von uns.

Newconomy ist die neue Kolumne der Berliner Start-up-Industrie. Sie beschreibt Szenen auf der Schnittstelle zwischen neuer und klassischer Ökonomie, zwischen Politik und Unternehmertum. Newconomy ist gesponsert durch die Factory, der neue Start-up-Standort in Berlins Mitte.

https://www.facebook.com/FactoryBrln
www.factoryberlin.com
twitter: @factoryberlin

Leserbriefe

comments powered by Disqus

Aus der Kolumne

Newconomy

Heiter bis sonnig

Big_67dc704ffa

Berlin als Start-up-Standort hat in den letzten 14 Monaten, in denen diese Kolumne erschien, viel Aktivität erlebt. Auch wenn nun der Winter Einzug hält in Berlin, bleiben die Aussichten heiter.

Small_69f9a5dd40
von Alexander Görlach
12.09.2013

Der neue Neue Markt

Big_5a362dbbd5

Wider den Bedenkenträgern. Philipp Röslers Vorstoß, ein neues Instrument zur Finanzierung von Start-ups zu schaffen, ist richtig. Denn die Industrie ist ein Wachstumstreiber.

Small_69f9a5dd40
von Alexander Görlach
30.08.2013

Eine schöne Vorstellung

Big_753e2e1459

Wenn Start-ups aus dem Netz in die Fußgängerzonen wechseln, ist das nicht nur Marketing. Auch die Städte können profitieren.

Small_69f9a5dd40
von Alexander Görlach
22.08.2013

Mehr zum Thema: Start-up, Silicon-valley, Finanzierung

Kolumne

Medium_45c47f9584
von Gunnar Sohn
28.05.2014

Debatte

Aus Spree-Athen wird Silicon Valley an der Spree

Medium_775b483ed1

Standortvorteil

Berlin muss endlich den nächsten Schritt machen. Nur, wenn die guten Voraussetzungen genutzt werden, kann die Stadt in die internationale Topliga aufsteigen. weiterlesen

Medium_20e11129ab
von Katrin Suder
22.05.2014

Debatte

Wie Teilen unser Konsumverhalten verändert

Medium_5e023d0a02

Weniger besitzen, mehr haben

In Zukunft werden wir keine Güter mehr kaufen, sondern das Recht, sie zu nutzen. Auch wenn wir Klopapier niemals teilen werden, ist die Revolution nicht mehr zu stoppen. weiterlesen

Medium_578f17b50f
von Philipp Gloeckler
19.05.2014
meistgelesen / meistkommentiert