Ein Buch über Twitter im Regal ist wie ein Foto vom Wagenheber im Kofferraum. Sascha Lobo

Wo ist es nur – das "Juden-Gen"?

Die Debatte um die Abschaffung Deutschlands ist um eine Facette reicher: So wie die Juden ein bestimmtes Gen teilen, so teilen es auch die Muslime. Meint Thilo Sarrazin. Die einen werden Banker, die anderen werden Gemüsehändler. Die Studie, auf die er sich bei seiner Thesenbildung bezieht, hat er falsch verstanden. Positive Eigenschaften oder gute Werthaltungen werden nicht vererbt. Die können alle in demselben Maße erlernen. Oder dabei scheitern.

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Hätten Sie gedacht, dass wir noch einmal in der deutschen Öffentlichkeit darüber diskutieren, ob Juden ein bestimmtes Gen teilen? Ich nicht. Bis Thilo Sarrazin kam. Und einen Artikel aus dem Tagespiegel aufgriff, der sich wiederum auf zwei Studien berief, die in den beiden Zeitschriften Nature und American Journal of Human Genetics erschienen waren.

Wovon handeln die Studien? Bis zu ihrer Veröffentlichung ging man in der Forschung davon aus, dass die beiden Hauptströmungen der jüdischen Religion, die aschkenasischen und die sephardischen Juden, sich erst in der Zeit nach der Zerstörung Jerusalems (70 n. Chr.) herausgebildet haben. Die Juden in der sogenannten weltweiten Diaspora hätten sich mit den jeweiligen Bevölkerungsgruppen in den neuen Siedlungsgebieten vermischt. Daraus seien diese beiden Großgruppen entstanden. Die Studien, auf die sich der “Tagespiegel” und infolgedessen Herr Sarrazin beruft, kommen nun zu einem gegenläufigen Ergebnis.

Nirgends ist von Intelligenz und ihrer Vererbung die Rede

Vergleiche mit sieben Gruppen von Juden, die nicht im Nahen Osten leben, mit Juden und Nicht-Juden, die in dieser Gegend leben, haben gezeigt, dass die genetische Ähnlichkeit höher ist, als bislang gedacht. Das widerlegt die These des jüdischen Historikers Schlomo Sand, dass die aschkenasischen und die sephardischen Juden keinen gemeinsamen Ursprung haben. Die heute noch feststellbare Höhe der gemeinsamen genetischen Merkmale lässt den Schluss zu, dass diese Gruppen im Laufe der Zeit stärker unter sich geblieben sind. Allen gemein ist die Ähnlichkeit bestimmter Gen-Cluster. Ähnlichkeit heißt aber nicht: genaue Übereinstimmung. Es gibt also nicht ein oder das Juden-Gen.

Die beiden Studien sagen nichts aus zum Thema Vererbung von Intelligenz. Und sie sagen nichts darüber, dass es etwas wie rassenspezifische Eigenschaften gäbe. Weder allgemein noch solche, die allein und exklusiv auf die Juden übertragbar wären. Die Grenze dessen, was mithilfe von Genen gesagt werden kann, würde dann auch deutlich überschritten, sollte jemand diese Aussage treffen: Menschen werden nicht nur von Genen bestimmt. Die natürliche Umwelt, das soziale Umfeld, Kultur und Religion. Juden verbindet nicht die Biologie, sondern die gemeinsame Religion und ein gemeinsames kulturelles Erbe.

Es gibt ja auch keine französischen Gene

Wo liegt der Fehlschluss in den Annahmen von Herrn Sarrazin? Neben dem Beispiel der Juden, so sagte er es in einer Talkrunde, habe er auch das Beispiel der Engländer, die auch gemeinsame Erbanlagen aufweisen. Daran ist wissenschaftlich nichts Fragwürdiges: Auch die Franzosen haben im Vergleich mit Nichteuropäern genetische Ähnlichkeiten. Sie haben denselben Siedlungsraum und pflanzen sich miteinander fort. Dennoch würde weder der Franzose selbst noch der Nichtfranzose in der Beobachtung des Franzosen alles Französische den Genen zuschreiben. Zusammenhänge weisen immer über den Ist-Zustand hinaus. Das gilt auch für die Türken und die Menschen, die in den Ländern leben, die wir zusammenfassend als arabische Welt bezeichnen. Sie sind es, auf die Herr Sarrazin mit seinem Vergleich eigentlich hinaus will.

So wie wir wissen, dass sich der Genpool eines Individuums aufgrund seiner Erfahrungen innerhalb eines Lebens schon verändern und er diese an seine Nachkommen weitergeben kann, so wissen wir auch, dass die geschichtlichen Prägungen, der Umgang mit Naturkatastrophen, technische Revolutionen den Menschen verändern. So wie die Franzosen etwas verbindet, so verbindet letztlich auch alle Menschen etwas. Denn auch alle Homines sapientes, die heute leben, stammen aus einem Siedlungsgebiet. Alle Menschen haben genetische Ähnlichkeiten.

Gene sind kein Fatum

Wir sind also auch Herr über unsere Gene. Herren über unseren Willen. Es gibt keine Vorherbestimmung zu einem Leben in resignierter Reproduktionsbereitschaft. Es gibt ein erfülltes Leben in einem Gemüsegeschäft mindestens genauso wie in einem Bankenturm. Gene sind nicht produktiv. Menschen sind es. Gene können sich nicht integrieren, Menschen schon.

So sind es auch die kulturellen Prägungen und sozialen Rahmenbedingungen, die Integration verhindern können. Wir wissen, dass es Zuwanderer aus muslimischen Familien schwerer haben, häufiger auffallen, straffällig werden. Wir wissen, dass es im Alltag viele Probleme im Zusammenleben gibt: bei Eheschließungen, bei Konversionen vom Islam zu einer anderen Religion, bei Kopftuch und Burka, beim Sportunterricht für die Mädchen und beim Moscheebau. Das mag an vielem liegen, ganz gewiss auch an den weit verbreiteten Vorurteilen, die es im Islam gegenüber Nichtmuslimen gibt. Es liegt aber nicht an den Genen. Toleranz kann nicht vererbt werden, Herr Sarrazin. Auch von uns Deutschen nicht. Schön wäre es, wenn es dafür ein Gen gäbe.

Leserbriefe

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    Rainer Zufall – 01.09.2010 - 11:18

    Der Autor der Worte scheint einiges nicht verstanden zu haben:
    1. Sarrazin sprach von gemeinsamen Genen bei Juden und Basken, nicht bei Muslimen.
    Natürlich ist diese Aussage wissenschaftlich ungenau, spricht aber einen wahren Kern nähmlich die genetische Ähnlichkeit an. Schon mal was von genetischer Abstammung gehört? Und wieso geht der werte Autor nicht auf die Basken ein?
    2. Das Kulturelle. Diesen Punkt betont Sarrazin doch immer wieder, wo jetzt die angeblich Widersprüchlichkeit herrühren soll, wird einem bei besten Willen nicht klar.
    Am Ende wird es wenigstens rührselig. Wir seien der Herr über unsere Gene, eine Aussage in Zeiten wo man feststellt, dass sogar die Wahrscheinlichkeit an Migräne zu erkranken vererbbar ist http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,714527,00.html.
    Haben Sie eigentlich mal von einer Schwundkrankheit gehört, die zur Folge hat dass Kinder maximal 10 Jahre leben können und währenddessen qualvoll sterben. Die Krankheit ist vor allem bei Männern verbreitet, weswegen man die Eier mehrfach befruchtet und die männlichen herausselektiert um ihnen ein würdevolles Leben zu ermöglichen.
    Ihre Aussagen sind genauso wissenschaftlich ungenau wie die des Herrn Sarrazin. Aussagen in einem Interview wohl bemerkt. Bei ihnen kommt noch die an den Haaren herbeigezogene Widersprüchlichkeit seiner Thesen.

  • Theeuropean-placeholder
    Bodo – 01.09.2010 - 11:21

    Schade dass Herr Görlach hier Thesen (zurecht) widerlegt, die aber nie von Herrn Sarrazin aufgestellt wurden! Der Zusammenhang von bestimten Gen-Merkmalen, die einer Gruppe von Menschen zu kommt (z.B. auch Haarfarbe) hat keine Korrelation zur Intelligenz und ist von Herrn Sarrazin auch nie behauptet worden. Fest stehht aber, dass Intelligenz nicht nur von der Umwelt beineinflusst wird! Ergo ist ein Teil davon erblich. Dies hat Herr Sarrazin aber nie mit einem Basken-Gen oder sonst was in Verbindung bebracht, wie hier leider wiedermal unterstellt wird. Schade, dass hier wieder (bewusst?) an der Sache vorbei diskutiert wird.

  • Theeuropean-placeholder
    Alexander Görlach – 01.09.2010 - 11:34

    Lieber Herr Zufall, lieber Herr Bode,

    ähm, die Rede von dem bestimmten Gen bei Juden stammt nicht aus dem Buch von Herrn Sarrazin, sondern aus einem von ihm autorisierten Interview mit der Welt am Sonntag. Im Gespräch mit Herrn Beckmann in der ARD hat Herr Sarrazin darauf hingewiesen, dass er neben den Juden noch zwei weitere Beispiele für genetische Gemeinsamkeiten genannt habe. Dort verwies er auf die Briten.

    Die behauptete Vererbung bei Juden (als gutes Beispiel) wurde von Herrn Sarrazin in analoge Reihe mit der Vererbung bei Muslimen gestellt (schlechtes beispiel). Er redet von den Juden, um seine These zu den Muslimen besser veranschaulichen zu können. Diesen Zusammenhang (den es meiner Meinung nach nicht gibt) hat er hergestellt, nicht erst ich in meiner Kolumne.

    Im Kontext der Sendung in der ARD ging es ausführlich um die Behauptung, dass Intelligenz vererbbar ist und die Frage, um wie viel Prozent (50 oder gar 80 Prozent). Es wird sicher auch bei Ihnen keine gegenteilige Auffassung geben: Sollten zwei Professoren während der Schwangerschaft der Frau rauchen und trinken, wird sich das auf das Kind sehr negativ auswirken. Nils Minkmar weist auf faz.net zurecht darauf hin, dass das von Herrn Sarrazin gebrachte Vererbungungsbeispiel evangelisches Pfarrhaus hinkt, denn Nazi-Schergen sind aus solchen ebenso hervorgegangen wie RAF-Terroristen.

    Beste Grüße
    Ihr
    Alexander Görlach

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    TOBIAS RÜGER – 27.09.2010 - 00:45

    Nazi-Schergen und RAF-Terroristen entstammen dem gleichen Humus – das hat nicht zuletzt Götz Ali in seinem Buch »Unser Kampf« nachgewiesen.
    Was also hinkt denn da?

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    Steffen Hentrich – 01.09.2010 - 12:00

    “So wie wir wissen, dass sich der Genpool eines Individuums aufgrund seiner Erfahrungen innerhalb eines Lebens schon verändern und er diese an seine Nachkommen weitergeben kann…”

    Wie genau soll das gehen? Das Genom eines Menschen ist bei seiner Befruchtung festgelegt und kann lediglich durch chemische Reaktionen oder radioaktive Strahlungen verändert werden. “Erfahrungen” lösen derartige Ereignisse nicht aus, können also nicht vererbt werden. Was sie hier formulieren klingt aber sehr stark nach Lamarckismus.

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    Genetiker – 01.09.2010 - 15:05

    Epigenetik ist hier das Stichwort!

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    Alexander Görlach – 01.09.2010 - 12:24

    Lieber Herr Hentrich,

    danke für Ihren Leserbrief. Schauen Sie mal hier:
    http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,711227,00.html
    und hier
    http://www.arte.tv/de/Die-Welt-verstehen/Darwin/2644656.html

    Das sind zwei Formate, die sich damit beschäftigen, dass wir im Laufe unseres Lebens Erfahrungen in genetische Informationen verwandeln, die wir an unsere Kinder weiter geben.

    Beste Grüße
    Ihr
    Alexander Görlach

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    Markus B – 01.09.2010 - 13:26

    Das Erbgut kann nur dauerhaft mutieren oder bestimmte Genabschnitte werden durch chemische Modifizierung aktiviert oder deaktiviert. Dieser Vorgang nennt sich Prägung und stellt eine vorübergehende Anpassung der Genexpression an Umwelteinflüsse dar. Die Prägung ist aber umkehrbar.

    Mit anderen Worten die Epigenetik ist schlichtweg ein Feedback-Mechanismus zwischen Umwelt und Erbgut, die Enzyme, welche dieses längerfristige Aktivieren und Deaktivieren von Genen ermöglicht, sind aber ebenfalls im Erbgut kodiert.

    Es gibt nur wenige Beispiele in denen epigenetische Veränderungen vererbt werden. In den Eizellen und Spermien werden die Prägungen entfernt. Durch Umwelteinflüsse auf den Embryo werden aber bereits vor der Geburt Gene geprägt.

    Sie verwechseln die Epigenetik mit Lamarckismus. Aber nichts für ungut, das ist schwere Kost.

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    Steffen Hentrich – 01.09.2010 - 15:07

    Herr Görlach, in den von Ihnen verlinkten Artikeln steht nichts vor einer Vererbung der im Laufe des Lebens veränderten Eigenschaften drin, da diese Veränderungen nicht in den Eizellen bzw. Spermien stattfinden. Diese durchlaufen im Laufe unseres Lebens m.W. keinen Veränderungen, es sei denn sie werden chemisch oder radioaktiv manipuliert. Wir erben also bestimmte Eigenschaften, die dann aufgrund der natürlichen Umwelt geprägt werden.

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    OJbiol – 07.09.2010 - 18:38

    fyi…

    Transgeneration memory of stress in plants

    http://www.nature.com/nature/journal/v442/n7106/abs/nature05022.html

  • Theeuropean-placeholder
    h.f.ullmann – 01.09.2010 - 14:54

    “So wie wir wissen, dass sich der Genpool eines Individuums aufgrund seiner Erfahrungen innerhalb eines Lebens schon verändern und er diese an seine Nachkommen weitergeben kann,”

    1. hat nur eine population von mehreren indivduen einer art einen sogenannten genpool, welcher den variantenreichtum und die genhäufigkeit darstellt. einige gene können also in einer population bedeutend häufiger vorkommen als andere.
    in einem einzelnen individuum kommen gene nur in zwei variationen vor, die von beiden elternteilen vererbt werden und von denen nur eines aufgrund der dominanz aktiv ist. wird es nun aufgrund der umwelteinflüsse deaktiviert, dann wird nicht das rezessive gen des anderen elternteil aktiviert, sondern das dominante gen einer ganz anderen elternpaarung wird aktiv.
    2. kann sich auch deswegen der genpool eines individuums niemals verändern, denn er bleibt immer gleich, die aktivität oder passivität der gene eines individuums verändert nicht die größe des genpools.
    3. wird niemals, ich wiederhole: niemals, die aktivität eines gens vererbt. es wird lediglich die wahrscheinlichkeit für eine paarung verändert, was zu einer erhöhung oder erniedrigung des anteils dieses gens oder der kombination mit aktivitätssteuernden genen im zukünftigen genpool der population zur folge hat.

    bevor ich die folgenden fakten sage, möchte ich mich ausdrücklich vom rassenwahn etc distanzieren, nur sind ihre aussagen über franzosen-gene etc von den vorzügen der zivilisation verblendet. stellen sie sich die frage, warum es menschen mit laktose-intoleranz und alkoholunverträglichkeit gibt. diese gene bzw deren nichtvorhandensein sind nämlich durch ernährungsunterschiede der jeweiligen populationen über tausende von jahren entstanden. lediglich unsere zivilisation/kultur ermöglicht es nun anderen populationen in unseren breiten zu leben, sonst würden mangelerscheinungen bei kalzium oder vitamin d auftauchen. jedes individuum einer ernährungsfremden population welches sich gegen die regionale fortschrittliche kultur einer anderen population entscheidet, verringert damit nun was?

    für die antwort nutzen sie einfach mal eine suchmaschine mit dem begriff “migranten-rachitis” ..

  • Theeuropean-placeholder
    Nobody – 01.09.2010 - 15:40

    Wie schoen! Manche Leser-Kommentare sind wirklich sehr erhellend. Fuer den Originalbeitrag und Goerlachs Reaktionen, gilt das – wieder einmal – leider nicht…

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    h.f.ullmann – 02.09.2010 - 15:10

    danke danke. anscheinend hat der freund des authors, alan posener, meinen kommentar vorher gelesen, bevor er seinen sinn- und sachfrei formulierten artikel in der zeitung die welt veröffentlichte. er hat es dann doch nicht geschafft die fakten richtig darzustellen, und dieses herumreiten auf einem einzelnen satz in einem interview zur analyse eines ganzen buches und den darin veröffentlichten jedem zugänglichen fakten, ist kein zeichen von kompetenz. auch sehe ich keinen sinn darin, fakten die einen mißstand mehr als offensichtlich machen, wegen des überbringers für nichtig zu erklären, das erinnert ja schon an kassandrarufe.
    für mich hat es sich damit erledigt, ich werde weder die welt noch the european als informationsmittel nutzen, dafür werden sie meinem intellekt und meiner sachlichen analyse einfach nicht gerecht ..

  • Theeuropean-placeholder
    Rüdiger Horn – 06.09.2010 - 13:57

    Sehr geehrter Herr Görlach,

    Sie sprechen vom “Genpool eines Individuums” . Der Begriff “Genpool” bezeichnet
    jedoch die Gesamtheit aller Genvariationen einer Population und ist nicht mit der
    genetischen Ausstattung eines Individuums zu verwechseln.
    Ihre Behauptung, Erfahrungen könnten via “Genpool” an unsere Nachkommen weitergegeben werden,
    ist absurd. Eine Vererbung epigenetischer Prägungen, die durch äußere Umwelteinflüsse ausgelöst
    werden können, mag aber indirekte Folgen für das erbende Individuum haben.
    Wir Menschen sind auch noch lange nicht – wie Sie es ausdrücken – “Herr über unsere Gene”,
    die uns immer noch ganz klassisch in die Wiege gelegt werden. Wenn Sie aber meinen, dass die
    Gene nicht gänzlich unser Schicksal bestimmen, so ist dies natürlich etwas anderes.

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