Wulff – der Mann für Bellevue
Datum: 2010-06-23
Es gibt schlagende Argumente, warum Christian Wulff der bessere Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten ist. Drei Themenfelder werden die Agenda der kommenden Jahre maßgeblich bestimmen: Demografie, Generationengerechtigkeit und Integration. Auf allen drei Feldern kann Christian Wulff brillieren, gerade wegen seines – im Vergleich zum Mitbewerber – jungen Lebensalters, gerade wegen seiner – im Gegensatz zum Mitbewerber – Fähigkeit, zuzuhören.
Christian Wulff ist Anfang 50. Er ist vor zwei Jahren noch einmal Papa geworden. Er hat eine ältere Tochter. Er steht mitten im Berufsleben. Er kann auf der Lebensleiter mit gleichem Abstand auf die Älteren und die Jüngeren schauen. In dieser Lebenssituation ist er in einer quasi naturgegebenen Aufnahmebereitschaft für die Themen, die sich damit verbinden: Gibt es genügend Kitaplätze, wie ist die Qualität der öffentlichen Schulen? Werden Arbeitnehmer zwischen 50 und 60 in ihren Betrieben noch ernst genommen, behalten sie ihren Job? Wie gehen wir mit den Alten und Kranken in unserer Gesellschaft um? Demografie und Generationengerechtigkeit – hier kann er sich einbringen, denn das sind Themen, bei denen die Gesellschaft und die Politik nach Antworten lechzen. Ein Präsident kann moderierend helfen, diese Antworten zu finden. Er kann sie glaubwürdig vertreten, wenn diese Antworten auch seine Lebenswelt berühren, und in sie eingreifen.
Wir brauchen keinen Grüß-August
Christian Wulff hat mit der Berufung einer Ministerin muslimischen Glaubens ein Zeichen gesetzt. Das ist nur der vorläufige Höhepunkt jahrelanger Anstrengung um die Integration Zuwanderer islamischen Glaubens. Christian Wulff ist verantwortlich für die Einführung eines neuen Studiengangs an der Uni Osnabrück, „Islamische Religionspädagogik“. Irgendwoher müssen die Religionslehrer ja kommen, die den Kindern der Migranten ihre Religion nahebringen. Da muss man handeln, nicht nur reden. Für den islamischen Religionsunterricht sind sie alle, etwas wirklich dafür getan hat Christian Wulff. Deshalb kann er glaubhaft das Integrationsthema vorantreiben. Auch hier sind wir auf Antworten und einen Motor angewiesen, der eine Vision gelingenden Zusammenlebens in die Gesellschaft tragen kann.
Alte Männer in der Politik, in Verlagen und auf Bischofsstühlen: Sie hören nicht mehr zu, sie haben alles schon einmal gesehen und gehört, man macht ihnen, so glauben sie, nichts mehr vor. Der Typus Joachim Gauck. Diese Haltung mag eine gute Voraussetzung für eine staatstragende Attitüde sein. Dafür haben wir Deutschen uns gern eine Schwäche erlaubt. Das geht nicht mehr! Die Herausforderungen für den Zusammenhalt in der Gesellschaft sind zu groß, als dass wir uns weiterhin leisten können, den Bundespräsidenten nur als den von der Verfassung vorgesehenen Grüß-August zu sehen.
Offene Debatten auf Augenhöhe – nur mit Wulff
Der Mann in Bellevue muss liefern. Keine Vorgaben für das Parlament und die Regierung, sondern konzeptionell – für die Gesamtgesellschaft. Christian Wulff kann im Präsidialamt Leute um sich versammeln, die das Land nach vorn bringen: Künstler, Sportler, Menschen aus der Wirtschaft und der Kreativindustrie, Philosophen, Wissenschaftler und ITler. Er kann runde Tische einberufen, an denen beispielsweise über den Afghanistaneinsatz der Bundeswehr und die künftige Gestalt der Streitkräfte debattiert wird. Offene Dialoge, alle Gesprächspartner auf Augenhöhe, mit Erkenntnisgewinn. Das können wir von Joachim Gauck wirklich nicht erwarten.
Joachim Gauck hat einen wesentlichen Teil deutscher Nachkriegsgeschichte erlebt. Er hat einen Übergang geordnet. Das ist Vergangenheit. Christian Wulff gestaltet Gesellschaft. Er wird die Weichen für die Zukunft stellen.
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Leserbriefe
von Herr Stephan Buch – 23.06.2010 - 15:40
Hiiiiiiiilfe! Das Leiden Ihrer Leser, Herr Görlach, geht weiter. Und Sie verstehen es noch zu steigern. Ich erinnere u.a. an Ihren letzten Artikel “Parlamente abschaffen”.
Nun stellen Sie erneut Ihre Fähigkeit unter Beweis, Ihre Meinung mit bloßen Behauptungen zu unterfüttern, ohne auch nur ein einziges entgegenstehendes Argument zu benennen, geschweige denn darauf einzugehen. Wow!
Mit jedem Ihrer Artikel, den Sie auf dieser Webseite abbilden, verstärkt sich bei mir der Verdacht, dass Sie die Inhalte direkt von der jeweils betroffenen Lobbygruppe geliefert bekommen. Diese Zeilen mit einer völlig unreflektierten Lobhudelei in Richtung Herrn Wulff, lesen sich jedenfalls wie eine (schlechte) Wahlwerbung der CDU zu Ihrem Kandidaten. Und Sie veröffentlichen diese einseitige Propaganda auch noch genau zur richtigen Zeit. Zufälle gibt es!
Nachdem ich nun drei Artikel von Ihnen gelesen habe, steht für mich eines jedenfalls ganz klar fest. Egal, was wir von einem der Herren Gauck oder Wulff als künftigen Bundespräsidenten erwarten können: Die Realität wird es zeigen. Die Leser Ihrer Ausführungen dagegen, haben ganz offensichtlich von Ihnen, Herr Görlach, schon jetzt nicht mehr zu erwarten, als sehr einfach gestrickte und einseitige Meinungsmache ohne jeden Erkenntnisgewinn.
Dieser Anspruch mag für Inhalte einer großen deutschen Zeitung mit vier Buchstaben und deren Leserschaft reichen – aber auch nur dort.
Antwort verfassenvon Odysseus – 23.06.2010 - 16:09
Herr Buch,
Meinen Sie etwa, das wuerde Herrn Wulff in irgendeiner Weise helfen??? Ich bitte Sie!
Antwort verfassenvon Herr Stephan Buch – 23.06.2010 - 16:23
@Odysseus:
Ich meine, diese einseitige und kritiklose Überhöhung seiner Person mit Blick auf den Gegenkandidaten, wäre sicher sogar Herrn Wulff sehr peinlich.
Antwort verfassenvon Alexander Görlach – 23.06.2010 - 23:45
Gestatten Sie einen Nachtrag, Herr Buch:
Über die Qualitäten von Herrn Gauck, die er als Kandidat zweifelsohne auch hat, habe ich an anderer Stelle in diesem Magazin bereits geschrieben.
Irgendwann muss man sich aber auch als politisch Interessierter für einen der beiden Kandidaten entscheiden. Ich habe mich für Christian Wulff entschieden. Ich respektiere, wenn Sie anderer Meinung sind. Respektieren Sie bitte meine Meinung.
Sie können am Ende entspannt sein: Ich werde für diese Kolumne nicht mit einem Sitz in der Bundesversammlung belohnt.
Beste Grüße
Antwort verfassenIhr
Alexander Görlach
von Alexander Görlach – 23.06.2010 - 23:31
Lieber Herr Buch,
ich bitte Sie! Sie müssnen meine Kommentare nun einmal gründlich lesen und der Reihe nach studieren. Es ist kein Monat her, da musste Frau Merkel und ihre CDU hier eine ganz herbe Kritik einstecken. Nun, einige Wochen später, ist meine Meinung von der CDU gekauft? Wie dem auch sei.
Von Ihnen habe ich noch keinen konstruktiven Satz in unseren leserbriefen wahrgenommen. Das, lieber Herr Buch, ist sogar für die Zeitung mit den vier Buchstaben zu wenig.
Mit besten Grüßen
Ihr
Alexander Görlach
Antwort verfassenvon Herr Stephan Buch – 24.06.2010 - 09:08
Lieber Herr Görlach,
vielleicht liegt es einfach daran, dass einem nichts Konstruktives zu Ihren Inhalten und insbesondere dazu, wie Sie diese Ihren Lesern darreichen, einfällt. Ich bewundere Herrn Weyer, der Ihnen genau diesbezüglich ganz geduldig so weitreichende und gut begründete, konstruktive Hinweise gibt (siehe unten und bei Ihrem Artikel "Parlamente abschaffen). Leider ist nicht ersichtlich, dass diese Hinweise – die in kürzerer Form auch von anderen Lesern gemacht werden – bei Ihnen ankommen. Da hat man dann doch den Eindruck, dass sogar Kritik an der Zeitung mit den vier Buchstaben bisweilen fruchtbarer ist.
Nichts für ungut.
Schöne Grüße
Antwort verfassenStephan Buch
von Herr Stephan Buch – 24.06.2010 - 09:08
Lieber Herr Görlach,
vielleicht liegt es einfach daran, dass einem nichts Konstruktives zu Ihren Inhalten und insbesondere dazu, wie Sie diese Ihren Lesern darreichen, einfällt. Ich bewundere Herrn Weyer, der Ihnen genau diesbezüglich ganz geduldig so weitreichende und gut begründete, konstruktive Hinweise gibt (siehe unten und bei Ihrem Artikel "Parlamente abschaffen). Leider ist nicht ersichtlich, dass diese Hinweise – die in kürzerer Form auch von anderen Lesern gemacht werden – bei Ihnen ankommen. Da hat man dann doch den Eindruck, dass sogar Kritik an der Zeitung mit den vier Buchstaben bisweilen fruchtbarer ist.
Nichts für ungut.
Schöne Grüße
Antwort verfassenStephan Buch
von Wolf – 23.06.2010 - 16:58
www.theeuropean.de wird inhaltlich offensichtlich auf www.cdu.de weitergeleitet
Antwort verfassenvon Alexander Görlach – 23.06.2010 - 23:34
Lieber Herr Wolf,
für Sie gilt ebendas, was ich auch Herrn Buch geschrieben habe.
Beste Wünsche,
Ihr
Alexander Görlach
Antwort verfassenvon Herr Volker Weyer – 23.06.2010 - 19:53
Jedem Tierchen sein Pläsierchen
Will sagen, jeder möge seine Meinung haben. Und so soll der Autor auch die Meinung haben, Herr Wulff könne brillieren auf den Feldern Demografie, Generationengerechtigkeit und Integration (eine Frage am Rande in rein rhetorischer Hinsicht stellt sich, wie man in demografischer Hinsicht brilliert, doch wohl durch eine große Schar eigener Kinder, aber als Bundespräsident?)
Letztlich ist es Geschmackssache, Frage der Sympathie, welchen Kandidaten man als den geeigneteren ansieht. Stimmt das Bauchgefühl, läßt sich durchaus drumherum ein Argumentationsgerüst errichten, woraus sich folgerichtig ergibt, daß nur er es sein kann und niemand anders. So kann man Herrn Gauck auch zum Grüßaugust stempeln, zum alten Mann, der nicht mehr zuhört, die Personifikation der Staatstragenden Attitüde.
Der Verfasser dieses Leserbriefes gibt auch unumwunden zu, daß Wulff nicht der seinige ist und die Sympathien eindeutig für Herrn Gauck sprechen. Der Verfasser dieses Leserbriefes könnte nun ebenso ein überbordendes Gebäude an Elegien auf die Fähigkeiten seines Favoriten zimmern, welches selbst den überzeugtesten Gegner ob seiner Stringenz in die Knie und zu dem Eingeständnis zwingen würde: “Mea culpa, Asche auf mein Haupt, ich habe mich geirrt, wie konnte ich nur so blind sein.”
Der Verfasser spart sich dies und verweist auf einen anderen Aspekt in der Elegie des Autoren:
“Der Mann in Bellevue muss liefern. Keine Vorgaben für das Parlament und die Regierung, sondern konzeptionell – für die Gesamtgesellschaft. Christian Wulff kann im Präsidialamt Leute um sich versammeln, die das Land nach vorn bringen: Künstler, Sportler, Menschen aus der Wirtschaft und der Kreativindustrie, Philosophen, Wissenschaftler und ITler. Er kann runde Tische einberufen, an denen beispielsweise über den Afghanistaneinsatz der Bundeswehr und die künftige Gestalt der Streitkräfte debattiert wird. Offene Dialoge, alle Gesprächspartner auf Augenhöhe, mit Erkenntnisgewinn.” So die Worte des Autors.
“Politik wird, Politiker werden daher künftig Moderatoren von Abwägungsprozessen. Sie sind Schnittstellen. Sie holen sich verschiedene Kompetenzen in ihre Nähe. Beispielsweise hat der Bundesinnenminister einen runden Tisch zur Netzpolitik einberufen. Wie lange werden Politiker noch unter der althergebrachten Vermutung von Kompetenz und als bloße Schnittstelle überleben können?” und weiter….
“Heute heißt Macht Handlungskompetenz – das ist der entzauberte und säkularisierte Begriff, der auf den Trümmern des abendländischen Machtbegriffs aufbaut. Diese Kompetenz haben, je nach Fragestellung, verschiedene gesellschaftliche Akteure oder Gruppen. Eine Basiskompetenz ist die Netzwerkkompetenz: Die jeweiligen Kompetenzträger müssen gefunden werden beziehungsweise sich finden können. Politik wird eine Agentur dafür. Mal ist es Politik auf nationaler, mal auf europäischer, mal auf internationaler Ebene. Mehr und mehr wird international, keine Frage, denn Kompetenzen kennen keine Grenzen.” Und weiter…
“Wenn die Morgenröte vorüber sein wird und der Tag anhebt, wird es einen Wirtschaftsrat, einen Netzrat, einen Politikrat, einen Ethikrat, einen Sportrat etc. geben, deren Mitglieder ernannt werden und die gemeinsam im diskursiven Verfahren versuchen, unser Zusammenleben zu gestalten. "
So die Worte des Autoren vor wenigen Tagen zum Thema „Mythos Macht“ und seiner These, die Parlamente abzuschaffen
http://www.theeuropean.de/alexander-goerlach/3460-mythos-macht
Mag sein, dass die Zitate aus beiden Artikeln des Autoren nicht ganz wortgleich sind, so ähneln sie sich im Kern zu zunächst scheinbar so verschiedenen Themen doch ganz erheblich. Der Geist, der durch und zwischen diesen Zeilen spricht, ist derselbe.
Hier wie dort beschwört der Autor zu zwei verschiedenen Themen ein und denselben Geist, welcher ihn umtreibt:
Die Sehnsucht nach dem kompetenten Mann, dem Bündeler der Kompetenzen, Netzwerke, Interessen. Dort ist es die Sehnsucht, die Forderung nach elitärem Spezialistentum, welches zukünftig statt der Parlamente und deren generalisierenden Laien die wirkliche Hand ans Steuerruder legen, nach einer Aristokratie der besserwissenden Macher.
Hier ist es die Sehnsucht nach deren Oberhaupt, der „liefert“, eben nicht für Regierung und Parlament, sondern für die Gesellschaft. Ein Mann der eben jene Gruppen von Kompetenten Netzwerkern um sich versammelt, die der Autor in seinem „Mythos Macht“ als eben jene elitäre Aristokratie definiert, die aus Netzwerken geschöpft durch Kompetenz legitimiert statt Parlament und Volkssouverän – aber zu dessen Bestem – die Geschicke des Landes leiten soll. Pointiert ausgedrückt: Es ist die Sehnsucht des Autors nach dem starken Mann, welcher im sich Stück für Stück entlarvenden Weltbild desselben als das Schlußstück, den Gewölbestein im Spitzbogen seiner Netzwerkratie darstellt.
Zwei unterschiedliche Themen, die vorliegend wie Puzzlesteine zusammenpassend ein bedenkliches Bild enthüllen. War schon die These von der Abschaffung der Parlamente jenseits aller Unausgegorenheit ihres Gedankenganges in theoretischer wie praktischer Hinsicht mit einer Kompetenzelite als Ersatz verfassungsrechtlich mehr als bedenklich, so ist das Bild, welches der Autor als Wunschvorstellung seines Kandidaten Wulff entwirft nunmehr unannehmbar. Nicht allein die Tatsache, dass hier durch allerlei gutmenschiches Gerede von Integration verbrämt zwischen den Zeilen das Bild des starken Mannes hervorleuchtet, vielmehr schon die Tatsache, dass der Autor offensichtlich die dem Staatoberhaupt durch die Verfassung eingeräumte Stellung, Aufgabe und Funktion verkennt oder schlicht überhaupt nicht kennt oder sogar vielleicht gar nicht kenne will, ist das, was so verschreckt. Der Bundespräsident soll, ja darf nach der Konzeption des Grundgesetzes gar nicht das sein, was der Autor sich demgegenüber so zusammenreimt, was ihm vorschwebt, nämlich als Vorsitzende einer obersten Agentur für vernetzte Kompetenzzusammenführung eine Art Neben- oder Oberregierung bilden, sondern überparteilicher Brückenbauer sein.
Läßt man also vorliegend die Person Wulff einmal beiseite und konzentriert sich darauf, dass der Autor an der Person dieses Kandidaten eigentlich das Ideal seines Bildes von der zukünftigen Ausgestaltung des Präsidentenamtes entwickelt, so bleibt nichts anderes zu sagen, als dass die vordergründigen Sympathiebekundungen für sich gesehen ein Pläsierchen sein mögen, die sich auf einer Metaebene dahinter verbergende Weltsicht den Autoren auf des Messers Schneide wandeln lassen.
Sollte es tatsächlich so sein, dass Herr Wulff dem Idealbild des Autoren entspricht oder sogar das Ideal wäre, anhand dessen die abstrahierte Vorstellung des Autoren von zukünftiger Gestaltung politischer Wirklichkeit abgezeichnet und entwickelt worden ist, so ist Herr Wulff ohne Zweifel der ungeeignetste Kandidat, den man sich für dieses Amt nur vorstellen kann – und niemand besser hierfür geeignet als der alte, altmodische, der Vergangenheit angehörende Grüßaugust Gauck.
Sollte es so sein, dass Herr Wulff dem durch den Autor entworfenen Bild nicht entspricht, so hat der Autor Herrn Wulff einen Bärendienst erwiesen. Und man sollte hoffen, dass Herr Wulff, wenn er es denn werden sollte, keinesfalls sich den Vorstellungen seines Laudators auch nur um ein Jota annähert, sondern solche Ansprüche flieht und meidet.
Sollte der Autor dies alles tatsächlich ernst meinen, was sich aus diesen beiden themenverschiedenen aber vorstellunggleichen Artikeln abzeichnet, so hat man es nicht mehr mit Plässierchen zu tun, sondern mit einem handfesten Skandal.
Antwort verfassenvon Alexander Görlach – 24.06.2010 - 09:57
Lieber Herr Weyer,
danke für Ihre Auseinandersetzung mit meinen beiden jüngsten Kolumnen.
Ich verstehe Ihre Aufregung nicht: Die Governance-Debatte ist eine legitime: Wir soll unser Zusammenleben in Zukunft gestaltet werden. Wer regiert uns wie? Meiner Meinung nach kommt eine Gesellschaft dann weiter, wenn die Besten in Ihr (das meint nicht die Aristokraten im klassischen Sinne) den größtmöglichen Nutzen für die größtmögliche Zahl schaffen und erwirtschaften. Der freie und gleiche Zugang zu den dafür dienlichen Institutionen (Schulen, Universitäten) muss gewährleistet sein. Das, um Ihnen da vorzugreifen, wird nie zu einer totalen Gleichheit führen können, da die Prägung des Elternhauses entscheidend für die Entwicklung der Kinder ist und die Einflussmöglichkeiten des Staates – wenn er sich an das Grundgesetz hält – überschaubar sind.
Ich wehre mich gegen ein Gesellschaftsbild, in dem eine besondere Qualifikation abgeschnitten oder gehemmt werden soll, nur weil es dem mediokren Nachbarn nicht gefällt. Sind Sie medioker, Herr Weyer?
Besten Dank Ihnen und herzliche Grüße
Antwort verfassenIhr
Alexander Görlach
von Odysseus – 24.06.2010 - 14:31
Lieber Herr Goerlach,
in welchem inhaltlichen Bezug Ihre Antwort (1.) zu Herrn Weyers Kommentar und (2.) zu Ihrer eigenen Kolumne steht, offenbart sich mir auch nach wiederholtem Durchlesen nicht. Aber das liegt wahrscheinlich an mir.
Antwort verfassenvon Alexander Görlach – 24.06.2010 - 14:54
Lieber Herr Odysseus,
ja, ich denke das liegt an Ihnen.
Besten Dank für Ihren Leserbrief und herzliche Grüße
Ihr
Alexander Görlach
Antwort verfassenvon Nobody – 24.06.2010 - 15:52
Und schon wieder packen Sie eine Gelegenheit beim Schopfe, dem geneigten Leser eine Facette Ihrer schillernden Persoenlichkeit zu offenbaren. Ach so, an Schlagfertigkeit hatte ich dabei uebrigens nicht gedacht…
Antwort verfassenvon Alexander Görlach – 25.06.2010 - 01:27
Lieber Nobody,
an was hatten Sie denn gedacht?
Über eine Antwort von Ihnen freue ich mich.
Beste und herzliche Grüße
Ihr
Alexander Görlach
Antwort verfassenvon Exzellent oder Medioker – 28.06.2010 - 12:14
“… wenn die Besten in Ihr (das meint nicht die Aristokraten im klassischen Sinne) den größtmöglichen Nutzen für die größtmögliche Zahl schaffen und erwirtschaften”.
Das klingt nach der “unsichtbaren Hand” von Adam Smith, vermischt mit ein wenig elitistisch konservativer Herrschaftsideologie. Das ist es wohl, was man sich unter dem neuerdings so häufig zu lesenden begrifflichen Centaur liberal-konservativ vorzustellen hat.
Der realexistierende Konservatismus verhält sich leider zu seiner regressiven Utopie wie der realexistierende Sozialismus zu der seinigen. Das Eine ist im Anderen nicht wiederzuerkennen. Sind die Besten wirklich die Besten? Kann man das angesichts der Milliardenkatastrophe des vergangenen Jahres wirklich noch behaupten? Wenn ja, wo, um Himmels willen, mehren dann diese kooptierten Besten nicht nur ihren eigenen Nutzen und den ihrer “Netzwerke”, sondern den gesamtgesellschaftlichen?
Antwort verfassenWir leben doch bereits in einer wesentlich von “Eliten” bestimmten Gesellschaft und ihre Bilanz ist erschütternd.
von Herr Volker Weyer – 04.07.2010 - 18:51
Stille Einfalt – edle Größe (J. J. Winckelmann)
Werter Herr Görlach,
dass unser Gemeinwesen reformbedürftig ist und an allen Ecken und Enden kracht, dürfte mittlerweile durchaus auch in einigen Berliner Köpfen angekommen sein. Und dass sich ebenso die Frage aufdrängt, wer uns eigentlich regiert, was in Frage parteipolitischer Couleur recht unwichtig ist, vielmehr wie man uns regiert die vordringliche Frage ist, bedarf auch keiner Erläuterung.
Warum also die ganze Aufregung?
Aufregend, und zwar nicht in Form des Gefühles steigender Spannung, ist, dass aus Ihren beiden, angesprochenen Kolumnen, aber gerade auch aus Ihrer Stellungnahme, eine schon bemerkenswerte, fast kindliche Unschuld spricht, eine Art überraschtes Unverständnis: „Was hab ich denn Schlimmes gesagt, es geht mir doch nur um das Gute“.
Sie verweisen auf Ihre Absichten, die Legitimität der Governance-Debatte, die Fortentwicklung der Gesellschaft durch die Besten, die natürlich nur den besten Willen haben, größtmöglichen Nutzen für größtmögliche Zahl zu schaffen; und, wobei natürlich möglichst allen der Zugang zur Bildung gleichermaßen offenstehe, sei totale Gleichheit eine Illusion, die den durch hervorstechende Qualifikationen Charakterisierten nicht zwangsweise auf´s Mittelmaß hinunterstutzen dürfe.
Für sich besehen alles hehre Absichten, Ideale, gegen welche man nichts einzuwenden haben könnte. Aber eben nur für sich besehen.
Es sind Schlagwörter, die Sie verwenden.
Sie stellen diese einfach in den Raum, ohne die abstrakten Hüllen mit konkretem Leben, Inhalten zu füllen. Ja im Gegenteil, Sie hatten Sie ja in Ihren angegriffenen Kolumnen mit Leben gefüllt, und es war gerade dieses Konkrete, diese Ausdeutung durch Sie, welche ich kritisierte. Und nun – entkleiden Sie in Ihrer Antwort all diese schönen Banner und Schlagworte der konkreten Geisteshaltung, die dahinter deutlich wurde, die dahinter aufblitzte, stellen die übrig gebliebenen Hüllen auf den Altar und erklären ganz unschuldig verwundert:
„Bitteschön, was soll die Aufregung, was kann man denn dagegen haben, dass man fordert, Leistung, bessere Qualifikation müsse sich wieder auszahlen, daß man offen über neue Modelle der Staatsorganisation diskutiert, daß es keine totale Gleichmacherei geben darf?“
Nichts.
Wer könnte das alles nicht irgendwie unterschreiben?
Ihr Problem liegt darin, daß Sie sich weder in Ihrer schriftlichen Antwort, noch in Ihrer Videobotschaft (was, sagen wir einmal, der Flüchtigkeit des Mediums geschuldet ist) auch nur andeutungsweise mit dem auseinandersetzten, was ich Ihnen vorhielt. Nicht die Fassade, die Sie in Ihren Antworten bemühen, die so hübsch aussieht, daß jedem, der sie kritisiert, vorzuhalten ist, er sei ein spinnerter Schwarzseher, sondern, das Labyrinth, Gebäude, Mauerwerk, was dahintersteckt, die Geisteshaltung also, auf welche Sie in Ihren kritisierten Kolumnen einen flüchtigen, aber vielsagenden Blick zu ließen, ist das Problem, was der Aufregung wert ist.
Ist Ihnen Ihre eigen Überschrift entfallen: „Parlamente abschaffen“?
Wenn Sie daraufhinweisen, die Aristokratie im klassischen Sinne meinte nicht die Erwirtschaftung größtmöglichen Nutzens für größtmögliche Zahl durch die besten, so verstehe ich nicht recht, was Sie meinen. Die Herrschaft der Besten ist die wortgetreue Übersetzung des altgriechischen Begriffes und die entsprechende Vorstellung in der Staatsphilosophie Aristoteles´ , allerdings mit dem Zusatz, daß der Begriff des „Besten“ auch eine moralische Komponente enthält, und nicht allein, wie bei Ihnen und in der Governance – Debatte auf das schlichte, objektive bestmögliche Funktionieren vernetzter Qualifikationen reduziert wird.
Da ich – Sie werden es wahrscheinlich ob meiner Affinität zu Ausflügen in die angestaubten Gefilde altgriechischer Begrifflichkeiten bemerkt haben – kein besonders großer Freund modern klingender, aber dennoch schlichter anglophoner Floskeln bin, habe ich mir die Mühe gemacht, mir einen kurzen Überblick darüber zu verschaffen, was denn eigentlich Governance ist. Und wie so oft verbirgt sich, und hier schließt sich erneut ein Kreis zu meiner Kritik an Ihren Ansätzen in den kritisierten Kolumnen, hinter klingender, moderner englischer Begrifflichkeit nichts anderes als alter Wein in neuen Schläuchen:
„Veränderung von Regelungsstrukturen durch Einbeziehung nichtstaatlicher Akteure in unterschiedlichen Politikfeldern, Aufbau von Regelungsstrukturen in internationalen Beziehungen geprägt durch „governance without government“, steigende Bedeutung von Mehrebenensystemen, wobei die Politologie sich in zwei Ansichten dividiert, nämlich ob dies zu einer qualitativen Änderung von Staatlichkeit führt oder lediglich zu einer Wiedergewinnung der Handlungsfähigkeit von Staatlichkeit selbst durch die Erhöhung von Effektivität und Effizienz.“
Ließt man Ihren „Mythos Macht“, so findet man, manchmal offen, manchmal verklausuliert, sämtliche oben zitierten Begrifflichkeiten wieder – auch wenn ich mich als Quelle lediglich Wikipedias bedient habe (http://de.wikipedia.org/wiki/Governance) .
Der neue Schlauch ist die Begrifflichkeit, mit welcher man auf Probleme staatlicher Entwicklung am Übergang eines Zeitalters – der Nachkriegszeit bis zum Ende des kalten Krieges – zu einem neuen Zeitalter, das durch eine Findung neuer Konstellationen nach dem Ende der Hegemonie der USA geprägt ist, reagiert. Der Inhalt ist letztlich eine Beschreibung anhand des Kriteriums „Der Zweck heiligt die Mittel“ – oder festgemacht an konkretem historischen Beispiel: eine Entstaatlichung, Vermischung öffentlicher und staatlicher Interessen, wie man es bereits aus der Zeit der Renaissance kennt, wo es sich schließlich im Nepotismus auswuchs. Ich wies in meinen Vorgängerkritiken bereits darauf hin, daß eben solche Tendenzen – Stichwort „Selbstreinigungskraft des Netzwerkes“ und „das Netzwerk erhält sich selbst“ – bereits abzusehen sind.
Und schon in der Staatsphilosophie des angestaubten Aristoteles finden sich die gleichen Überlegungen in ähnlichem Gewand. Allerdings unterzog sich gerade der angestaubte Aristoteles der Mühe, seine Idee des „Governence“ in einen weitergreifenden Kontext zu stellen. Nicht nur, daß er eine Reihen- und Rangfolge der Regierungsformen entwickelte, beginnend von der Anarchie bis hin zur Aristokratie, welche er als Herrschaft nicht allein der „bestausgebildetsten“ wie heute, sondern der auch moralisch – ethisch besten verstanden wissen wollte, vielmehr stellte er auf einer Ebene zugleich schon die Antipoden gegenüber, nämlich die Auswüchse, die dann entstehen, wenn sich eine an sich gute Staatsform durch Auswüchse, Missbrauch, falsches Verständnis, ausnutzende praktische Umsetzung selbst ad absurdum führt: So stellte er der Aristokratie als negatives Gegenbeispiel auf der selben Ebene die Oligarchie entgegen, die Herrschaft einiger, weniger, die nicht mehr die besten im Sinne der Kenntnisse, Fähigkeiten, der Moral sind, sondern über die größte Anhäufung von Machtmittel, insbesondere des Geldes und der wirtschaftlichen Mittel verfügen; daß die wenigen, die herrschen, irgendwann dazu tendieren, auch aus einem Gefühl der Arroganz heraus, zunehmend öffentliche und private Interessen vermischend, sich den Staat zur Verfolgung eigener Interessen anzueignen. Daß stets also auch bei der guten Seite einer Staatsform die Gefahr besteht, daß sie in ihre schlechte Geschwisterform umkippt, das Scheitern dem Guten schon immanent ist und mithin selbst die beste Staatsform eine unerreichbare Utopie bleibt.
Liest man zu „Governance“ dann:
„Aus einer kritischen Perspektive wird dem Governance-Ansatz ein Problemlösungsbias angeheftet. Aufgrund einer fokussierten Orientierung auf die Lösung kollektiver Probleme könnten Fragen nach Partikularinteressen und Machterhalt/-gewinn eher in den Hintergrund rücken. Daneben werden Entstaatlichungstendenzen und damit verbundene Fragen nach Zurechenbarkeit und Legitimation problematisiert. Demgegenüber stehen Ansätze, welche weniger den Rückzug des Staates in den Mittelpunkt der Überlegungen stellen, als vielmehr die Moralisierung des Marktes aus theoretischer Perspektive behandeln.“ (ebenfalls aus Wikipedia, a.a.O.)
so stellt man fest, daß solche modern klingenden Theoreme im Kern bereits an die 2400 Jahre alt sind.
Wenn ich nun zurückkomme auf die Frage, daß ich Ihre Deutung des Begriffes von Aristokratie nicht verstehe, so findet sich allerdings in Ihren Kolumnen die Erklärung für die Differenz:
In Ihrem Verständnis sind es die Besten im Sinne des Netzwerkes – sie haben die beste Ausbildung, die beste Qualifikation, die besten Abschlüsse, die besten Referenzen, die besten Posten, die besten Verbindungen, die besten Netzwerke, die beste Dotation. Und deshalb sind sie berufen, den Rest der Lämmer durch die selbstverschuldete Unwissenheit zu führen. Im Gegensatz zu dem Begriff der „aristoi“ (sie werden mir nachsehen, daß ich über keine altgriechische Tastatur verfüge) im aristotelischen Sinne fehlt Ihren „Besten“ einerseits die moralische Komponente – Ihre „Besten“ funktionieren einfach gut (was man aber auch von jedem Aparatschik in einem stalinistischen System sagen kann), jedenfalls ersieht man aus keinem Buchstaben, daß Sie sich über die bloße Effektivität und Effizienz hinaus einen Deut von Gedanken darum gemacht hätten. Zum anderen, selbst wenn es so wäre, daß in Ihrem Gebäude moralische Erwägungen irgendein Körnchen Berücksichtigung fänden, so werden diese Bedenken von Ihnen weggewischt oder ignoriert, als daß Sie gutgläubig(?) oder simplifizierend(?) oder bewusst(?) unerwähnt lassen, daß diese heilige Kuh namens „governance“ eventuell nicht nur anbetungswürdig ist, sondern hinten auch nur schlichter Mist rauskommen kann..
Ihre Thesen haben in meinen Augen den demokratischen Untergrund also bereits verlassen, gewanden sich in das Deckmäntelchen einer Scheinaristokratie, ebnen aber geistig den Weg zu einer Oligarchie.
Zusammengefaßt kritisiere ich also folgendes:
- Sie verkaufen alten Wein in neuen Schläuchen,
- Wobei die Qualität des alten wesentlich besser war als die des neuen,
- Und nur die schicke Namensgebung, das aufgepeppte Etikett dem Ganzen den Anstrich des Neuen, Modernen gibt.
- Sie plappern unkritisch Phrasen runter, die Sie ohne Hinterfragen, ohne wirkliche Auseinandersetzung im Sinne einer „Debatte“ Ihres Magazins als der Weisheit letzten Schluß vermarkten,
- Setzen sich mit der Kritik weniger inhaltlich auseinander als vielmehr jovial – überheblich darüber hinweg,
- Wohl auch, weil Sie sich selbst, wenigstens still und heimlich als Mitglied dieser Netzwerkratie-Elite sehen, die meinungsmachend dem Sendungsbewusstsein folgen muß, die Herde der Blinden an der Hand zu nehmen,
- Wobei Sie sich dazu versteigen, den Ast, auf dem Sie sitzen, abzusägen, denn wer, wenn nicht die abzuschaffenden oder auszuhöhlenden Parlamente und der dahinterstehende, halbwegs tumbe Volkssouverän garantieren Ihnen im Zweifel gegenüber einer um sich greifenden, vernetzten Elite von Sicherheitsfanatikern, daß Sie hier und andernorts Ihre Meinung frei kundtun können,
- Und machen dann das ganze an der Person von Herrn Wulff fest, in welchem Sie wohl schon so etwas wie den Vorboten der neuen, aufkommenden Zeit sehen.
Das Eis, auf dem Sie sich bewegen ist dünn, und die Bretter die Sie bohren ebenso. Das gefährliche daran ist, daß man sich nicht sicher sein kann, ob Sie sich nicht bewusst sind, über welche Rasierklinge Sie spazieren, oder ob Sie schon auf dem Sprung hinüber zur anderen Seite sind.
Sie gehen wenigstens fahrlässig oder leichtfertig um mit dem Fundament, auf welchem wir alle leben, wissen Sie eigentlich, mit welchem Feuer Sie spielen?
Wenn Sie mich zuletzt dann spöttisch fordernd fragen, ob ich medioker sei, mich also als Mittelmaß fühlte, so sehe ich in der Art und Weise der Fragestellung allerdings schon ein Indiz dafür, daß Sie längst gesprungen sind.
Beste Grüße
Volker Weyer
Antwort verfassenvon Thomas Weiss – 23.06.2010 - 21:49
Lieber Herr Görlach,
diese Überhöhung Christian Wulff ist eigentlich kaum zu überbieten, weil sie keine Auseinandersetzung mit der Eignung der Kandidaten ist, sondern nur die etwas weltfremde Forderung nach einem “Macher” als Bundespräsident. “Offene Dialoge, alle Gesprächspartner auf Augenhöhe, mit Erkenntnisgewinn. Das können wir von Joachim Gauck wirklich nicht erwarten.”
Oh Mann…
Aber zu Ihrem Trost: Der Focus ist noch schlechter. Vielleicht finden Sie hier noch ein paar Aspekte, die Sie in Ihrer nächste Kolumne verwenden können: http://tinyurl.com/35wwzec
Antwort verfassenvon Alexander Görlach – 23.06.2010 - 23:33
Lieber Herr Weiss,
herzlichen Dank Ihnen für den Lesetipp!
Beste Grüße, einen schönen Abend,
Ihr
Alexander Görlach
Antwort verfassenvon Peter Frank – 24.06.2010 - 11:37
Wieso werden hier Kommentare von Frank Happel, die in keinster Weise anstoessig sind, geloescht? Mangelt es hier etwa am Respekt gegenueber anderen Meinungen, der weiter oben vom Autor der Kolumne selber eingefordert wird?
Antwort verfassenvon Die Redaktion – 24.06.2010 - 12:53
Sehr geehrter Herr Frank,
Herr Happel hatte in der Vergangenheit sowohl hier als auch auf Facebook in der The European-Gruppe eine Vielzahl unsachlicher Kommentaren abgegeben. Daraufhin wurde er sowohl dort als auch hier als Kommentator ausgeschlossen.
Darüber wurde er in einer Email informiert.
Vor der Löschung wurde er, auf Facebook von der Community selber, gebeten, diese unsachlichen Kommentare zu unterlassen. Erst als er der Bitte der Leser bzw. hier auf der Seite der Redaktion nicht nachkam, wurden seine weiteren Postings unterbunden.
Mit freundlichen Grüßen
Die Redaktion
Antwort verfassenvon Thomas Weiss – 24.06.2010 - 15:23
Und dann hätte ich doch noch eine Frage:
Weshalb hat “Christian Wulff mit der Berufung einer Ministerin muslimischen Glaubens ein Zeichen gesetzt”?
An anderer Stelle wurde auch hervorgehoben, es sei als Besonderheit zu bewerten, dass Wulff eine türkischstämmige Ministerin berufen habe.
Ist es nicht vielmehr so, dass unser Grundgesetz eben die Gleichheit des Menschen betont und diese Gleichheit damit eine Selbstverständlichkeit ist? Und seit wann, bitteschön, ist die Abstammung der Eltern eines deutschen Staatsbürgers oder seine Religionszugehörigkeit von Belang ihn für öffentliche, politische oder sonst welche Ämter zu benennen?
Entgegen der hier geschilderten Einschätzung von Christian Wulff als großem Integrator habe ich vielmehr den Eindruck, dass seine Nähe zu evangelikalen, fundamentalistischen Gruppen seiner Eignung als Bundespräsident vollkommen widerspricht. Siehe auch hier: http://tinyurl.com/347mxa6
Vielleicht lohnt sich ja eine Debatte Görlach ./. Posener dazu?
Antwort verfassenvon Peter Lorenz – 26.06.2010 - 14:25
Lieber Herr Görlach,
von einem Dr. Dr. und einem erfahrenen Journalisten wie Ihnen hätte ich mir weit aus mehr erwartet.
Ihre Art zu schreiben ist derart plumb und aufgesetzt, dass man kaum Interesse hat, den nächsten Satz zu lesen. Argumentativ ist das alles sehr schwach und vor allen Dingen: Nichts besonderes oder ansprechendes. Ihre Vita müßte Ihnen doch die Möglichkeit geben, einen interessanten Dreh in die Debatte zu bringen und nicht bloß auf BILD-Franz Josef Wagner Niveau zu argumentieren.
Schade. Aber zum Glück gibt es ja noch andere, hochwertigere Autoren in Ihrem Magazin.
Viele Grüße aus Hessen
PL
Antwort verfassenvon Alexander Görlach – 26.06.2010 - 19:04
Sehr geehrter Herr Lorenz,
besten Dank für Ihre Zuschrift. Ich verstehe nicht ganz: Was genau stört Sie inhaltlich an meiner Argumentation? Was wirkt plump? Was aufgesetzt? Sie werden es nicht glauben, aber es gibt Leute, die auch nach der ganzen Gauck-Hysterie in Christian Wulff den besseren Bundespräsidenten erblicken. Also Überzeugung, nicht aufgesetzt.
Ich freue mich, dass Sie auf The European Autoren finden, die besser zu Ihren Vorlieben und Ihren Vorstellungen von Debatte passen als meine wöchentliche Kolumne.
Mit besten Grüßen
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Alexander Görlach
von moralische Autorität – 28.06.2010 - 12:20
Ich glaube nicht, dass ein Mann der seine “alte” zugunsten einer jüngeren Frau ablegt, über die moralische Autorität für das höchste Amt im Staate verfügt. Das ist unwürdig und zeugt von mangelnder Affektkontrolle. Einen Präsidenten, der seine Affekte (wenn auch in anderer Hinsicht) nicht unter Kontrolle zu halten vermochte, hatten wir ja eben erst.
Antwort verfassenvon Jens – 07.07.2010 - 09:39
Schon erschreckend, das die Kommentare viel tiefer in die Matrie eintauchen, als es der Beitrag selbst getan hat.
Daran zeigt sich, das es zu dem Thema anscheinend mehr zu sagen gab oder gibt…
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